Neuwagen der Woche: 2013 Seat Leon FR

Oft spricht man von der Golf-Klasse! Die Marke Volkswagen hat es tatsächlich geschafft dem Kompakt-Segment mit dem Golf einem Stempel aufzudrücken. Immer wieder versuchen andere Hersteller in dieser, wahrlich hart umkämpften, Klasse zu bestehen. Wenige reichen an die Qualitäten des VW Golfs ran, jedoch es gibt da die reizende spanische Konzerntochter, die hat nicht nur Feuer im Blut, sondern auch Augen aus Glut.

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Aufpreispflichtig (990 Euro) sind die LED Scheinwerfer, aber jeden Cent wert! Das Licht phänomenal, die Optik unbezahlbar und das auch noch mit dem Wissen, dass die Energie nicht mehr in Wärme, sondern Lichtleistung umgewandelt wird. Es sind diese Scheinwerfer, die mich direkt in den Bann gezogen hatten, vor allem, weil SEAT diese Scheinwerfer damals (genauso wie Audi) noch vor dem VW Golf 7 auf den Markt gebracht hatte. Mit 5300 Kelvin zaubern diese quasi ein Tageslicht auf die Straße, sind dabei noch blendfrei und auch die Wartung hält sich in Grenzen. Defekte Xenon-Brenner gehören damit der Vergangenheit an. Langzeiterfahrungen gibt es natürlich noch nicht, jedoch erwarte ich da nichts großartiges an Fehler- bzw. Mängelquellen.

Die Rede ist von dem Seat Leon SC in der FR-Ausstattung. Mit dem 1.8 TSI Motor unter der Motorhaube stehen dem Fahrer 180 PS zur Verfügung, das maximale Drehmoment von 250 Nm reicht zwar nicht für einen Stich beim Quartett-Spiel, aber um auf regennasser Fahrbahn die Elektronik zu testen, reicht der Vortrieb allemal. Der Durchzug stimmt, der Vortrieb ist sportlich und auf meiner, ganz persönlichen, Teststrecke hat mir der Seat Leon FR mit dieser Motorisierung verdammt viel Fahrspaß bereitet, bis der Regen eingesetzt hatte. Dann musste die Elektronik das ausgleichen, was mein schwerer Gasfuß nicht realisieren wollte: Straße nass, Fuß vom Gas!

Drive? Select!

Über den „Drive-Select“-Schalter konnte ich zwischen ECO und Sport wählen, die Wahl fiel mir sehr leicht – natürlich wählte ich Sport, denn wer in einem so rassigem Verführer sitzt, der möchte auch die volle Leistung spüren. Die Lenkung ist direkt, das Fahrwerk knackig und die einstellbaren Sitze bieten einen ausgezeichneten Seitenhalt.

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Der Tacho erinnerte mich auf den ersten Blick direkt an Audi! Was für ein Kompliment, oder? Das liegt unter anderem auch an der Tank-Anzeige, die nun aus mehreren weißen LEDs besteht. Die Instrumente sind gut sichtbar und klar ablesbar, das gilt auch für die Multifunkionsanzeige in der Mitte. Testen sollte man unbedingt mal den „Active Lane Assist“ – nicht weil ich euch nun dazu verleiten möchte, bei einer Autobahnfahrt die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Nein! Auf gar keinem Fall! Aber es hilft euch auch aktiv, wenn ihr mal nicht ganz so aufmerksam seid, wie es eigentlich sein müsste. Realisiert das System, dass ihr die weiße Linie überfahrt, dann lenkt es zurück. Habt ihr die Hände nicht am Lenkrad ertönt nach ein paar Sekunden ein Warnhinweis. Wer das System nicht benutzen möchte, kann es natürlich abstellen.

Verstellbar ist auch das Lenkrad. Dort ergonomisch untergebracht sind die Funktionstasten für Infotainment- / Bordcomputer- und weitere Systeme. Nicht verstellbar bleibt die Gurthöhe, ich hatte mit meiner Körpergröße von 1,75 kein Problem, eine gute Sitzposition zu finden. Mir bot der Seat Leon FR darüberhinaus sogar noch eine gute Kopffreiheit und auch im Fond ausreichend Platz.

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Mit einem Ladevolumen von 380 Litern kann der Seat Leon FR glänzen, klappt man die Rücksitze um steht ein Volumen von 1210 Liter zur Verfügung. Der Seat Leon FR bietet also mehr Platz, als man vermutet. Wer mit Kindern reist oder häufiger die hinteren Türen vermissen könnte, sollte sich im Produktportfolio vom Seat Leon umschauen, dort gibt es auch noch ein Modell mit 4-Türen und auf der IAA 2013 wird auch noch ein neuer Vertreter vorgestellt.

Das Einparken wird dank dem Einparkpiloten zum Kinderspiel, auch wenn ich mir hier eine Rückfahrkamera gewünscht hätte. Wie sehr man sich doch inzwischen auf die Hilfsmittel, „die ja kein Mensch braucht“ verlässt bzw. verlassen kann. Es bleibt allerdings auch dabei: Der Fahrer bleibt in der Haftung, egal was die Hilfsmittel oder das Navigationssystem gesagt haben / hat. Die Haftung muss der Fahrer auch für seinen schweren Gasfuß übernehmen. Der Seat Leon quittiert mit der Motorisierung diesen gerne mit zweistelligen Verbrauchswerten, dabei soll er auch sparsamer sein können, wenn man es denn will.

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Was die anderen Blogger zum Seat Leon FR gesagt haben? Das zeige ich euch jetzt in einem spannenden Überblick, denn dieses mal sind die Motorisierungen unterschiedlich:

Fabian Meßner von autophorie.de fuhr z.B. den Seat Leon SC 1.4 FR, 122 PS, 200 Nm und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 202 km/h auch kein langsamer Vertreter. Fabian gilt in der Branche nicht nur als Newcomer, sondern auch als „neuer Besen“ der natürlich gründlich kehren möchte. Er schaut also gerne mal ganz, ganz genau hin. Er hat wohl versucht den Lane-Assist in seine Schranken zu weisen und das auch geschafft: „Der Lane Assist hingegen verdient nicht ganz so viele Lorbeeren, hat er bei nicht durchgehender Seitenmarkierung (durch Witterung, Abnutzung, etc.) enorme Probleme die Spur zu halten. Bei Dunkelheit wird das Ganze noch verschärft, da assistiert er durch sanfte Lenkeingriffe nur noch bei leicht reflektierenden Seitenmarkierungen. Oberhalb von 80 km/h ist in flotten 90-Grad-Kurven dann auch Ende der aktiven Lenkunterstützung.“ – dem System sind natürlich Grenzen gesetzt und ich darf euch verraten, dass bei Dunkelheit sogar einige Assistenzssysteme der nigelnagelneuen S-Klasse die Funktion einstellen. Er hatte den Wagen auf Winterreifen getestet, somit habe ich die Beurteilung von Antrieb, Vortrieb und Fahrwerk nur kurz überflogen. Ja, es macht definitiv einen Unterschied ob man ein Fahrzeug auf Sommer- oder auf Winterbereifung testet.

Einer der scheinbar unzähligen Autoren von newcarz.de, nämlich Dennis, hat den Seat Leon FR auch mal eine Runde bewegt und in einem Punkt gebe ich ihm unbestritten Recht: „Besonders positiv zu erwähnen ist das „Seat Sound“ Soundsystem mit insgesamt 10 Lautsprechern, welches gegen einen Aufpreis von nur 290€ zu haben ist. Die Höhen und Bässe klingen anständig, viel besser als man es erwarten würde. Wer also auf gute Musik mit gutem Sound steht, aber trotzdem keine 1000€ für ein B&W, Bose und Co. Soundsystem ausgeben möchte, dem kann ich das „Seat Sound“ Soundsystem nur ans Herz legen.“  – das System klingt wirklich gut. Ich teste auch stets die Spotify-App via iPhone und Bluetooth und hatte mit dem Seat Infotainment-System keine Probleme.

Dietmar Stanka ist ein erfahrener Automobil-Journalist, er schreibt auf neuwagen.de und wie folgt über den Seat Leon FR: „Ein gelungenes Wägelchen hat Seat auf die Räder gestellt. Gut abgestimmt, weil trotz aller Sportlichkeit auch komfortabel, könnte der Leon SC auch die Jagd auf Golf und Co. eröffnen. Dies ist aber nicht nur seiner offensiven Preisgestaltung geschuldet, sondern auch dem sportlichen und dynamischen Design. Seat ist halt doch ein bisschen Alfa Romeo für Volkswagen. Wem die 180 PS zu viel sind oder wer lieber einen Diesel fährt, dem kann geholfen werden. Die Palette reicht von 90 bis 184 Diesel-PS und von 105 bis 180 Benziner-PS. Preislich startet der Leon SC bei 14.890 Euro und neben dem FR stehen drei weitere Ausstattungslinien zur Wahl.“

Der geschätzte Kollege Jan Gleitsmann schreibt unter auto-geil.de: „Mein Fazit: Flott von A nach B – das klappt auf jeden Fall vorzüglich mit dem 2013 SEAT Leon FR! Caramba! sage ich, denn das Platzangebot – selbst in der dreitürigen Ausgabe des spanischen Kompakten hat mich echt positiv überrascht. In Sachen Komfort und Verarbeitung macht man mit einem SEAT ja heutzutage dank modularem VW-Querbaukasten eh nicht mehr. Für mich ist der Leon FR ein sportlicher Zweitwagen für vierköpfige Familien oder aber ein sehr flottes Alltagsauto für das kinderlose Paar mit potential auch Freunde mal eine längere Strecke mitzunehmen.“

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