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Dashcams auf dem Vormarsch

Dashcam

Die Nutzung von Dashcams bzw. Onboard-Kameras sind der neueste Trend im Auto.

An einer Ampel rollt der Wagen vor einem plötzlich zurück und es kommt zum Crash. Wie lässt sich nun beweisen, dass man selbst nicht aufgefahren ist?

Und es soll auch schon Menschen gegeben haben, die gegen das vor einer Ampel stehende Auto springen und danach Schmerzensgeld verlangen…

Auch hier ist es ohne Zeugen nicht gerade einfach nachzuweisen, dass einen keine Schuld trifft.

Dashcams – ein Trend aus Russland

Dashcams oder sogenannte Onboard-Kameras werden im Auto an der Frontscheibe oder direkt am Armaturenbrett angebracht und haben somit den perfekten Überblick über das Geschehen auf der Straße.

Der breiten Öffentlichkeit wurde die Nützlichkeit dieser Dashcams u.a. auch wegen der einzigartigen Aufnahmen des Meteoriteneinschlags bei Tscheliabinsk in Russland bekannt. Dort hat sich eine regelrechte Szene etabliert. Es landen täglich dutzende entsprechende Videos auf YouTube und anderen Plattformen.

Rechtliche Grauzone in Deutschland nach BGH-Urteil Mai 2018 klarer

Die Verwendung der Kameras und deren Nutzung zur Beweissicherung im Falle eines Schadenereignisses galt lange Zeit als rechtliche Grauzone. Das BGH-Urteil vom 15.05.2018 schafft nun jedoch etwas mehr Klarheit.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Verwendung von Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel vor Gericht zur Klärung von Verkehrsunfällen für zulässig erklärt (VI ZR 233/17).  Die Aufnahmen verstießen zwar gegen das Datenschutzrecht. Da aber Unfallbeteiligte ohnehin Angaben zu Person, Versicherung und Führerschein machen müssten, sei dies nachrangig. Das bedeutet aber nicht, dass man automatisch immer filmen darf. Das permanente Aufzeichnen bleibt aus Datenschutzgründen nach wie vor unzulässig. Diese Unzulässigkeit führt jedoch nicht dazu, dass die Bilder in Zivilprozessen nicht verwertet werden dürfen. Es sei immer eine Frage der Abwägung im Einzelfall.

Zuvor gab es bereits einzelne Urteile in denen Aufnahmen als Beweismittel vor Gericht zugelassen wurden wie z.B. in einem Fall mit einer Videokamera, die am Helm eines Fahrradfahrers angebracht war. Die Aufnahme wurde als Beweismittel vor Gericht zugelassen, da der Fahrerfahrer die Kamera nicht montiert hatte, um auf etwaige Unfälle vorbereitet zu sein (wie es der Fall in Russland ist), sondern um seine kühne Fahrradtour zu dokumentieren.

Ich habe mir aus Neugierde auch mal solch eine Dashcam gekauft

Eine kurze Google-Recherche zeigt, wie sehr das Angebot aktuell explodiert: Ab 99,-€ ist schon eine gute Onboard-Kamera zu bekommen, ich habe 129,-€ bezahlt.

Die von mir verwendete Variante hat zusätzlich zur nach vorn gerichteten Kamera ein weiteres Objektiv für den Fahrzeuginnenraum, sowie Mikrofon, Bewegunssensoren und GPS-Tracker.

Die Fahrten können somit nicht nur im Falle eines Unfalles jederzeit inkl. Google-Maps-Verbindung nachgestellt werden. Der Bewegungssensor lässt sich so einstellen, dass die Aufnahme automatisch beginnt, sobald das Fahrzeug bewegt wird.

Update: Mai 2018

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