Neuwagen der Woche: Der Jaguar F-Type

Jaguar hat nun endlich wieder einen reinrassigen Sportwagen auf die Räder gestellt und ich muss sagen: Der Jaguar F-Type gefällt! Sein Vorgänger (Jaguar E-Type) ist eine Ikone, der F-Type muss sich also sputen und das kann selbst die Einstiegsmotorisierung. Den 3.0 Liter V6 mit 340 PS bin ich gefahren und ich darf bestätigen, dass dieser sich nicht nur durch den sportlichen Klang bemerkbar macht. Wer mehr möchte, darf sich für die 380 PS Variante entscheiden oder gleich nach ganz oben ins Regal zum V8 greifen. 5.0 Liter Hubraum und 495 PS stehen dann zur Verfügung um ein Leergewicht von gerade mal 1,6 Tonnen zu bewegen.

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Von 0 auf 100 in…

Ein Jaguar braucht genügend Auslauf, das gilt nicht nur für das Tier, sondern auch für das formvollendete Fahrzeug. Nach 5.3 Sekunden hat der kleinste F-Type die magische 0 auf 100 Schallmauer durchbrochen. Geschaltet wird übrigens über die neue 8-Gang Automatik von ZF. Automatisch öffnet sich auch das Dach! Innerhalb von 12 Sekunden gibt es den Blick nach oben frei und macht aus dem zweisitzigen Roadster ein Open-Air-Vergnügen der ganz besonderen Art.

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Nachbarschaftsstreit inklusive?

Wer weiterhin Wert auf eine gute Nachbarschaft legt, sollte die Klappensteuerung für die Sportauspuffanlage erst außerhalb des Wohngebiets verwenden. Per Knopfdruck wird das Fahrzeug nicht nur agiler, sondern optional auch lauter. Selbst der kleinste F-Type überzeugt die schärfsten Kritiker durch ein tolles Klangbild. Die Kurvenlage ist perfekt! Dieses liegt sicherlich an der idealen Gewichtsverteilung von 50/50 und dem sehr gut abgestimmten Fahrwerk. Hat man, dank dem Fahrdynamikschalter, aus der Schmusekatze erst einmal das fahrende Raubtier gemacht, will man die Landstraße gar nicht mehr verlassen. Das Gewicht von 1.6 Tonnen merkt man nur beim einbremsen in die Kurven, aber auch bei der negativen Beschleunigung überzeugt der Jaguar F-Type. „Jeder lobt, was Nürburgring erprobt“ und Jaguar hat dort nicht umsonst ein Testcenter in der Nähe. Zudem legt der britische Hersteller eine hohe Gewichtung auf Nordschleifen-Testfahrten.

Gewicht?

Mit einem Kofferraumvolumen von unter 200 Litern bietet der Jaguar F-Type weniger Platz als z.B. ein aktueller Nissan 370Z. Dafür kann er mit einer hohen Zuladung von 428 kg trumpfen, auch wenn man diese vermutlich nicht benötigt. Mit einem Basispreis von ca. 73.400 Euro sprechen wir hier definitiv von einem Traumwagen und was die anderen Blogger über dieses traumhafte Gefährt geschrieben haben, lest ihr jetzt:

Jan Gleitsmann (auto-geil.de) hat z.B. geschrieben: „Die elektrisch verstellbaren Sitze sind bequem (und auch beheizbar, die Steuerung der mir stets so wichtigen Sitzheizung habe ich erst kurz vor Ende der Probefahrt entdeckt, man muss auf den Schalter des Klimaanlagen-Reglers drücken). Das Lenkrad könnte vielleicht einen Hauch kleiner sein, lässt sich dafür aber elektrisch verstellen. Mit meinen 1.80m Körpergröße habe ich Platz im Überfluss.“

Das Lenkrad lässt sich axial und vertikal verstellen und so findet jeder schnell eine angenehme Sitzpostion. Die hat wohl auch Fabian Mechtel (asphaltfrage.de) gefunden, denn er schrieb über den V8: „Und doch hätte der F-Type besser nicht sein können. Eine technokratische Zeitenfeile – bei der es nur um Effizienz, Transparenz und Vollstreckung geht – wollen die wenigsten Kunden. Eine laszive Schönheit, eine die röchelt, sprotzt und manchmal herrlich wenig Benehmen hat, die vor Kraft auf der einen Seite kaum laufen kann und im nächsten Moment elegant am Boulevard entlangrollt hingegen schon. Und das ist der F-Type. Besser als jeder Elfer.“

Das man mit so einem Jaguar F-Type nicht nur elegant sondern auch sportlich unterwegs sein kann unterstreicht Stefan Maaß (veight.de): „Ein sanfter Druck auf die Sound-Taste der Klappensteuerung in der aufgeräumten Mittelkonsole, die manuellen Bypass-Ventile in der Abgasanlage öffnen, und alle guten Vorsätze sind vergessen. Der kurze Gasstoß lässt den Kompressor-geladenen Jaguar F-TYPE V8 S aufschreien – 625 Nm Drehmoment sind drauf und dran den reinrassige Sportwagen mit spürbarem Feedback nach vorne zu schieben; bei Tempo 300 km/h setzt die elektronische Sperre ein.“

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Sein Kollege Fabian Messner (autophorie.de) würde sich eine andere Fahrmaschine kaufen, hat allerdings für den F-Type eine ganz andere Verwendung: „Würde ich mir, gegeben ich könnte mir diese rote Sünde leisten, sie also kaufen? Jein, definitiv in die Garage, besser gesagt in ein verglastes Schaufenster muss der Jaguar F-Type einfach rein. Zu schön sind die Formen, das Auto, die gesamte Komposition um nicht gesehen zu werden.“

„Der Kofferraum ist klein, der Verbrauch hoch. Das hatten wir schon. Bei einigen Materialien im Innenraum hätte ich mir edlere Ausführungen gewünscht, z.B. bei den Schaltwippen im V6 oder der Armaturenoberfläche. Die Türgriffe sind speziell und wenig elegant, aber funktional. Und entgegen der Meinung einiger Kollegen hat mir die Mittelkonsole mit dem hohen Griff für den Beifahrer besonders gut gefallen. Wir haben sie auch intensiv benutzt. “ schreibt Kai Bösel (motoblog.de) und hat damit ja eigentlich auch sämtliche Kritikpunkte erwähnt.

Sebastian Bauer (passiondriving.de) ist bekannt für seine Kompetenz in Sachen Fahrdynamik: „Kommen wir aber nun zum Kern der Sache: wie fährt sich der F-Type denn überhaupt? Kurz und knapp: wendig und sehr agil. Bisweilen spürt man ihm zwar sein hohes Gewicht von mindestens 1.6, realistisch eher 1.7 – 1.8 Tonnen an, das ändert aber nichts an seiner Fahrbarkeit. Die Einlenkreaktion ist äußerst direkt und das Chassis lässt komplett mit sich arbeiten: ganz seicht einsetzendes Übersteuern beim Lastwechsel, welches sich in einem flachen und konstanten Winkel mit dem Einsatz des Gaspedals bis zum Kurvenausgang halten lässt, Untersteuern ist sowieso Fehlanzeige. Das ganze mit einer verhältnismäßig feinfühligen Lenkung und direkter Lenkübersetzung gepaart und der Fahrspaß ist garantiert!“

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Ich fasse kurz zusammen: Der Jaguar F-Type bietet einen garantierten Fahrspaß, ein elegantes Erscheinungsbild, reinrassige Sportwagen-Qualitäten und wenn der Kofferraum nicht etwas zu klein wäre, gäbe es vermutlich auch dort keinen Kritikpunkt mehr. Wer wissen möchte wie sich der F-Type in der Toscana bzw. auf dem Bilster Berg (der neuen Teststrecke in Bad Driburg) geschlagen hat, wird bei Mario-Roman Lambrecht (fanaticar.de) fündig: „Ab auf die Rennstrecke. Genauer gesagt- dem Bilster Berg. 4,2 Kilometer lang, bis zu 70 Meter Höhenunterschied, 44 Kuppen und Wannen und einem Abschnitt der er es besonders in sich hat: Die “Mausefalle” Wer diese Kurve anfährt sollte sein Gefährt vorher begradigt haben denn danach geht es quasi im Blindflug 26 % Bergab um dann gleich wieder mit Vollgas die nächste Steigung mit 21 % zu überwinden. Die komplette Rennstrecke basiert auf der natürlichen Topographie der Umgebung und genau das macht sie so anspruchsvoll. Kein Wunder das Rallye Legende Walter Röhrl hierfür Pate stand.“ – klingt traumhaft, oder? Ich verrate euch ein Geheimnis: Es hat geregnet!

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Motorisierung CO2 Emission / Klasse Verbrauch (kombiniert) VK / TK / KH
3.0 V6 209 g/km / E 9,0 l/100km folgen
3.0 V6 S 213 g/km / F 9,1 l/100km folgen
5.0 V8 259 g/km / G 11,1 l/100km folgen

 

Falls ihr euch für den Jaguar F-Type interessiert, könnt ihr hier schauen, wie hoch der Versicherungsbeitrag ist.

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