Flip-Flops und High Heels: Mit welchen Schuhen darf ich Autofahren?

Hurra, endlich sommerliche Temperaturen! Ohne Mantel und dicke Schuhe nach draußen, endlich wieder luftige Tops und schicke Sandalen anziehen können. Der Winter war lang genug, jetzt möchten wir die Flip-Flops gar nicht mehr ausziehen. Aber: Darf ich eigentlich mit Flip-Flops Autofahren? Ist das erlaubt oder riskiere ich ein Bußgeld? Was passiert, wenn es zu einem Unfall kommt?

Ist das gefährlich?

Jeder, der schon mal mit Sandalen, Flip-Flops oder barfuß hinterm Steuer saß, wird gemerkt haben: Hoppla, das fühlt sich anders an und irgendwie nicht so sicher. Alle Experten warnen leider einstimmig davor, so leicht oder überhaupt nicht beschuht Auto zu fahren. Ihre Hauptargumente sind:

  • Schlappen und Co. bieten schlechteren Halt als „richtige“ Schuhe
  • Die Gefahr, von den Pedalen abzurutschen oder sich gar zu verhaken, ist eindeutig größer.
  • Das Gefühl für Gas, Bremse und Kupplung ist viel schlechter ausgeprägt, dadurch steigt die Reaktionszeit.

Wie ist die Rechtslage?

Eine rechtliche Vorschrift, die vorgibt, mit welchen Schuhen wir Autofahren dürfen, gibt es in Deutschland nicht. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schweigt zu diesem Thema. Also ist es Privatpersonen gesetzlich nicht untersagt, mit Pantoffeln, Sandalen und ähnlichem Schuhwerk zu fahren. Denn was nicht verboten ist, ist grundsätzlich erlaubt!

Allerdings gilt im Zweifelsfall immer der (Gummi-)Paragraf 1 StVO – und der sagt, dass man sich im Verkehr so zu verhalten hat, dass kein Anderer geschädigt oder gefährdet wird. Im schlimmsten Fall, könnten Juristen daraus eine Schuld ableiten, wenn erwiesen wird, dass der Unfall durch  „ungeeignetes Schuhwerk“ verursacht wurde.

Wie urteilen die Gerichte?

Dass das Autofahren mit leichtem Schuhwerk oder auch barfuß nicht per Vorschrift verboten ist, bedeutet in der Praxis jedoch keinen Freibrief für Autofahrer.

Einige Gerichte leiten aus der in der StVO geregelten allgemeinen Pflicht jedes Autofahrers, die Verkehrssicherheit seines Fahrzeugs zu gewährleisten, die Pflicht zum Tragen festen Schuhwerks her, so zum Beispiel das Oberlandesgericht Bamberg. Es können bei einem Unfall dann also durchaus eine Mithaftung, ein Bußgeld, zivilrechtliche Haftung und sogar – wenn es zu Personenschäden kommt  – strafrechtliche Verfolgung drohen!  Allerdings: Der Unfallgegner muss beweisen, dass das Tragen bestimmter Schuhe (oder keiner Schuhe) ursächlich für den Unfall war.

Wie reagieren die Versicherungen?

Ist es zu einem Unfall gekommen, bei dem strittiges Schuhwerk im Spiel war, ist versicherungstechnisch zwischen der Kfz-Haftpflichtversicherung und der Vollkasko-Versicherung zu unterscheiden.

Die Kfz-Haftpflicht wird dem Unfallgegner – unabhängig davon, was der Verursacher an den Füßen getragen hat oder nicht – den Schaden bezahlen. Sie kann die Schadensregulierung nicht mit dem Verweis auf ungeeignete Schuhe verweigern.

Etwas anders kann es sich bei der Vollkasko-Police verhalten: Zwar begleichen in der Praxis die meisten Versicherungen auch hier die Schäden. Sie orientieren sich damit an der oben genannten gängigen Rechtsprechung. Hier könnte sich eine Versicherung aber auch auf den Standpunkt stellen, dass ein Unfallverursacher, der ungeeignete Schuhe trug, grob fahrlässig gehandelt hat. Eine Kürzung der Versicherungsleistung ist also möglich.

Bei R+V24 sind Sie mit der Vollkasko-Versicherung auf der sicheren Seite: Wir sichern Sie auch im Falle grober Fahrlässigkeit ab.

Die Empfehlung der Experten:

Experten raten dringend, auch bei Hitze mit festem Schuhwerk hinters Steuer zu steigen. Am besten geeignet sind Turnschuhe mit einer dünnen Sohle.

Wie ist das bei Euch? Fahrt Ihr mit Flip-Flops Auto oder lieber nicht?

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: