Autofarben: Woher kommen British Racing Green und Co?

Wie schön, ein Alfa Spider fährt im Abendlicht durchs Dorf… So eigentlich nichts besonders, würde ich sagen.

Roter Alfa Spider

Oh und hier ein Mercedes aus dem Konfigurator – aber der sieht seltsam aus – wo ist denn die Feuerwehrbeschriftung?

Rote C-Klasse von Mercedes-Benz

 Zwei Autos, zweimal in rot: Bei dem einen „muss“ das so sein, beim anderen sind wir seltsam berührt, leicht irritiert. Wie kommt das?

Gehen wir kurz 110 Jahre zurück:

Der amerikanische Zeitungsverleger Gordon Bennett initiierte ein jährlich als Länderwettkampf stattfindendes Autorennen auf öffentlichen Strecken. Zugelassen waren jeweils drei Autos pro Land, die auch komplett dort hergestellt sein mussten. Wie heute auch zum Beispiel beim „ESC“ („Grand Prix Eurovision de la Chanson“ klang melodischer) war das Land zur Austragung des nächstes Rennen verpflichtet, aus dem das Siegerauto des Vorjahres kam.

1902 gewann ein britischer Napier (bis 1925 ein Hersteller von Qualitätswagen, von Napier kam auch das erste Sechszylinderauto!), gefahren von Selwyn Edge – das Rennen des Folgejahres sollte also in England stattfinden.

Fatalerweise waren Autorennen in England jedoch verboten.

Die Engländer wichen also für den Gordon-Bennett-Cup 1903 auf die „grüne Insel“ aus. Autos waren zum damaligen Zeitpunkt hinsichtlich der Farbgebung üblicherweise auf schwarz, grau und ähnliches beschränkt – zum Rennen in Irland traten die Briten (wieder mit Napiers) jedoch als Hommage an die Gastgeber in der dortigen Landesfarbe, also mit grünen Rennwagen an – hier ist so einer dieser Jahrgangs mit gewaltigen 11,1 Liter Hubraum, furchteinflößenden 100 PS und gar schröcklichen 132 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Napier

1903 gewann übrigens der Belgier Camille Jenatzy (der „Rote Teufel“) auf Mercedes!

So begann die Kennzeichnung der Autos nach den Landesfarben ihrer Hersteller, später dann auch nach den Landesfarben der Fahrer des Autos, so wurden auch wir über die Jahrzehnte kollektiv „geeicht“.

Und das Ergebnis:

Silberpfeile: Silber

 Silberpfeile

Übrigens war eigentlich weiß die deutsche Rennfarbe. Zur Aufklärung des Wechsels, hier mehr.

Und Bugatti, Gordini, Renault Alpine,…? Blau!

 Bugattis

Ein Ferrari, Maserati oder Alfa sind natürlich rot: Rosso Corsa, hier zur Anschaulichkeit ergänzt mit einem französischen Talbot-Lago…

 Rosso Corsa

Für die Briten gilt weiter: British Racing Green „BRG“: Hier zum Beispiel: Old Number 5, ein Lagonda V12 Le Mans 1939.

Lagonda V12

In der englischsprachigen Wikipedia gibt es eine feine Tabelle dazu – anschauen lohnt sich!

So, und damit sich eure Augen auch beim aktuellen Mercedes wieder entspannen können:

 Aktueller Mercedes, normal in silber

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