Mitsubishi Evo X – Der Held der Landstraße oder der beste Freund des Tankwartes?

Mitsubishi Lancer Evolution X, ich möchte euch kein X für ein U vormachen, natürlich gibt es diesen, vor allem aus dem Motorsport bekannte Mitsubishi, auch noch als Neuwagen. Da es das Modell aber bereits seit dem Jahre 2009 auf den Markt gibt, ist er auch ein interessanter Gebrauchtwagen.

Seit 2008 ist die zehnte und wenn man den Gerüchten glaubt, auch letzte Auflage des Klassikers auf dem Markt. Wer sich beim Neuwagen-Konfigurator alle möglichen Extras hinzu bestellt, wird selten über einen Preis von 56.000 Euro kommen. Der immer noch aktuelle Mitsubishi Lancer Evolution X leistet 295 PS und erzeugt dabei (hier in Europa) ein Drehmoment von 366 Nm.

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Serienmäßig verfügt das Fahrzeug über Xenon-Scheinwerfer, ein statisches Kurvenlicht und einen Regensensor. Optional hat man die Wahl zwischen einem 5-Gang Schaltgetriebe oder über das sequenzielle Doppelkupplungsgetriebe, welches bei Mitsubishi auf den Namen SST getauft wurde Beim Mitsubishi Evo X kann dann die Fahrstufe von Normal zu Sport wechseln, die Gänge kann man wahlweise über die Schaltwippen, welche statisch an der Lenksäule angebracht sind, wechseln oder der Automatik die Schaltarbeit überlassen.

Der Mitsubishi EVO X ist außerdem serienmäßig mit einem aktiven Mitteldifferenzial (ACD) und einer Giermomentregelung (AYC) ausgestattet. Was bewirkt diese Technik, die vor allem aus dem Rallye-Sport adaptiert wurde? Das Drehmoment wird an allen vier Rädern reguliert. Das Heck soll schließlich „sinnvoll“ eindrehen und niemals ausbrechen. Dass der Mitsubishi Lancer Evo X (X steht übrigens für das 10. Modell dieses Fahrzeuges) über einen Allradantrieb verfügt, habe ich nun einfach mal vorausgesetzt.

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Warum ist das Fahrzeug als Gebrauchtwagen interessant?

Nun, wer den Blick in die wohlbekannten Automobilbörsen wirft, der wird feststellen, dass man gut und gerne 20.000 Euro (zwanzig tausend Euro) sparen kann, bei einem jungen Gebrauchtwagen. Das wird man bei Mitsubishi sicherlich nicht gerne hören, aber der Wertverlust ist, gerade am Anfang, einfach immens hoch. Hoch sind auch die monatlichen Betriebskosten, die sollte man nicht verschweigen. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 10.4 Liter auf 100 km, während meines Testzeitraums habe ich es nicht geschafft, diesen unter 14.4 Liter zu senken.

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Das purzierliche Flügeltier mag halt das Land lieber als die Stadt. In der Stadt freut man sich sehr über die verbaute Rückfahrkamera, die das rückwärtige Einparken unterstützt. Die Recaro-Rennsitze sind sportlich geformt und bieten einen guten Seitenhalt, die Verarbeitung im Innenraum ist kein Meilenstein der Design-Kunst, aber dennoch unerwartet hoch, vor allem wenn man noch Vorurteile gegenüber der Marke im Hinterkopf hat.

In den Kofferraum passen locker mehrere Getränkekisten oder auch ein zusammengeklappter Kinderwagen, grundsätzlich – wenn der etwas höhere Verbrauch nicht stört, kann man den Mitsubishi Evo X sogar im Alltag ganz gut bewegen und man fällt auch auf, ohne ein Fahrzeug mit goldenen Felgen zu fahren.

Das hier gezeigte Fahrzeug zeigt sich im unschuldigen Anden-Weiß, doch Kenner wissen auf den ersten Blick, was dort unter der Haube steckt. Der 2.0 4-Zylinder Turbomotor leistet 295 PS und die 366 Nm wollen unweigerlich auf die Straße bzw. den fahrbaren Untergrund. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h ist nach 6,3 Sekunden (mit dem SST-Getriebe) oder handgeschaltet nach 5,4 Sekunden erledigt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 242 km/h.

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Neben den oben schon angesprochenen serienmäßigen Features verfügt der Mitsubishi Evo X auch über neun Airbags, eine Klimaautomatik und den Heckspoiler aus Aluminium. In der Topausstattung MR gibt es zusätlzich noch Bilstein Gasdruckdämpfer, Eibach Federn, BBS Felgen, Brembo-Bremsscheiben vorne und die Leder-Alcantara Ausstattung. In dem Fall verfügen die Sportsitze vorne auch über eine Sitzheizung. Auf dem Blatt Papier hat die 650 Watt Anlage von Rockford Fosgate zwar eine Menge Dampf im Angebot, in der Realität klingt der Evo X aber besser ;). Der Tankwart wird, dank dem 55 Liter Tank, vermutlich auch der beste Freund, aber gute Freundschaften sind doch verdammt wichtig, oder?

Was ist der Mitsubishi Lancer Evo X?

Ein bezahlbarer Sportwagen mit einer hohen Alltagstauglichkeit. Gerade als Gebrauchtwagen macht er eine Menge Sinn. Leider ist er durstig und verfügt dabei noch über einen kleinen Tank, aber irgendwas ist ja immer. Wer sich mal eine sportliche Auszeit gönnen möchte, fährt mit dem Mitsubishi Evo X sicherlich ein Fahrzeug, mit dem man schnell von A nach B kommen kann. Wer allerdings im Straßenverkehr nicht auffallen möchte, der sollte sich dann doch lieber ein unauffälligeres Fahrzeug aussuchen.

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Der Evo X gehört nicht auf die Autobahn und den engen Stadtverkehr mag er auch nicht, er ist ein Held der Landstraße – und das seit nun inzwischen 10 Modellreihen, das müssen andere Hersteller erst mal schaffen.

Lesetipps? Gerne!

Den Mitsubishi Evo X bin ich natürlich nicht alleine gefahren, viele meiner Kollegen saßen schon hinter dem Steuer und unterm Strich, sind wir uns da doch wieder alle einig, oder auch nicht?

Can Struck erzählt in einer Geschichte, wie er den Mitsubishi EVO X erlebt hat: „Die Landstraße also. Je kurviger desto besser. Wenn man einen Evo sein eigen nennt, sollte man sich am besten auch eine Stammstrecke suchen. Ohne Kurven geht gar nicht. Schon nach den ersten paar hundert Metern merkt man, dass sich der Evo pudelwohl fühlt. der Klang beeindruckt immernoch nicht, dafür aber das kurz übersetzte Getriebe. Es ist auf Beschleunigung unten raus ausgelegt und nicht auf Hochgeschwindigkeit. Aus der Kurve heraus hat man so immer den passenden Gang bereitliegen um schon die nächste Kurve anzuvisieren. Und diese Kurven lassen sich mal locker 20% schneller durchfahren als mit allem anderen, dass ihr so in die Finger bekommen könntet.“

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Fabian Mechtel wunderte sich zunächst, dass die 196 km wirklich die Restreichweite bei einem vollen Tank waren und konnte später feststellen: „Tank leer. Nach 196 Kilometern. Schnelle Kilometer zwar, aber dennoch: 25 Liter Super Plus sind in der heutigen Zeit eine heftige Ansage.“

Mario-Roman Lambrecht schrieb einen nicht ganz ernstzunehmenden Vergleich zwischen einen Audi TTRS und dem Mitsubishi Evo X und schickte den Mitsubishi Evo 10 noch in ein Gebiet, was ich mir verkniffen hatte: „Schlamm, Matsch und Dreck. Ja das sind Dinge, die der EVO aus tiefsten Herzen liebt. Untergründe, die das ESP der meisten Alltagsautos wohl zum kollabieren bringen würden, machen auch die zehnte Generation des Lancer Evolution richtig heiß. Selbst mir regulärer Straßenbereifung wühlt sich der Japaner – wie von einer Biene gestochen – selbst durch feinen Sand. Verschiedene Allradprogramme unterstützen das System noch dabei. Hier macht ihm keiner was vor, das ist sein Gebiet.“

Ich konnte meine eigene Meinung zu dem Fahrzeug noch mal festigen, schon nach der ersten Probefahrt hatte ich den etwas unterdimensionierten Tank getadelt und die guten Sitze gelobt. Nun lobe ich noch den Preis, denn wo bekommt man denn sonst noch so viel Platz / Leistung und Motorsport-Feeling für ca. 35.000 Euro? Okay, ich gestehe, neu – ist er etwas teurer, aber wir sind ja hier in der Gebrauchtwagen-Abteilung.

Typische Verschleißteile sind da natürlich die Bremsscheiben, die Beläge und die Reifen. Bei so einem Fahrzeug kann ich nur den guten Tipp geben: Nicht ohne professionelle Hilfe kaufen, sondern ab damit zum Mitsubishi Händler (oder gleich dort kaufen). Wer bei dem Verbrauch schon die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hat, der sollte besser nicht noch nach dem Preis für die Mitsubishi Evo X Versicherung suchen ;).

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