IAA 2013: Lust auf Luxus: Audi A8, Mercedes S-Klasse und Bugatti Veyron

Entweder ich werde wirklich älter, oder der Geschmack ändert sich tatsächlich. Eventuell liegt es aber auch am technischen Fortschritt. Diesen vertraut man zunächst nicht und denkt eventuell immer noch zu sehr in Schubladen. Diese Schubladen muss man zwischendurch auch mal aufräumen und leeren um Platz zu schaffen für neue Erfahrungen.

Komisch oder? Vor ca. 15 Jahren, da habe ich um Fahrzeuge mit einem Automatikgetriebe einen großen Bogen gemacht. Diese waren nicht nur teurer, nein die waren auch schwerer und haben durchaus auch mit einem Mehrverbrauch geglänzt. Heute ist es so, dass sich der Unterschied preislich kaum bemerkbar macht und dass die Fahrzeuge mit dem Automatikgetriebe (oder einem automatischen Doppelkupplungsgetriebe) sparsamer sind. Teilweise viel sparsamer, als man es selber mit seinem Gasfuß hinbekommt.

Natürlich kann die Automatik auch nicht zaubern. Wer stets Vollgas gibt, darf sich nicht wundern, wenn der Verbrauch signifikant nach oben steigt, bzw. die Tanknadel im freien Fall sinkt. Trotzdem ist es erstaunlich, was sich doch in den letzten Jahren so alles verändert hat.

Okay, fliegen tun wir noch nicht mit unseren eigenen Autos, schweben auch nicht, aber trotzdem helfen uns heute schon Assistenzssysteme in Situationen, die wir entweder nicht mehr beherrschen können oder wollen. Darüber hinaus gibt es neue Lichttechniken und es wird schon an den nächsten Systemen gearbeitet.

State of the Art ist nun LED! Mit Lichttemperaturen von 5.300 Kelvin erzeugen diese quasi Tageslicht und ausgefuchste Systeme können da auch noch eine Schüppe drauf legen ohne den Gegenverkehr oder die vorrausfahrenden Fahrzeuge zu blenden. LEDs haben eine bessere Leistungsausbeute, sprechen schneller an, verbrauchen weniger Strom und sind auch nicht so stoßempfindlich wie normale Leuchtmittel. Dennoch sind LEDs noch nicht die Zukunft, da reden wir von Plasma und Laser. Laser-Licht? Ja, warum denn nicht?

Das autonome Fahren! Mercedes-Benz hat nun die S-Klasse von Pforzheim nach Mannheim fahren lassen. Alleine? Nein, es saß natürlich jemand hinter dem Lenkrad und der hätte dann in Notsituationen eingreifen können. Aber auch diese Entwicklung zeigt doch, wohin es gehen könnte: Auto fahren wenn man Lust drauf hat, im eigenen Auto – und somit mit der notwendigen Privatssphäre – reisen und fahren lassen wenn man keine Lust hat – oder halt arbeiten möchte / muss. Ich fahre gerne Auto, sehr gerne sogar, könnte mir aber durchaus auch vorstellen, nach einem anstrengenden Tag bzw. einem langen Flug das Fahrzeug allein nach Hause fahren zu lassen. Auch wenn aktuelle Fahrzeuge durch „Kaffee-Tassen-Symbole“ und raffinierten Sensoren merken, wenn meine Aufmerksamkeit schwindet möchte ich dann eventuell doch auf Nummer Sicher gehen.

Die Sicherheit! Ein großes Thema! Die Fahrzeuge werden aktuell ja alle leichter. Downsizing ist das Zauberwort, es muss gespart werden wo es nur geht – allerdings nicht auf Kosten der Sicherheit. Zeit für neue Materialien, Leichtbau, neue Verbindungen und Komponenten aus leichten Werkstoffen, die veredelt werden. Carbon kann alleine aus Kosten- und Produktionsgründen nicht die Zukunft sein, auch wenn Mercedes-Benz z.B. bei der neuen S-Klasse (als S 63 AMG) sogar die Reserverad-Wanne aus Carbon fertigt.

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Der emissionslose Antrieb? Soweit sind wir in Deutschland noch nicht, bzw. die Technik ist noch zu teuer. Solange ein Elektrofahrzeug unterm Strich teurer ist, als ein normaler PKW und ich den Mehrpreis nicht einfahren kann durch eine längere Laufleistung, dann ist der reine Elektrowagen nur etwas für Personen mit einem richtig grünen Daumen – von mir aus auch für Unternehmen, die ihr Image aufpolieren wollen.

Ich sehe dann eher die Hybriden auf den Vormarsch. Haben die Japaner bereits vor 16 Jahren mit der Technik angefangen, springen ja nun immer mehr Hersteller auf den Zug auf. Kurze, rein elektrische Fahrten – CO2- und geräuschfrei bzw. -arm, ansonsten als Leistungs-Boost – ja, warum denn nicht. Dank der EU kann man so auch die utopischen Grenzwerte erreichen und zumindest auf dem Blatt Papier traumhafte Verbrauchswerte erzielen.

Auch hier liefert die S-Klasse den Beweis: 3.0 Liter auf 100 km – das schafft die S-Klasse mit Hybrid-Antrieb. Auf der einen Seite kann die S-Klasse sparsam sein, auf der anderen Seite extrem sportlich. Innerhalb von 4 Sekunden beschleunigt der neue S 63 AMG von 0 auf 100 km/h. Der Vortrieb endet bei 250 bzw. 300 km/h. Dazwischen hat man die perfekte Reiselimousine, viel Platz im Fond und ein ausgesprochen herrschaftliches Fahrgefühl. Man muss gar nicht rasen, aber es ist gut zu wissen, dass der 5.5 Liter V8 mit seiner Leistung von 585 PS und dem Drehmoment von 900 Nm jederzeit bereit ist. Die Auspuffanlage wurde dezent gestaltet, nicht zu vergleichen mit dem C63 AMG, dem E63 AMG, aber doch irgendwie typisch AMG.

Wie viele meiner Kollegen, sehe ich das Thema Automobil gerade im Wandel. Das eigene Automobil hat bereits an Wichtigkeit verloren, Mobilität ist eher das Thema. Carsharing, Kurzzeit-Leasing, Miete, Mitfahrzentralen bzw. kombinierte Angebote werden vermutlich unsere Zukunft bestimmen. Gerade im urbanen Umfeld wird das eigene Fahrzeug immer unwichtiger. Gut für die Umwelt? Schlecht für die Automobilindustrie. Die müssen sich halt umstellen und ggf. Fahrzeuge für die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten auf den Markt bringen.

Bei einem bin ich mir aber sicher. Diejenigen, die Spaß am Autofahren haben, die werden auf den Reiz und den Luxus auch in der Zukunft nicht verzichten wollen. Es gibt einen Markt für Luxusautos. Also brauchen wir neben den Vernunftmodellen auch weiterhin attraktive, leistungsstarke Modelle, die den Verstand ausschalten und das Autofahrerherz walten lassen. Auf der Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt waren das z.B. am Stand von Audi der neue Audi A8, der auch direkt als leistungsstarker Audi A8 S8 bzw. als W12 vorgestellt wurde:

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Wie stelle ich mir mein perfektes Fahrzeug vor? Nun, ich bin Familienvater, zwei Kinder und ein Hund im Haus, dazu noch eine sportlich aktive Frau. Ich brauche also viel Platz im Innenraum und ein hohes Ladevolumen. Eine Anhängerkupplung finde ich immer noch wichtig, auch wenn ich unsere im letzten Jahr eventuell nur 4-5 mal verwendet habe. Platz und Ablageflächen im Innenraum sind mir derzeitig wichtig, dazu brauche ich eine bequeme Sitzposition und Sitze, die mir etwas Seitenhalt bieten. Die Lenkrad- und die Gurthöhe muss ich einstellen können. Ich hätte tatsächlich gerne die LED-Scheinwerfer, denn wer einmal den Unterschied erfahren durfte, will diese nicht mehr missen. Das ist ungefähr mit dem Unterschied zuwischen H4 und Xenon zu vergleichen.

Als Familienvater schreibe ich es ja nun ungern, aber etwas sportlicher darf das Fahrzeug schon sein. Nicht nur von der Leistung, sondern auch vom Design. Dass Sportlichkeit und eine hohe Alltagstauglichkeit sich nicht ausschließen müssen, haben ja bereits einige Hersteller bewiesen und ich glaube, dass in der nahen Zukunft da noch so einiges auf uns zurollen wird. Denn diese Familienfahrzeuge sind auch ideal für Mitfahrzentralen bzw. Mobilitätslösungen für das nicht ganz so urbane Umfeld. Würde Geld für mich keine Rolle spielen, dann hätte ich mit Sicherheit ein sportliches Modell. Ein alltagstaugliches, sportliches Modell und ja, vermutlich auch eines der angesagten Luxusautos.

Müsste ich mir über Finanzen gar keine Gedanken machen, dann hätte ich mir auch einen Bugatti Veyron als „Jean Bugatti“ gekauft. Der wäre sicherlich alles andere als familientauglich, doch für die Familie hätte ich dann sicherlich auch noch einen fahrbaren Untersatz auf der IAA gefunden. Der „Jean Bugatti“ zeigt mir, dass Luxus immer noch geht – denn wenn die S-Klasse das „Beste auf der Welt“ ist, dann ist der Jean Bugatti mit seiner Carbon-Karosserie und seinem Netto-Preis von 2,3 Millionen Euro garantiert das „Exklusivste Fahrzeug der Welt“.

Keine Angst, wir müssen nicht sparen – das Fahrzeug wurde nur drei mal hergestellt und alle drei Modelle sind bereits verkauft. Die Käufer freuen sich nun über 1.200 PS und einen 8.0 Liter W12 Motor aus dem Hause Volkswagen, der das Geschoss innerhalb von 2,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Mit einem Drehmoment von 1.500 Nm bringt er sicherlich nicht nur den Fahrer, sondern auch das Getriebe zum Schwitzen. Aktuell hat der Veyron die Krone auf bei den Luxusautos.

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Autofahren im Wandel der Zeit, wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Ich fahre lieber… …und das natürlich mit dem Auto, denn ich liebe die Unabhängigkeit, die Privatsspähre und vor allem das Gefühl nicht nur Denker sondern auch Lenker zu sein. Nirgendswo anders, als auf der IAA, hat man die Möglichkeit so viele verschiedene Fahrzeugklassen nebeneinander zu sehen. Einige Bildergalerien findet ihr auf unserem Facebook-Auftritt!

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