Neuwagen der Woche: Toyota GT 86

Ich kann mich noch wahrlich gut an meine erste Fahrt mit dem Toyota GT 86 erinnern: Es war der 28.06.2012! Warum ich das so genau weiß? Nun, Deutschland hatte damals gegen Italien im Fußball verloren und ich habe an dem Tag ganz nebenbei auch noch Geburtstag. Es war also eine ganz besondere Probefahrt. Und der Toyota GT 86 ist ja auch ein ganz besonderes Fahrzeug.

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Vor ca. 45 Jahren feierte der heute legendäre Toyota Sportwagen 2000GT seinen Marktstart. Damals haben genau 351 Kunden zugeschlagen. Inzwischen wissen wir, dass Toyota vom GT 86 deutlich mehr Fahrzeuge (bis dato über 2200 Einheiten) abgesetzt hat. Kein Wunder! Der Toyota GT86 verfügt über eine herausragende Agilität, bietet einen hohen Fahrspaß und lässt sich dank Hinterradantrieb sowie einer optimalen Achslastverteilung (von 53:47 Prozent) sehr sportlich fahren.

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Der 2,0 Liter 4-Zylinder Boxermotor verfügt über 200 PS und auch wenn die Werte (0 auf 100 km/h in 7,6 Sekunden) nun keinen reinrassigen Sportwagen erkennen lassen, hat Toyota einen Volkssportwagen auf die Räder gestellt. Mit einer Länge von 4,24 Metern, einer Breite von 1,78 Metern und einer Höhe von 1,29 Metern zeigt sich der GT 86 mit sportiven Abmessungen. Das Kofferraumvolumen von 243 Litern verrät: Mit dem Toyota GT 86 wird man keinen Umzug bewältigen können, doch sein Revier sieht auch ganz anders aus:

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Eine Landstraße früh morgens, die Bergstraßen nach Italien, ein paar Pässe hier, ein paar Kurven dort. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h kann man auf der Autobahn gut mitschwimmen aber keine Rekorde aufstellen. Will man mit dem Fahrzeug auch gar nicht und haptisch fühlt man sich in dem Toyota GT 86, nicht zuletzt wegen der tiefen Sitzposition, sowieso schneller als man wirklich ist.

Das liegt vermutlich auch an der gelungenen Zusammenstellung: Boxermotor vorne – Antrieb hinten. Während viele Hersteller nun auch bei sportlichen Fahrzeugen auf den Frontantrieb setzen, bleibt Toyota klassisch! Die 200 PS reichen für ein Leergewicht von gerade mal etwas über 1,2 Tonnen vollkommen aus. Die  294er Bremsscheiben an der Vorderachse und die  290er Bremssscheiben an der Hinterachse kümmern sich im „Ernstfall“ um die nötige Verzögerung. In den Radkästen drehen sich serienmäßig 17″ Felgen, hier hätte es für meinen Geschmack ruhig noch eine Nummer größer sein dürfen. Größere Räder gibt es gegen Aufpreis auch.

LED Tagfahrleuchten und LED Rückleuchten. Der Wirkungsgrad der LED ist unbestritten, hier verpufft die Leistung nicht durch die Umwandlung in Wärme und gerade bei den Bremsleuchten machen die schnell agierenden LEDs ja sowieso Sinn und sind somit auch ein Sicherheitsgewinn. Bei den Scheinwerfern setzt der Hersteller auf die bewährte Xenon-Technik, sicherlich auch aus Gründen der Finanzierbarkeit, denn der Toyota GT 86 wird zu einem Preis ab etwas über 30.000 Euro angeboten.

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Nimmt man Platz, sitzt man auf bequemen Sportsitzen, die gleichzeitig einen guten Seitenhalt bieten. Während der Fahrer zum Leder-Volant greift und den Toyota GT 86 durch die Kurven scheucht, kümmert sich das Sportfahrwerk um den notwendigen Kontakt zur Fahrbahn. Das Elektronische Stabilitätsprogramm regelt „sportlich spät“, fängt übermütige Fahrer dann aber doch noch rechtzeitig ein. Sollte es doch einmal zu einem Unfall kommen, werden Fahrer und Beifahrer von bis zu 7 Airbags geschützt.

Fahrer und Beifahrer? Wie sieht es auf der Rückbank aus? Da sind Notsitze, auf die ich allerdings nicht einmal meine kleinen Kinder setzen wollen würde. Seht diese einfach als Vergrößerung des Kofferraums an. Dort kann man prima eine Sporttasche unterbringen oder halt den Einkauf.

Fazit: Der Toyota GT 86 zeigt sich wendig, flott und gefällig auffällig. Nicht nur bei der ersten Probefahrt ist mir aufgefallen, dass die Leute zum Toyota GT 86 schauen. Optisch schön gezeichnet, hält der Toyota GT 86, was er verspricht. Die Verarbeitung ist gut, der Verbrauch mit ca. 7-9 Litern im vertretbaren Rahmen und inzwischen gibt es auch einige Betriebe, die sich auf das Toyota GT 86 Tuning spezialisiert haben.

Werfen wir nun einen Blick über die Schulter bzw. über den Tellerrand und schauen was die Kollegen so über den GT 86 von Toyota geschrieben haben:

Björn Tolksdorf ist „eigentlich“ gar kein Blogger, er sitzt in der Motor-Talk Redaktion. Motor-Talk dürfte bekannt sein, das vermutlich größte deutschsprachige Automobil-Forum. Dort gibt es eine gut aufgestellte Redaktion und erfahrene Tester. Björn ist einer davon und da ich ihn persönlich kennen und schätzen gelernt habe, darf seine Meinung hier natürlich nicht fehlen: „Mit dem GT86 wollte Toyota etwas fürs Image tun, zeigen: Der Hybrid-Weltmarktführer kann auch anders. Und konzentrierte sich nicht auf das Naheliegende: Einen möglichst schnellen Sportler zu bauen. Lieber bauten die Japaner das Auto unter 30.000 Euro, das sich am meisten nach Sportwagen anfühlt.“

Fabian Meßner ist ein Querdenker, er mag halt das driften und vermutlich ist auch seine Devise: „Fährst du quer, siehst du mehr!“ und er zeigt sich ähnlich begeistert wie ich: „Es war eine gute Entscheidung von Toyota wieder ein Sportcoupé zu bauen, dass zudem auch sparsam unterwegs sein kann, es gibt sicherlich Makel, ein Klappern des Armaturenbretts wird wohl nach 20.000 Kilometer oder auch ein wenig mehr nicht auszuschließen sein. Meine Erwartungen an das Auto wurden übertroffen, es ist kein Luxuswagen, es ist ein Spaßauto, das auch im Alltag genutzt werden kann. Ich bin dann mal 30.000 Euro zusammen suchen.“

Normalerweise verwöhnt Can Struck seine Leser immer mit wunderschönen Fotos. Ab und zu experimentiert er auch, ob das der Grund ist, warum er beim Toyota GT 86 ein nasses Fahrzeug abgelichtet hat? Sein Fazit und seine Vergleiche sprechen allerdings Bände: „Der Toyota GT86 fühlt sich also, wenn man ihn so pilotiert, irgendwie nach 911er an. Für einen Bruchteil des Preises. Ja, er hat auch nur einen Bruchteil der Leistung (200PS), einen Bruchteil des Hubraums (2.0L Boxer) und einen Bruchteil der Beschleunigung (7,6 sec von 0 auf Hundert) und nur einen Bruchteil des Top-Speeds (226km/h Spitze) – genaugenommen ist er sogar unsportlicher als der Mercedes A250 Sport, den ich zuletzt hatte. Doch das spielt alles keine Rolle. Wie ich schon beim Suzuki Swift Sport gesagt habe: Subjektiv und Objektiv sind zwei paar Schuhe. Subjektiv fühlt sich der GT86 schnell und sportlich an.“

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Was bleibt mir noch zu sagen? Ich hoffe immer noch, dass Toyota den GT 86 nun auch als Roadster bzw. als Cabrio auf den Markt bringt (eine Toyota GT 86 Cabrio Studie hatten die Japaner ja bereits gezeigt).

Falls ihr euch für den Toyota GT 86 interessiert, könnt ihr hier schauen, wie hoch der Versicherungsbeitrag ist.

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