Neuwagen der Woche: Die neue Mercedes-Benz S-Klasse – das beste Auto der Welt?

Die S-Klasse gilt als das „beste Fahrzeug der Welt„, dies ist kein Zitat von mir, sondern von vielen, vielen anderen. Ich möchte heute mit besonders vielen Zitaten arbeiten. Zitate von Mitarbeitern von Mercedes-Benz, die ich gerne etwas beleuchte und natürlich gibt es unten auch wieder Zitate von weiteren Auto-Testern, die das Glück hatten, die neue S-Klasse in Toronto schon fahren zu dürfen.

Sprechen wir kurz über das ursprüngliche Zitat: „Die Aufgabenstellung war nicht Sicherheit oder Ästhetik, Leistung oder Effizienz, Komfort oder Dynamik. Sondern in jeder Dimension war unser Anspruch: Das Beste oder nichts. Kein anderes Auto steht so für das Markenversprechen von Mercedes-Benz wie die S-Klasse“. Das hört man Dr. Dieter Zetsche sagen, Vorstandsvorsitzende der Daimler AG und ganz nebenbei auch noch Leiter von Mercedes-Benz Cars.

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Das Beste oder nichts, was macht das Beste aus?

Für Mercedes-Benz muss es wahrlich schwierig sein, muss man sich ja mit jeder neuen S-Klasse wieder selbst übertreffen. Designchef Gorden Wagener vermeldet: „Schon imer war das moderne Design der S-Klasse Ausdruck von Luxus und automobiler Erhabenheit…“ und ergänzt noch: „Stilvolle Sportlichkeit und sinnliche Formen … machen die S-Klasse zu einer wahren Design-Ikone“

Beim Testen achte ich in der Regel etwas weniger auf das Design. Design ist schließlich auch Geschmacksache und darüber soll man sich bekanntlich nicht streiten. Beim Test der neuen Mercedes-Benz S-Klasse habe ich mich eher auf die Haptik, die Technik und den Luxus besonnen, der einen bei einer Mitfahrt widerfährt. Doch die S-Klasse ist mehr als nur Luxus auf Rädern. Wer sich nicht ablenken lässt von den augenscheinlichen Features, entdeckt viele kleine Details, die in der Gesamtheit vermutlich das machen, was die S-Klasse gerne sein möchte: Das Beste oder nichts!

Fangen wir mit einem ganz kleinen Bauteil an, mit einer LED. Eine Leuchtdiode allein macht noch nicht viel Licht. In der neuen S-Klasse sind deswegen fast 500 Stück verbaut, die sich um die Beleuchtung von Straße, Fahrzeug, Innen- und Kofferraum kümmern. Dabei sind es „nur“ bis zu 56 pro Scheinwerfer, im Innenraum sorgen ca. 300 LEDs für die Innenraumbeleuchtung (inkl. Ambiente-Light).

Die Rückleuchten bieten ebenfalls ein Feature für die anderen Verkehrsteilnehmer: Das Bremslicht wird bei Nacht oder beim Wartevorgang an einer roten Ampel gedimmt, somit werden die anderen Verkehrsteilnehmer nicht mehr so stark geblendet.

Der Fahrer hat sowieso eine gute Sicht, darum kümmern sich optional das adaptive Fernlicht-System oder der Nachtsicht-Assistent-Plus. Wer diesen verbaut hat, sieht auf dem 31,5 cm breiten 8:3 Bildschirm die Nachtschwärmer etwas eher. Fußgänger und Radfahrer wurden bei unserem Test gut und fehlerfrei erkannt.

Einparken könnte die S-Klasse allein. Wer sich selber traut, kann auf eine 360° Kamera zurückgreifen, welche das Thema „Rundumsicht“ erledigen dürfte.

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Sprechen wir über den Verbrauch, sprechen wir am besten mit Prof. Dr. Thomas Weber, Daimler-Vorstand für Konzernforschung der gleichzeitig Leiter der Mercedes-Benz Cars Entwicklung ist. „Die neue S-Klasse erreicht Verbrauchswerte, die vor wenigen Jahren selbst in der Mittelklasse utopisch schienen!“ – Das stimmt!

In Toronto sind wir zwei Tage lang den S500 in der langen Ausführung gefahren. 4,7 Liter Hubraum, 455 PS und ein Drehmoment von 700 Nm sorgen für den Vortrieb. In 4,8 Sekunden beschleunigt diese S-Klasse von 0 auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt.

In Kanada haben wir diese nicht erreicht, waren dafür allerdings auch nicht weit entfernt von dem NEFZ-Wert. Mercedes-Benz gibt beim S500 (der in den USA S550 heißen wird) einen Verbrauch von 8,6 Liter Super-Kraftstoff auf 100 km an, bei unserem Testfahrten lagen wir oft zwischen 10 und 11 Litern.

Ich hatte gerade schon das Stichwort USA fallen lassen, ja – die neue Mercedes-Benz S-Klasse ist ein Fahrzeug für Amerika, China oder Japan. „Ein Fahrzeug für zwei Welten“, einmal für diejenigen die gerne selber fahren und dann für die, die sich lieber fahren lassen. Beide werden sich wohl fühlen in der S-Klasse, wenn das Design den eigenen Geschmack trifft.

Von der Haptik, von der Verarbeitung und von der Bedienung gibt es kein Gründe zur Beanstandung. Diejenigen die sich immer ein Touchscreen für die Command Online Bedienung gewünscht haben, können nun ganz einfach über eine iPhone-App genau dieses bedienen, optional aber auch auf eine Fernbedienung zur Hand nehmen. Ich spreche natürlich von den Passagieren, die es sich hinten bequem gemacht haben.

Optional sitzt man in der neuen S-Klasse besser und sicherer als in Abrahams Schoß, Gurtairbags schützen das Leben, Massagesitze versüßen es – auf Wunsch auch gerne mit einer „Hot-Stone-Massage“.

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Das Trommelfell wird in der S-Klasse auch massiert, nicht etwa von dem V8 Motor unter der Haube, den hört man (leider) kaum. Wer sich für die Burmester 3D Soundanlage entscheidet, wird einen Konzertsaal auf 4 Rädern besitzen. Glasklarer, druckvoller Sound. Etwas besseres habe ich, in einem serienmäßig hergestellten Fahrzeug, noch nicht gehört. Wer mehr Motoren-Sound haben möchte, darf ab September zum S63 AMG greifen, noch mehr Leistung – dafür dann auch mehr V8-Sound.

Gut zugehört habe ich allerdings, als es um die Sicherheitssysteme ging. Pre-Safe genannt, schützen diese nicht nur Fahrer und Mitfahrer, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Die Technik der neuen Mercedes-Benz S-Klasse versucht Unfälle zunächst zu verhindern, zu minimieren oder die Schäden erheblich zu reduzieren.

So gibt es zum Beispiel eine Fußgänger-Erkennung mit einer autonomen Bremsung (bis zu Geschwindigkeiten von 50 km/h) und selbst während der Fahrt achtet die Technik auf den rückwärtigen Verkehr. Droht eine Heckkollission, wird zunächst versucht, genau diese durch ein schnelles Warnblinken zu verhindern. Gelingt das nicht mehr, dann bremst sich das Fahrzeug fest und versucht so ein Schleudertrauma zu verhindern.

Wenn es doch mal krachen sollte, dann wirkt ein neues Gurtsystem der Insassenverzögerung entgegen. Auch dadurch wird das Verletzungsrisiko und die Schwere der Verletzungen reduziert.

Wie macht die neue Mercedes-Benz S-Klasse sowas? Sie hat halt ihre Augen, bzw. die Kameras und Sensoren überall. In der Frontscheibe sitzt eine Stereo-Kamera, in den Außenspiegeln jeweils eine und im Heck ist auch eine Kamera untergebracht.

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Sicherheit hat seinen Preis?

Mit Sicherheit spielt hier auch das Thema „Luxus, Lifestyle und Lebensgefühl“ eine Rolle! Die S-Klasse startet in Deutschland (als S 350 BlueTec mit kurzem Radstand) ab 79.789,50 Euro. Das von uns gefahrene Testfahrzeug dürfte ca. das Doppelte gekostet haben.

Der Basispreis vom S 500 mit langem Radstand liegt in Deutschland bei 107.635,50 Euro. Wer gibt soviel Geld für ein Automobil aus? Ich darf Dr. Joachim Schmidt zitieren. Als Mitglied der Mercedes-Benz Cars Geschäftsleitung ist er im Bereich Vertrieb und Marketing tätig: „Die S-Klasse ist nicht nur die Speerspitze von Mercedes-Benz, sondern der automobilen Entwicklung schlechthin. Und das seit Jahrzehnten. Daher ist die S-Klasse auch das meistverkaufte Luxusfahrzeug der Welt.“

Schauen wir uns, bevor wir die anderen Auto-Tester, Blogger und Onliner zitieren, noch kurz die wichtigsten Neuheiten der S-Klasse auf einem Blick an:

Distronic Plus mit Lenkassistent und Stop&Go Pilot! Ja, die S-Klasse kann nun halbautonom im Stau bremsen, anfahren und dem Vordermann folgen. Hoffentlich findet man dieses Feature demnächst in vielen weitern Fahrzeugen wieder, die S-Klasse gilt ja nicht umsonst als Technologieträger.

BAS PLUS mit Kreuzungsassistent! Die S-Klasse merkt nun auch, wenn ein Fahrzeug die eigene Spur kreuzen möchte und warnt den Fahrer davor. Der aktive Spurhalte-Assistent lenkt gerne etwas mit, am Anfang eventuell etwas ungewohnt, hat es mir bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr gut gefallen mich „führen“ zu lassen.

Die 360° Kamera ist über jeden Zweifel erhaben, das gleiche gilt auch für die anderen Assistenz-Systeme die Leben retten sollen.

Perfekt ist die Burmester High End 3D Surround Anlage mit Frontbass.

Das neue „sehende“ Fahrwerk mit dem schönen Namen „Magic Body Control“ muss man noch einmal in Deutschland Probe fahren, auf dem Testgelände hat es prächtig funktioniert. Bodenschwellen z.B. werden erkannt und einfach „glattgebügelt“. Die S-Klasse verstellt die Dämpfer einfach, bevor das Hinderniss überfahren wird und so bekommen Fahrer und Mitfahrer davon fast nichts mehr mit. Das System funktioniert nur bei guter Sicht (am Tag) und bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h. Im Sportmodus, den man optional auch auswählen kann, muss man auf diesen Reise-Luxus (natürlich) verzichten.

Den Sitzkomfort muss man erlebt haben, wenn demnächst also die S-Klassen beim Händler stehen, einfach mal träumen gehen, denn träumen bleibt auch weiterhin kostenlos.

Kostenlos aber nicht umsonst, nun die Meinungen der weiteren Automobil-Blogger:

Moritz Nolte schreibt im Automobil-Blog z.B.: „Die neue Mercedes S-Klasse fährt nicht, sie gleitet. Durch die Luft. Sie ist also der Graf Zeppelin der Straße! Seit jeher auf maximalen Komfort ausgerichtet, gleitet die S-Klasse über die Straßen und ausladenden Highways von Toronto. Selbst bei zügigeren Geschwindigkeiten (sofern man als Autobahn-verwöhnter Teutone die in Kanada vorherrschenden Geschwindigkeiten als “zügig” definieren kann) bleiben aus dem Luftwiderstand resultierende Geräusche und die Lärmbelästigung durch das gemeine Volk der weiteren Verkehrsteilnehmer in sehr erträglichem Maße.“

Die prominente Reisebloggerin Heike Kaufhold hat sich mit der S-Klasse auf die Suche begeben. Auf die Suche nach der längsten Straße der Welt und dabei ist ihr aufgefallen, dass: „auch wenn die Fakten sich seit Jahren schon geändert haben, der Mythos der Yonge Street als längste Straße der Welt andauert“ – das gleiche dürfte wohl auch für die S-Klasse gelten. In den letzten Jahren hat sich stets etwas verändert (außer das Kältemittel) und der Mythos ist ungebrochen.

Die Kollegen von fuenfkommasechs, gelten als die S-Klassen Experten, kein Wunder also, dass die beiden sich Gorden Wagnerer zur Brust genommen haben. Hinter diesem Link versteckt sich ein Interview mit dem Designchef. Für beide Schreiber ist allerdings schnell klar geworden: „Wir jedenfalls würden uns eine S-Klasse der neuesten Generation gerne vor (oder in?) unsere Garagen stellen…“

Spreche ich von Experten muss ich im Bezug auf Mercedes-Benz auch Philipp und Markus vom MB-Passion Blog erwähnen. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, die beiden arbeiten nicht für Mercedes-Benz, haben aber dafür vermutlich teilweise mehr Fachwissen, als man in Stuttgart gerne hätte. Der MB-Passion Blog ist natürlich voller Informationen über die neue Mercedes-Benz S-Klasse, hier gibt es z.B. Informationen zu den über 100 Stellmotoren, die in der S-Klasse verbaut sind.

Es gibt Autoblogger, es gibt Technikblogger, es gibt Lifestyleblogger usw. – kurz gesagt, fast jeder Blogger hat so sein Fachgebiet. Jan Gleitsmann sehe ich als Mischung zwischen Automotive-Technik und Lifestyle. Von Jan sind auch die Fahrbilder hier in diesem Beitrag, ich kann mich ja schlecht selbst beim Fahren fotografieren. Hier seine Meinung zur neuen Mercedes-Benz S-Klasse: „Den Kopf auf einem formidablen Sitzkissen ruhend, den Rücken per vorbeschriebener Massage-Funktion verwöhnend, fallen einem schnell die Augen zu. Die Sitzklimatisierung verhindert einen verschwitzten Rücken und im Winter heizt die Sitzheizung optional auch noch die Armauflagen. Wer ungestört vom Fahrer einen Film sehen will oder einfach nur Musik hören möchte, kann zu den Bluetoothkopfhörern greifen, die aber in Sachen Klangqualität nicht mal im Ansatz an die Burmester-Anlage herankommen. Das Rear-Entertainment-Paket kann man dabei per Fernbedienung oder aber auch iPhone.app bedienen. Letzteres bietet sich auf jeden Fall an, weil man so auch alle Texteingaben deutlich einfacher erledigen kann. Die Chef-Funktion im Fond wird auch dadurch belegt, dass man per Fernbedienung auch auf das zentrale COMAND Online zugreifen kann.“

Ohja, das Kopfkissen in der neuen S-Klasse hätte ich am liebsten direkt mitgenommen. Herrlich weich und ich darf gestehen, mir ist es kurz auch passiert, dass ich eingeschlummert bin, während Jan mich über die Straßen von Kanada chauffiert hatte. Hiermit beende ich mal die Zusammenfassung, denn sonst schlummert ihr noch ein. Auf der Social-Media-Seite von Mercedes-Benz gibt es für Interessierte noch mehr Blog-Inhalte zu dem Thema S-Klasse.

Die sonst erwähnten Versicherungseinstufungen muss ich euch noch schuldig bleiben, diese werden hier schnellstmöglich ergänzt.

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