Neuwagen der Woche: Audi RS Q3

Der Neuwagen der Woche kommt erst im November 2013 auf den Markt. Trotzdem hatten nun einige Journalisten und Online-Redakteure die Gelegenheit, den neuen Audi RS Q3 auf Herz und Nieren zu testen. Wo tut man das am besten? Dort wo die Ingenieure von Audi das Fahrzeug abgestimmt haben. Bei der Audi „Land of quattro“ Alpen-Tour 2013 ging es über 44 Pässe, durch 7 Länder über insg. 4440 km. Mit dabei war, neben meiner Person, auch der Audi RS Q3, den ich bei der ersten Etappe über die kurvigen Bergstraßen gescheucht habe.

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Der Motor:

Der Erste Eindruck zählt. Ist doch so, oder? Eigentlich ist eine rein männliche Beziehung zu einem Automobil doch sehr einfach: Überzeugt das Fahrzeug durch eindrucksvolle Fahrleistungen, einem guten Handling und einer hochwertigen Verarbeitung, dann schaut man weiter. Das hat Audi bei mir geschafft. Interesse geweckt! Der 2.5 Liter starke TFSI Motor schlummert unter der Motorhaube bis der Fahrer den Startknopf drückt. Die Sportauspuffanlage lässt ein sonoren „brabbeln“ in die Freiheit strömen und wenn der Fahrer es möchte, kann der Audi RS Q3 auch mal richtig laut brüllen. Davon haben die Personen im Innenraum übrigens weniger als diejenigen die am Straßenrand stehen. Das liegt vermutlich daran, dass der normale Audi Q3 vom Innenraum her schon sehr leise ist. Öffnet man nun die Klappen der Auspuffsteuerung wird er zwar etwas kerniger, aber nicht aufdringlich laut. 310 PS und ein maximales Drehmoment von 420 Nm sorgen für den Vortrieb. Der quer eingebaute Fünfzylinder verfügt über eine Zwangsbeatmung, der Turbolader lässt ein Turboloch allerdings nicht vermissen. Der Audi RS Q3 verfügt selbstverständlich über einen Allradantrieb. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt er innerhalb von 5,2 Sekunden und ein paar Drehmomente später könnte er dann auch die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h erreichen. Mit einem NEFZ-Verbrauch von 8,8 Liter könnte man rein theoretisch 563 km weit kommen, denn in den Tank passen 64 Liter. Wer das Drehmoment allerdings häufiger ausnutzt, der wird die Reichweite verringern.

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Das Fahrwerk:

25 mm tiefer gelegt als der Audi Q3 zeigt sich der Audi RS Q3, dabei verfügt das Fahrzeug natürlich immer noch über eine höhere Sitzposition und damit auch über einen höheren Schwerpunkt. Den merkt man, den kann man nicht wegdiskutieren, aber die Kurvenjagd durch die Serpentinen der Alpen-Pässe hat auch mit dem Audi RS Q3 viel Spaß gemacht. Kurven? Kein Problem! Unebene Straßen? Auch kein Problem, nur ins schwere Gelände sollte man sich mit dem Lifestyle-SUV nun wirklich nicht wagen.

Der Innenraum:

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Hochwertig verarbeitet, ausreichend Platz für 4 Personen und etwas Gepäck. 356 Liter schluckt der Kofferraum, klappt man die Rücksitzbank um hat man 1261 Liter zur Verfügung. Die verstellbaren Sportsitze bieten einen guten Seitenhalt, der nur bei sehr sportlich gefahrenen Kurven noch etwas besser hätte ausfallen können. Das Lenkrad ist gut einstellbar und verfügt über eine sehr gute Anordnung der Schalter, das gleiche gilt auch für das Armaturenbrett, auch wenn man den sonst von Audi gewohnten MMI-Drehschalter vor der Mittelarmlehne vermissen könnte.

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Die Felgen:

Serienmäßig rollt der Audi RS Q3 (für den deutschen Markt) auf 19″ Felgen vom Band, optional gibt es das Fahrzeug auch mit 20″ Felgen. Diese stehen dem Modell meiner Meinung nach viel besser, füllen den Radkasten aus und mindern den Komfort nicht wirklich. Insgesamt stehen fünf verschiedene Felgensätze zur Auswahl.

Der Preis:

Audi präsentiert den (derzeit) „stärksten Kompakt-SUV“ ab November 2013. Der Preis startet ab 54.600 Euro, dazu kommen dann noch optionale Wünsche. Serienmäßig bekommt man neben dem stärkeren Motor und dem modifizierten Fahrwerk das Aerodynamik-Paket. Dezent gestaltet mit größeren Lüftungsgittern an der Front und einem formvollendeten Diffusor am Heck, nur das Endrohr trägt ein bisschen zu dick auf, aber das ist Geschmacksache. Xenon gibt es serienmäßig, die Einparksensoren auch und die sind unbestritten auch notwendig.

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Meine Empfehlungen:

Bergfahrassistent! Kostet zwar 100 Euro Aufpreis, aber darauf kommt es dann auch nicht mehr an. Der Berganfahrassistent gibt Sicherheit beim Anfahren an Steigungen. Der Audi RS Q3 bleibt ausreichend lange stehen und der Fahrer kann somit anfahren ohne zurückzurollen. Die Elektronik bremst! Einen weiteren Assistenten, den ich auf den etwas längeren Landstraßen-Passagen schätzen und somit auch lieben gelernt habe ist der „Active Lane Assist“ – Das Fahrzeug achtet auf die Seitenlinien und unterstützt den Fahrer beim Lenkvorgang. Dieser Assistent ist allerdings nur bestellbar in Verbindung mit Licht-/Regensensor und Fernlichtassistent, das treibt die Aufpreis-Wunschliste wieder nach oben.

Die Kritik:

Subjektiv betrachtet stört mich das zu große Endrohr und die Tatsache, dass ich im kurvenreichen Gelände lieber die Schaltwippen selber betätigt habe, dabei hat das Doppelkupplungsgetriebe von Audi (die sogenannte S-tronic) hat auf geraden Straßen und vor allem auch im Stadtverkehr optimale Dienste geleistet. Möchte man etwas sportlicher durch die Kurven fahren, sollte man vorher manuell über die Schaltwippen am Lenkrad herunterschalten. Über den Preis müssen wir nicht reden, diejenigen die sich den Luxus leisten können, werde es tun – und wenn es nur deswegen ist, dass man den aktuell „stärksten Kompakt-SUV“ in der Einfahrt stehen hat. Objektiv betrachtet, kann ich inzwischen durchaus verstehen, warum sich viele Autofahrer in der letzten Zeit für einen SUV entscheiden. Die leicht höhere Sitzposition, der leichtere Einstieg und hier, in diesem besonders sportlichem Fall, das Ganze auch noch gepaart mit einer ausdrücklich rasanten Art und Weise, ja doch das gefällt. Man kann es verstehen, muss es aber nicht. Serienmäßig setzt Audi auf die Xenon-Scheinwerfer, warum kommt hier nicht auch die LED-Technik zum Einsatz? Optional sind die LED-Hauptscheinwerfer für den Audi RS Q3 ebenfalls noch nicht zu bestellen. Das Bose-Soundsystem für 495 Euro Aufpreis ist derzeitig ebenfalls das „Maß der Dinge“ die man bei Audi bestellen kann. Bei dem leistungsstärksten Kompakt-SUV (den man derzeitig kaufen kann) ruht sich Audi also nur auf dem Antrieb aus.

Kurzfazit:

Stärker als der Audi S3, dazu noch mit einer besseren Sitzposition. Ein Sportwagen ist er nicht, dafür ist er ein sportlicher SUV und sein Revier ist die Landstraße. Ins Gelände sollte man sich mit dem Audi RS Q3 nicht wagen, die Schotter- und Waldstraßen dürften ihn aber vor keine Probleme stellen. Selbstverständlich kann er auch als Zugfahrzeug dienen, eine Anhängerkupplung gibt es auch für den Audi RS Q3 – dem Fahrzeug für Kindergarten (Isofix-Halterungen hinten links und rechts, vorne optional), Reiterhof oder halt doch für die Serpentinen der Alpenpässe. Ein Q3 für alle Fälle? RS mal sehen wie die Kunden ab November entscheiden!

Falls ihr euch für den Audi RS Q3 interessiert, könnt ihr hier schauen, wie hoch der Versicherungsbeitrag ist.

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