Tipps und Tricks: Gebrauchtwagen kaufen – Teil 4/6

Vierter Teil der Blogreihe zum Thema Gebrauchtwagen kaufen. Im ersten Teil habe ich euch allgemeine Tipps gegeben, im zweiten sind wir auf die KFZ Abkürzungen eingegangen und im dritten Teil haben wir die Karosserie begutachtet.

Heute sprechen wir über den Innenraum, denn der ist in der Regel ein gutes Indiz für den allgemeinen Fahrzeugzustand. Außerdem gibt er Hinweise auf die tatsächliche Fahrleistung und beherbergt natürlich auch ein paar Mängel-Quellen die man sich durchaus mal ansehen sollte.

Auch im Innenraum gilt: Der erste Eindruck ist entscheidend! Natürlich gibt es Reinigungsmittel (und Duftstoffe), die von den Verkäufern zur Verkaufsförderung eingesetzt werden, hier heißt es daher genau hinsehen:

Beim Einsteigen achte ich immer schon auf die Fahrertür. Lässt sich diese gut öffnen? Knackt nichts? Wie sieht es mit dem Verschließen der Tür aus?

Anschließend überprüfe ich die (elektrischen) Fensterheber. Der Grund liegt auf der Hand: Eine Reparatur von Fensterhebern kann ins Geld gehen, daher überprüfe ich sämtliche Fensterheber. Anschließend schaue ich mir auch an, ob die elektrische Spiegelverstellung und das Schiebedach (falls vorhanden) ordnungsgemäß funktionieren.

Natürlich muss man auch die Funktion der Lenkradverstellung (axial und vertikal) überprüfen. Anschließend darf man zum Spielkind werden und sämtliche Tasten und Schalter einmal ausprobieren, dabei achte ich vor allem auf die Funktionaliät der Kontrollleuchten. Funktioniert der Blinker? Wie sieht es mit der Hupe aus?

Nun wird es schmutzig!

Ein Blick auf die Pedale kann einen Hinweis auf die tatsächliche Laufleistung des Fahrzeuges geben. Sind sie stark abgenutzt, kann das ein Indiz für eine hohe Kilometerlaufleistung sein. Achtung: Wurde das Fahrzeug häufig im Kurzstreckenbetrieb benutzt, tritt die gleiche Abnutzung auf. Daher sollte man den Kilometerstand mit den Angaben im Checkheft vergleichen. Sind die Gummis auf den Pedalen „erneuert“ worden, sollte man vorsichtig sein und den Austausch hinterfragen.

Safety-Code Radio?

Ein Blick ins Handschuhfach ist obligatorisch. Ist die Bedienungsanleitung noch vorhanden? Wie sieht es mit dem Checkheft aus? Braucht das verbaute Radio einen Radio-Code?

Dazu muss man wissen, dass einige Radios über einen Safety-Code verfügen. Werden die Radios bzw. Infotainmentsysteme von der Batterie getrennt (was auch bei einer leeren Batterie passieren kann), muss ein Zahlencode eingegeben werden, um das Radio wieder zu aktivieren. Ohne Code ist man dann schnell aufgeschmissen, also nachfragen!

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Läuft das Radio?

Testet auch die Radio-Funktion! Kommt nur ein Knacken und ein Rauschen? Dann könnte die Kabelverbindung zur Antenne defekt sein. In der unmittelbaren Nähe vom Radio befindet sich in der Regel das Gebläse bzw. die Schaltereinheit für die Klimaanlage. Beides sollte man auf die Funktionalität überprüfen.

Während die Klimaanlage (bei laufendem Motor) den Innenraum abkühlen darf, überprüfe ich die Sitzverstellung (vor / zurück / Lehnenverstellung nicht vergessen) und sehe mir die Gurte an. Rollen diese leicht zurück? Funktioniert die Gurthöhenverstellung (falls vorhanden)? Wie sehen die Gurte aus? Wenn diese an den Kanten abgeschabt sind, sollte man sie austauschen.

Achtung: Nicht nur den Fahrersitz überprüfen, sondern auch Beifahrersitz und natürlich die Rückbank. Kann man diese auch umklappen? Mir selbst ist es aus Unachtsamkeit mal passiert, dass ich ein Fahrzeug gekauft habe, welches später eine nicht sachgemäß montierte Rückbank hatte. Daher mein Tipp: 4 Augen sehen mehr als 2. Nehmt beim Gebrauchtwagenkauf am besten eine zweite Person mit, die ebenfalls die Augen und Ohren offen hält. Augen? Ohren? Die Nase kommt natürlich auch zum Einsatz:

Stinkt die Heizung?

Natürlich überprüfe ich immer noch die Heizfunktion, dabei achte ich auch darauf ob die Heizung stinkt. Gerüche aus der Heizung kann man in der Regel schlecht entfernen. Riecht der Innenraum nach „Raucher“ kann man das Fahrzeug in einem entsprechenden Fachbetrieb aufbereiten und den „Gestank“ verschwinden lassen. Stinkt die Heizung, ist die Suche nach der Ursache echt fies. Von gegorener Milch im Lüftungstrakt bis hin zum toten Marder habe ich schon alles in der Lüftung gesehen.

Schonbezüge runter!

Hat der Vorbesitzer Schonbezüge verwendet, sollte man unbedingt einen Blick darunter werfen. Zeigen die Sitze starke Abnutzungen, sind diese durchgesessen oder gar verschlissen, spricht das für eine hohe Laufleistung bzw. starke Kurzstreckenbenutzung.

Ein abschließender Blick durch den Innenraum lässt mich dann noch schnell überprüfen, ob sämtliche Anbauteile vorhanden und fest sind. Ich schaue auch unter die Fußmatten und überprüfe ebenfalls die Funktion des Zigarettenanzünders, denn eine 12V Steckdose kann man ja immer mal gebrauchen.

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Tuning Fahrzeug?

Kommen wir zu technischen Veränderungen! Hat der Vorbesitzer zum Beispiel Sportpedale montiert? Dann müssen diese entweder in den Fahrzeugpapieren eingetragen sein oder über eine allgemeine Betriebserlaubnis verfügen. Das gilt natürlich auch für weitere Veränderungen wie z.B. Tönungsfolien (ab B-Säule nach hinten), Sportsitze, Sportgurte, Hosenträgergurte, Sportlenkrad (auch auf die verbaute Lenkradnabe achten)  etc. – lasst euch die Genehmigungen zeigen und vergleicht auch die Typ-Nummern mit den Nummern in der Genehmigung. Ist der Innenraum gecheckt? Dann ziehe ich den Hebel, um die Motorhaube zu öffnen.

Was man da so alles beachten sollte? Das lest ihr im 5. Teil dieser Blogreihe am kommenden Mittwoch!

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