Assistenzsysteme Teil 1: Einparkhilfen

Im ersten Artikel der Reihe habe ich über die Entwicklung der Sicherheit im Auto geschrieben. Heute möchte ich euch die Assistenzsysteme zum sicheren Einparken näher vorstellen.

Parken ist eine zentrale und oftmals zeitraubende Angelegenheit. Oft sind wir auf der Suche nach einem Parkplatz und finden nur eine Minilücke, in die wir uns kaum reinquetschen können. Auf solch ein zentimetergenaues Einparkmanöver wie Baris Kücük in Siegen würde ich mich nur ungern verlassen!

Damit wir aber auch in vermeintlich zu kleine Parklücken passen, werden stetig neue Technologien entwickelt, die uns gute Hilfestellung leisten. Prinzipiell wird bei ihnen zwischen passiven und aktiven Systemen unterschieden, wobei die passiven Systeme heutzutage schon Geschichte sind.

Früher wurden vor allem auf LKWs Markierungen und auch Peilstangen angebracht. Diese waren eine wertvolle Hilfe für den Fahrer. Denn nur mit ihnen konnte er aus seinem Führerhäuschen sehen, wie groß sein zu manövrierender LKW tatsächlich war und wie viel Platz er brauchte. Ungewöhnliche Karosserieformen, wie die Heckflossen aus den 60ern, hatten neben neuartigen Geschmack im Design ebenfalls Orientierungsfunktion.

Piepsen und Blinken

Heute setzen die LKW-Fahrer und auch wir mit unseren „normalen“ Autos auf die aktiven Systeme. Der Klassiker dabei sind Ultraschall-Systeme. Autos, die damit ausgestattet sind, erkennt man an den runden Sensoren, die in die Stoßfänger eingebaut sind. Die Anzahl richtet sich dabei meist an die Breite des Fahrzeugs: Je breiter das Auto, umso mehr Sensoren und umso höher die Präzision der Messergebnisse.

Ultraschallsensor beim Opel Astra

Die Sensoren messen den Abstand zwischen Auto und Hindernis. Die Distanz wird entweder rein akustisch oder in einer Kombination aus optischem und akustischem Signal ausgeliefert – es piepst und blinkt.

In meinem Seat Leon wird im Display die abnehmende Distanz mit Hilfe verschiedenfarbiger Balken, die immer näher ans Auto rücken, angezeigt. Zusätzlich ertönt ein Piepen, das immer dringlicher wird.

akustische und optische Einparkhilfe im Seat Leon

Ein weiteres, immer stärker verbreitetes Hilfsmittel ist die Rückfahrkamera. Meistens befindet sich die Kamera in der Kofferraumklappe und zeigt die Umgebung hinter dem Fahrzeug. Auf dem Display erscheinen außerdem verschiedenfarbige Hilfslinien, die den jeweils aktuellen Lenkradeinschlag darstellen und so den Fahrweg / die Parkposition des Autos anzeigen.

Ein großer Vorteil der Kamera ist, dass sie – auf Grund ihrer niedrigen Position und Ausrichtung – fast alles erfasst. Die Wahrscheinlichkeit, dass man niedrige Hindernisse übersieht und sich so einen Schaden zuzieht, ist somit sehr gering. Seitliche Hindernisse kann man damit allerdings auch nicht sehen!

Anzeige Rückfahrkamera Hyundai IX35

Und außerdem gibt es natürlich auch die Lenkassistenten, die vollkommen selbstständig das Auto in die passende Parklücke bugsieren. Sensoren, die quer zur Fahrtrichtung angebracht sind, scannen die vorhandenen Parkplätze und identifizieren so Lücken, die groß genug sind. Danach geschieht der Einparkvorgang wie von Zauberhand. Das habe ich leider noch nicht ausprobieren können, bin aber schon sehr gespannt. Der erste Schritt in Richtung autonomes Fahren.

Was für Erfahrungen habt ihr mit Einparkhilfen gemacht? In meinem ersten Auto – einem 13 Jahre alten Renault Clio – gab es so etwas wie Einparkhilfen nicht, geschweige denn eine Servolenkung. Ich musste beim Einparken also richtig arbeiten.

Ich habe dadurch aber auch sehr schnell ein gutes Auge für mein Auto entwickelt. Das geht mir nun bei meinem aktuellen Wagen etwas ab. Dadurch, dass mir die Distanzeinschätzung durch Blinken und Piepsen abgenommen wird, fällt es mir schwer, ein Gefühl zu entwickeln. Geht euch das ähnlich?

Im nächsten Artikel stelle ich euch die verschiedenen Assistenzsysteme aus dem Bereich Licht vor.

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