Opel Commodore

Tipps und Tricks: Gebrauchtwagen kaufen – Teil 1/6

Heute startet nicht nur meine Tätigkeit für diesen Blog sondern gleichzeitig auch eine ganz besondere Blogreihe. In den kommenden 6 Beiträgen in dieser Kategorie möchte ich euch zunächst allgemeine Ratschläge geben. Anschließend stelle ich euch detailliert die Fahrzeuge bzw. die „typischen Mängel“ der Gebrauchtfahrzeuge vor.

Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf!

Niemand hat Geld zu verschenken, so möchten die Gebrauchtwagenverkäufer möglichst viel Geld verdienen und ihr möchtet natürlich möglichst wenig ausgeben. Die Tricks der Gebrauchtwagenhändler gehen inzwischen von dem legalen „aufhübschen“ bis hin zur illegalen Tachomanipulation. In den kommenden 6 Beiträgen gebe ich allgemeine Tipps für den Gebrauchtwagenkauf, die sich für fast jedes Fahrzeug anwenden lassen.

Opel Commodore GS

Das Auge isst mit! Wer kennt dieses Sprichwort nicht? Es stimmt, das Auge isst und leider kauft es auch mit. Nicht nur die privaten Verkäufer, sondern natürlich auch die Händler wissen das und verschönern so „oberflächlich“ das Fahrzeug und überdecken somit die Spuren der letzten Jahre. Doch bevor wir überhaupt zum Thema Autokauf kommen stellen wir uns die wichtigste Frage:

Gebrauchtwagen von Privat oder beim Händler kaufen? Wo liegen die Vor- und die Nachteile?

Dank dem, in der Regel, größerem Angebot bei privaten Anbietern und auch dem Preisgefüge wird man vermutlich bei einem privaten Verkäufer schneller sein Wunschmodell in der passenden Farbe und Ausstattung finden. Ein Ankauf von privat ist in der Regel kein Problem, wenn man sich gut vorbereitet und genau weiß, was man möchte, wo die Schwachstellen des Fahrzeuges liegen und wenn der Vorbesitzer lückenlos die Historie des Fahrzeugs belegen kann. Ein Checkheft ist da zum Beispiel ein Anhaltspunkt, jedoch ist auch ein gut gepflegtes Fahrzeug von einem pensionierten KFZ-Mechaniker, der sein Fahrzeug mit Sach- und Fachverstand gepflegt hat, Gold wert.

Der größte Nachteil beim Privatankauf ist wohl der Ausschluss einer Sachmängelhaftung – genau diese Haftung darf der gewerbliche Anbieter nicht ausschließen und da liegt dann der Vorteil für den Käufer der einen Gebrauchtwagen kaufen möchte.

Was ist eine Sachmängelhaftung?

Viele Händler sprechen von einer Garantie bzw. einer Gebrauchtwagengarantie. Die Gebrauchtwagengarantie hat mit der Sachmängelhaftung allerdings nichts zu tun. Die Garantie ist freiwillig und oft auch in den Verkaufspreis einkalkuliert. Die Sachmängelhaftung ist Pflicht bei einem gewerblichen Händler, der ein Fahrzeug an eine Privatperson verkauft. Der Verkäufer haftet hierbei für alle Mängel, die der Wagen zum Übergabezeitpunkt hat, für mindestens ein Jahr. Für den Käufer sind diese Nachbesserungsarbeiten in der Regel kostenlos, allerdings muss der Käufer dem Händler die Möglichkeit zur Nachbesserung geben. Wichtig: Nicht einfach selbst reparieren lassen – das geht nach hinten los.

Einige schwarze Schafe wären lieber private Verkäufer!

Schwarze Schafe gibt es immer und überall, wer z.B. auf eine private Anzeige anruft und als Gegenfrage hört: „Wegen welchem Fahrzeug rufen Sie noch mal an?“ darf davon ausgehen, dass der Verkäufer ggf. nicht so privat ist, wie er gerne wäre. Hier muss man sich die Frage stellen, warum will er die Sachmängelhaftung umgehen oder keine Rechnung ausstellen? Das gleiche gilt übrigens auch, wenn das Fahrzeug abgemeldet ist, aber mit roten Kennzeichen zur Probe gefahren werden kann. In der Regel haben private Personen keinen Zugriff auf Händlernummern (leicht zu erkennen an der 06 im roten Kennzeichen) und natürlich sollte man auch vorsichtig sein, wenn die Fahrzeuge „für einen Bekannten“ verkauft werden.

Die drei goldenen Regeln beim Gebrauchtwagenkauf:

Nicht die Augen verlieren! Vier Augen sehen mehr als zwei, also lieber einen Fachmann, Sachverständigen mitnehmen oder mit dem Fahrzeug z.B. zum ADAC, TÜV, Dekra, GTÜ etc. fahren, die einen Check machen. Hat der Verkäufer nichts zu verbergen wird er dieser Untersuchung (die Kosten muss in dem Fall natürlich der Käufer in Kauf nehmen) zustimmen.

Nicht unter Druck setzen lassen! Bei vielen Verkäufern ist es leider noch ein guter Brauch: „Drückst du den Kunden, dann zahlt er auch!“ – Sprüche wie „Da kommen gleich noch zwei Interessenten, wenn dann müssten Sie sich jetzt entscheiden!“ sollten einen eher stutzig machen und nicht zum Kauf nötigen. Auch wenn dieses im Einzelfall (und bei besonders attraktiven Fahrzeugen) stimmen kann, dienen diese rhetorischen Stilmittel eher der Verkaufsförderung.

Nicht blenden lassen! Viele Käufer lassen sich von Äußerlichkeiten blenden. Wir kennen das auch von zwischenmenschlichen Beziehungen, doch wenn die Fassade erst mal bröckelt und man hinter die Kulissen blickt, tun sich manchmal Abgründe auf.

Gute Verkäufer versuchen Mängel zu kaschieren, wie wir diese trotzdem finden? Das lest ihr in den kommenden 5 Beiträgen! Dort gehe ich auch auf die Themen Tachomanipulation, verdecke Unfallschäden ein und wir werfen gemeinsam mal einen Blick unter die Motorhaube, denn der verrät uns oft auch mehr als dem Verkäufer lieb ist.

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: