Neuwagen der Woche: Nissan Note 2013

Der 4,10 Meter kurze Nissan Note hat es wirklich in sich! Er bietet ausreichend Platz für zwei Erwachsene, zwei Kinder und ein Hund passt auch noch in den Kofferraum. Bereits der Vorgänger überzeugte schon durch die (optional) verschiebbare Rückbank. Benötigt man mehr Platz im Kofferraum, dann wandert die Rückbank einfach nach vorne. Möchte man mehr Platz im Fond, verkleinert man einfach den Kofferraum. Wer richtig viel transportieren möchte, der klappt die Rücksitze einfach um und hat dann einen kleinen City-Laster zur Verfügung. Außen sehr kompakt, von innen ein wahres Raumwunder! Praktisch, komfortabel und vor allem sehr geräumig. Fahrer und Beifahrer haben ausreichend Platz, Kopf- und Beinfreiheit.

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Unter die Motorhaube kommen derzeitig zwei Benziner, sowie ein Turbodiesel. Der Käufer hat die Qual der Wahl zwischen dem Einstiegsbenziner mit 1,2 Liter Hubraum und 80 PS, dem DIG-S Modell mit Kompressor und 98 PS oder halt den 90 PS starken 1,5 Liter Diesel. Die Verbrauchswerte werden von Nissan zwischen 3,6 Liter (Diesel) und 4,7 Liter (80 PS Benziner) angegeben.

Kompressor? Was macht denn so ein Kompressor?

Der Kompressor ist nichts anderes als ein mechanischer Lader, der mit Druck mehr Luft in die Brennräume vom Motor befördert. Mehr Luft sorgt für einen besseren Füllungsgrad. Durch den höheren Füllungsgrad stehen mehr Leistung und somit auch ein besserer Wirkungsgrad zur Verfügung.

In welche Klasse passt der Nissan Note?

Während der Vorgänger noch ein Mini-Van sein wollte, darf der neue Nissan Note nun in den Gefilden vom Ford Fiesta und Co. wildern. Etwas preisgünstiger platziert überzeugt der Nissan Note allerdings auch noch durch technische Gimmicks aus der automobilen Oberklasse:

360° Kamera! Damit wird das Einparken wahrlich zum Kinderspiel. Eine Kamera im Kühlergrill, jeweils eine Kamera in den Außenspiegeln und eine (sich selbstreinigende Kamera) im Heck sorgen dafür, dass das System eine Art „Vogelperspektive“ erzeugt. Wahlweise kann man sich z.B. auch nur die rechte Seite anzeigen lassen und fährt somit auch nicht mit den Felgen an den Bordstein.

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Über die hintere Kamera hat man auch einen Spurhalte-Warner und einen Totwinkel-Warner realisiert. Wer schon mal ein Radar-gestütztes System gefahren ist, wird hier Abstriche machen müssen – jedoch ist das Nissan System definitiv besser, als gar keine Unterstützung. Wer das Feature (der Piepton erinnert entfernt an einen alten Braun – Wecker) nicht möchte, kann es einfach abschalten.

Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte auch die elektrischen Fensterheber für hinten deaktivieren. Einen Einklemmschutz hat man beim Nissan Note nicht verbaut, die Kinder könnten sich also „beim Spielen“ die Finger klemmen. Kindersitze haben hinten ausreichend Platz und die sich weit öffnenden Türen sorgen dafür, dass Eltern ihre Kinder auch gut in Kindersitze setzen können. Aufpassen muss man natürlich mit den Kleinen auf Parkplätzen, schnell landet eine, sich derartig weit öffnende Tür, schon mal im Fahrzeug daneben und schon hat man einen Fall für die Versicherung.

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Bei der Versicherung rechnet man auch mit günstigen Einstufungen. Diese sind derzeitig noch nicht bekannt, da das Fahrzeug erst im Oktober auf den Markt kommen wird.

Dank Nissan Connect wird auch die neue Technik in den Nissan Note einziehen. In der Kombination aus einem  Infotainmentsystem mit dem Navigationssystem gibt es zusätzlich noch Bluetooth, USB, iPod oder iPhone Anschlüsse. Ist das Smartphone mit dem Nissan Note gekoppelt, kann man auf die „Send-to-Car“ Funktion von Google zurückgreifen. So kann man z.B. die Urlaubsroute schon von zu Hause aus planen (eventuell auch einfach nur eine schöne Tour, einen Ausflug ins Grüne, der Weg zum Freibad mit dem Rückweg an der Eisdiele vorbei…) und sich direkt ins Auto schicken. Das Navi funktioniert gut, lässt sich intuitiv bedienen und es zeigt auch im Ausland die jeweiligen Höchstgeschwindigkeiten an. Damit haben Systeme anderer Hersteller häufiger Probleme, ein Kompliment an Nissan dafür.

Das gilt auch für das Fahrzeug. Einsteigen, umsehen, verstehen und los fahren. Die Gurte sind in der Höhe einstellbar, das gilt auch für das Lenkrad, welches sich ebenfalls manuell in der Höhe verstellen lässt. Das ist wichtig, schließlich sollte jeder schnell und einfach seine ideale Sitzposition finden.

Der von mir getestete Nissan Note 1.2 DIG-S verfügte über einen Keyless-Go System inkl. Motorstartknopf, der Schlüssel kann somit in der Tasche bleiben. Beim Start ist der Nissan Note im „ECO“ Modus, eine blaue LED Leiste signalisiert dem Fahrer, dass er nun im Sparmodus unterwegs ist. In genau diesem Modus habe ich sogar fast den NEFZ-Wert erreicht, was bei Fahrveranstaltungen eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist.

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Ausstattungshighlights: Panorama-Glasdach! Auch wenn sich dieses nicht öffnen lässt, lässt es viel Licht in den Innenraum und erhöht das Gefühl von Raum und versüßt die Fahrzeit im Nissan Note. Serienmäßig ist ein Tempomat verbaut. Dieses Feature ist in der Preisklasse normalerweise auch nicht üblich und dann sind da natürlich auch die drei Sicherheits-Features: Spurhalte-Assistent, Tot-Winkel-Warner und die 360° Kamera, die man sonst in dieser Klasse, bei vielen anderen Herstellern, nicht hinzu konfigurieren kann.

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Fazit: Ein gutes Auto, nicht nur für Familien mit Kind und Kegel, für einen besonders attraktiven Basispreis von 13.990 Euro. Wer die oben erwähnten Sicherheitsfeatures und die 360° Kamera hinzu konfiguriert, wird ein paar Tausender mehr ausgeben. Der Nissan Note ist ein Fahrzeug für Stadt und Land und in der Disziplin schlägt er sich verdammt gut, wenn man mit der Zuladung von ca. 400 kg auskommt.

Kommen wir zu den anderen Beiträgen im Netz über den neuen Nissan Note:

Björn Tolksdorf ist Autotester von Motortalk.de, dem vermutlich größtem Auto-Forum in Deutschland. Das Forum glänzt nicht nur durch eine aktive Community, nein auch durch eigens produzierte Inhalte auf höchstem Niveau. Björn kenne ich nun schon seit einigen Jahren und er ist mir stets positiv aufgefallen. Er ist ein Zahlenmensch, lässt sich nicht so leicht beeindrucken, daher war ich sehr gespannt auf sein Urteil: „Dieser Nissan gefällt durch seine geräumige Note. Der neue Nissan Note ist kürzer als der Weg zur Haustür, bietet aber mehr Platz als mancher Kompakt-Kombi.“ Damit will Björn bestimmt auf das maximale Volumen von etwas über 2000 Liter anspielen welches realisiert wird, wenn man alle Sitze umlegt.

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Mit meinem Kollegen Jan Gleitsmann teile ich mir sehr häufig die Testfahrzeuge, er ist ebenfalls Familienvater und achtet somit in seinen Testberichten auch immer verstärkt auf die Möglichkeiten, die Kinder anzuschnallen, die Stromanschlüsse im Fond usw. – ein kleines Highlight hat er auch noch gefunden: „Auch sind die kleinen Tischen am Rücken der Vordersitze schön, damit die Lütten (Kinder) beim Fahren auch mal malen können (gute Eltern) oder eben das Nintendo aufstützen können (böse Eltern!). Die in der Mitte versteckte Mittelarmlehne sorgt zudem für einen Ruheschutzwall zwischen den (natürlich nur temporär) verfeindeten Geschwistern.“ Kritisiert hatte Jan allerdings die losen Gurtpeitschen, die es den Kindern nicht gerade leicht machen, sich selbst anzuschnallen.

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Ich selber habe zu dem Fahrzeug auch schon einen Fahrbericht geschrieben. Aus Ermangelung an zitier-fähigen Quellen (auf Grund der noch ungeklärten Rechtslage bzgl. des Leistungsschutzrechts verzichte ich hier bewusst auf Zitate von Verlagsangeboten), darf ich mich hier einmal kurz selbst zitieren: „Wer sparsam von A nach B kommen möchte, dabei einen leicht erhöhten Platzbedarf hat, der fährt mit dem Nissan Note prima, sein Revier ist die Stadt und hin und wieder wird er auch gerne mal über die Landstraße bewegt. Diese Aufgaben bewältigt er mit Bravur, egal ob nun zum Kindergarten oder zur Kur. Generation Kassette dürfte sich über die Mittelarmlehne freuen, Generation Facebook über die Tatsache, dass nicht nur Klinke, sondern auch USB den MP3 Player mit dem Nissan Note verbindet. Natürlich funktioniert auch das Bluetooth-Streaming und selbst die Spotify-iPhone App stellt das Infotainmentsystem vor keine Schwierigkeiten.“

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Fotos: Jens Stratmann / Fahrbild: Jan Gleitsmann

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