Was muss man eigentlich beim Hybridfahrzeug Kauf beachten?

Der Neuwagen von heute ist der Gebrauchtwagen von morgen. Okay, damit erzähle ich euch nun wahrlich nichts neues. Doch während ich so über die IAA 2013 geschlendert bin, habe ich mir schon so meine Gedanken gemacht. Jeder von uns hat doch ein Handy, viele vermutlich auch ein Smartphone. Ihr kennt das Problem mit den „Akkus“, die dann irgendwann nicht mehr so lange halten?

Die Hybrid-Fahrzeuge, die nun auf der IAA 2013 ausgestellt werden und demnächst auf den Markt kommen, verfügen ebenfalls über einen Stromspeicher. Wenn diese neu sind, dann werden sie gut funktionieren. Da bin ich mir ziemlich sicher, doch was ist in 3-4 Jahren? Was in 8-10? Werden wir ein aktuelles Hybridfahrzeug in 30 Jahren als Oldtimer sehen? Verkommt das Automobil zur Wegwerf-Ware, so wie es das Handy inzwischen geworden ist?

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich habe inzwischen meine Smartphones nur noch 2 Jahre, bzw. bettel ich schon vor dem Vertragsablauf nach einem neuen Modell. Beim Automobil bin ich da treuer, mein aktuelles Fahrzeug (kein Hybrid) fahre ich nun seit etwas über 2 Jahren, den davor hatte ich genau 11. Doch hätte ich den auch 11 Jahre behalten, wenn es ein Hybrid-Fahrzeug gewesen wäre?

Hybridfahrzeuge gibt es übrigens nicht erst seit ein paar Jahren. In Japan gibt es schon seit dem Jahre 1997 diese Technik. Die Japaner haben damals auch mit dem Downsizing gezeigt, wie viel Leistung man aus den kleinen Motoren kitzeln kann. Die deutschen Hersteller ziehen aber nun fast alle nach.

Den Hybrid-Fahrzeugen gehört die Welt!

Das liegt unter anderem auch an der „lustigen“  EU-Norm, die somit utopische NEFZ-Werte ermöglicht – diese sind relativ weit von der Realität entfernt, sehen aber im Prospekt gut aus. Auf der anderen Seite braucht die Automobilindustrie diese Werte, um auch nach 2020 die Fahrzeuge noch auf den Markt bringen zu dürfen. In anderen Ländern gibt es Subventionen für Fahrzeuge mit einem niedrigen CO2-Ausstoß und natürlich auch noch Förderungsprogramme für reine Elektrofahrzeuge. Mercedes-Benz bringt mit dem S 500 ein Modell auf den Markt, welches sich von den Werten her sehen lassen kann, denn der Fahrspaß soll nicht auf der Strecke bleiben und das trotz Verbrauchswerten von 3,0 Liter auf 100 km!

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Ich kann mir gut vorstellen, dass die Käufer nun verunsichert sind. Sollte man einen Hybrid kaufen? Wie sieht es mit dem Wiederverkauf aus? Wie hoch ist der Wertverlust bei einem Hybridfahrzeug? Wie sieht es gar bei den Elektrofahrzeugen aus?

Da wird man zum Teil ja „nur“ Eigentümer des Fahrzeuges und muss die Batterie weiterhin mieten bzw. leasen. Hier sehe ich persönlich übrigens einen Vorteil für den Wiederverkauf, denn dann kann man ja eine „defekte Batterie“ bzw. eine, die nicht mehr über die notwendige Kapazität verfügt, ganz einfach tauschen lassen. Das funktioniert dann allerdings auch nur gemäß der Verträge der Hersteller und die werden dem Käufer dann schon zeigen, ob die Batterie schon „schlapp“ ist oder nicht.

Bei den Hybriden gibt es inzwischen die Allianz zwischen Benzin- bzw. Diesel-Motor und einem Elektroantrieb. Das System hat sich bewährt und einige Hersteller haben damit auch schon gute Erfahrungen gemacht.

Nachteil: Teure Technik und etwas mehr Gewicht! Vorteil: ein paar Kilometer ohne herkömmlichen Antrieb, weniger Schadstoffe und natürlich auch die Elektro-Boost Funktion.

VW trumpft nun auf der IAA 2013 auf und zeigt eine komplette Elektromobil-Flotte! Angefangen vom kleinen VW e-Up bis hin zum VW e-Golf. Bei BMW zeigt man mit dem BMW X5 eDrive einen ganz großen Hybriden. Den findet man auch in der Halle 3.1 am Stand von Mitsubishi, denn auch den aktuellen Mitsubishi Outlander gibt es als Plug-In Hybrid.

Bei BMW stellt man mit dem i3 den neuen Konkurrenten zum Opel Ampera und Nissan Leaf vor, mit dem i8 möchte man eher die Rennsportler treffen. Der kostet dann nur ein Bruchteil vom Porsche 918, aber hey – was kostet die Welt? An Gebrauchtwagen mit Elektro-Bausteinen wird es also in der Zukunft nicht mangeln, doch worauf sollte man achten?

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Ganz wichtig: Auf das Scheckheft achten!

Das sollte nun wirklich lückenlos geführt sein, vor allem sollte das Fahrzeug aber auch bewegt worden sein. Ein Hybridauto ist derzeitig auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt teurer als ein vergleichbares Fahrzeug, welches nur mit einem herkömmlichen Motor angetrieben wird. Bei den Hybriden sollte man auf jeden Fall die Funktion testen, falls möglich den Akku leer fahren und testen ob die Rekuperation funktioniert. Gibt das Fahrzeug keine Fehlermeldung ab, dann kann man als Laie auch schon nicht mehr viel testen. Traurig aber wahr, selbst Experten fällt es schwer z.B. die Batterie zu überprüfen. Bei den elektrischen Bauteilen hat man ja ebenfalls das Problem, dass man es denen nicht ansehen kann, wenn diese den Geist aufgeben.

Die Batterien können (und werden vermutlich auch) an Kapazität verlieren, bei den Steuergeräten könnten Fehler auftauchen. Um den Zustand der Batterie wirklich zu testen, müsste diese auf einen Prüfstand. Den gibt es so wohl noch kaum in den Werkstätten. Wichtig ist, dass das Fahrzeug stets bewegt wurde. Ein Fahrzeug, was z.B. 1-2 Jahre nur „gestanden“ hat, dürfte durchaus Standschäden haben, auch an der Batterie. Die Lebensdauer der Batterie beträgt ca. 12-15 Jahre – anschließend muss sie gewechselt werden. Die Kosten dafür dürften aktuell bei ca. 2.000 Euro plus Montage liegen. (Beispiel Prius III)

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Unter der Motorhaube erkennt man nicht viel, dort ist eine Hochvolt-Anlage untergebracht, die nur durch Fachleute überprüft werden sollten. Bei Hybridfahrzeugen schaut sich der Tüv-Ingenieur die Technik auch an, aber auch er hat keine Chance, die Batterie zu überprüfen. Das Fahrzeug muss also gefahren werden, die Technik sollte ohne ein Ruckeln funktionieren und der Kraftübergang zwischen dem herkömmlichen Antrieb und dem Elektromotor muss bei den aktuellen Fahrzeugen nicht zu merken sein.

Etwas Angst kann ich euch trotzdem nehmen: Hybrid-Fahrzeuge werden in der Regel aus der Überzeugung gekauft, dass man hier etwas Gutes für die Umwelt und unterm Strich vermutlich auch für den Geldbeutel tut. Diejenigen, die so ein Fahrzeug fahren, halten es auch in Schuss. Ob wir allerdings in 30 Jahren die H-Kennzeichen an die Hybridfahrzeuge von heute schrauben – das steht noch in den Sternen!

In diesem Beitrag sind einige neue Hybrid-Fahrzeuge versteckt, fotografiert auf der IAA 2013. Diese findet noch bis zum Sonntag, den 22.09.2013, statt und ist durchaus einen Besuch wert! Denn wo hat man sonst die Gelegenheit so viele Autos auf einmal zu sehen und zu vergleichen. Am Ende ist entscheidet doch auch häufig der ganz persönliche Geschmack und der Popometer!

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