Dashcams auf dem Vormarsch

Dashcam

Die Nutzung von Dashcams bzw. Onboard-Kameras sind der neueste Trend im Auto.

An einer Ampel rollt der Wagen vor einem plötzlich zurück und es kommt zum Crash. Wie lässt sich nun beweisen, dass man selbst nicht aufgefahren ist?

Und es soll auch schon Menschen gegeben haben, die gegen das vor einer Ampel stehende Auto springen und danach Schmerzensgeld verlangen…

Auch hier ist es ohne Zeugen nicht gerade einfach nachzuweisen, dass einen keine Schuld trifft.

Dashcams – ein Trend aus Russland

Dashcams oder sogenannte Onboard-Kameras werden im Auto an der Frontscheibe oder direkt am Armaturenbrett angebracht und haben somit den perfekten Überblick über das Geschehen auf der Straße.

Der breiten Öffentlichkeit wurde die Nützlichkeit dieser Dashcams u.a. auch wegen der einzigartigen Aufnahmen des Meteoriteneinschlags bei Tscheliabinsk in Russland bekannt. Dort hat sich eine regelrechte Szene etabliert. Es landen täglich dutzende entsprechende Videos auf YouTube und anderen Plattformen.

Rechtliche Grauzone in Deutschland

Bei uns werden es die Dashcams wahrscheinlich schwerer haben. Die Verwendung der Kameras und deren Nutzung zur Beweissicherung im Falle eines Schadenereignisses gilt noch als rechtliche Grauzone.

Aktuell gab es ein erstes Gerichtsurteil in einem Fall mit einer Videokamera, die am Helm eines Fahrradfahrers angebracht war. Die Aufnahme wurde als Beweismittel vor Gericht zugelassen, da der Fahrerfahrer die Kamera nicht montiert hatte, um auf etwaige Unfälle vorbereitet zu sein (wie es der Fall in Russland ist), sondern um seine kühne Fahrradtour zu dokumentieren.

Dieses Urteil ist jedoch nicht gemeingültig. Es liegt demnach in dem Ermessen jedes einzelnen Gerichts, ob solch ein privates Video für die Beweisführung zugelassen wird.

Ich habe mir aus Neugierde auch mal solch eine Dashcam gekauft

Eine kurze Google-Recherche zeigt, wie sehr das Angebot aktuell explodiert: Ab 99,-€ ist schon eine gute Onboard-Kamera zu bekommen, ich habe 129,-€ bezahlt.

Die von mir verwendete Variante hat zusätzlich zur nach vorn gerichteten Kamera ein weiteres Objektiv für den Fahrzeuginnenraum, sowie Mikrofon, Bewegunssensoren und GPS-Tracker.

Die Fahrten können somit nicht nur im Falle eines Unfalles jederzeit inkl. Google-Maps-Verbindung nachgestellt werden. Der Bewegungssensor lässt sich so einstellen, dass die Aufnahme automatisch beginnt, sobald das Fahrzeug bewegt wird.

Ich hoffe darauf, dass sich die rechtliche Grauzone zügig aufklart und Dashcams auch bei uns in Gerichtsverfahren zugelassen werden. Natürlich hoffe ich auch, dass ich keinen Unfall haben werde, aber sollte mir doch mal jemand an der Ampel einfach so gegen mein Auto springen, könnte ichs zumindest beweisen, wenn schon nicht nachvollziehen!

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