Herbst – Zeit für Wildwechsel

Ich fuhr kürzlich in der Dämmerung auf einer Landstraße und sah – zum Glück! – in einigen Metern Entfernung ein Reh geschwind über die Straße huschen. Sehr froh, nicht die paar Meter weiter gewesen und mit dem Wild kollidiert zu sein, hab ich mich gefragt, warum es vor allem im Herbst zu Wildwechseln kommt.

Und vor allem: Wie kann ich einen Zusammenstoß verhindern bzw. was mach ich, wenn ich doch mal einen Wildunfall habe?

Herbst ist Äsungs- und Paarungszeit

Man kennt es von manchen Mitmenschen: Haben sie großen Hunger, werden sie muffig und auch oft irrational. Bei Wildtieren ist es ähnlich.

Im Herbst wird das Futter weniger, sie müssen weitere Wegen gehen und gehen hungrig lieber den direkten Weg – auch wenn der über eine vielbefahrene und mehrspurige Straße führt! Schließlich soll der Hunger schnellstmöglich gestillt werden! Die Gefahr, die von der Straße und den brausenden Autos ausgeht, wird von ihnen weniger stark wahrgenommen.

Warnhinweis vor Wildwechsel

Die Floskel „Liebe macht blind“ gibts wohl auch beim Wild. In der Paarungszeit, auf der Suche nach dem passenden Partner, ist kein Weg zu weit. Und wenn der erst einmal ausgemacht ist, gibts kein Halten mehr. Auch in diesem Moment nehmen die Tiere die Gefahr der Straßen nicht wirklich wahr.

Hunger und die Suche nach dem/der Liebsten sind also die Hauptgründe für den verstärkten Wildwechsel im Herbst.

Fuß vom Gas und Augen auf bei Warnhinweisen

Bester Schutz vor einem Zusammenstoß mit Wild ist natürlich immer eine angepasste Fahrweise. In Waldgebieten und auch immer bei eingeschränkten Sichtweiten heißt es also: Fuß vom Gas! Auch ein großer Sicherheitsabstand zum Auto vor euch hilft, eine Kollision zu vermeiden.

Allerdings gibt es noch mehr Hinweise auf Wildwechsel als die bekannten Warnschilder. Überall, wo ihr CDs oder auch Reflektoren an den Bäumen seht, könnt ihr davon ausgehen, dass Jagdpächter diese nicht zum Spaß angebracht haben. Auch ein Jäger-Hochsitz ist ein guter Indikator, dass ihr an dieser Stelle vorsichtig fahren solltet!

Wild auf der Straße

Wildtiere mögen unsere Hupe nicht. Falls ihr also einmal „Auge in Auge“ mit einem Reh auf der Straße steht, dann blendet euer Licht ab und hupt. Das verschreckt das Tier und es wird die Straße schnell wieder freigeben.

Stets wichtig dabei ist, dass ihr euer Lenkrad festhaltet und eine Vollbremsung absolviert. So passiert – wenn es denn zu einem Wildunfall kommt – am wenigsten.

Was ist bei Wildunfall zu tun?

Wichtig bei einer Kollision ist wie bei jedem Unfall der Selbstschutz! Wenn euch so etwas passiert, sichert den Unfallort und euch ab – Warnblinker und Warnweste an und Pannendreieck aufgestellt!

Außerdem muss bei einem Wildunfall immer die Polizei eingeschaltet werden! Wenn das angefahrene Tier geflohen ist, dann muss zusätzlich das Forstamt benachrichtigt werden. In diesem Fall hilft euch die Polizei.

Hatte schon einmal jemand einen Wildunfall und kann uns noch weitere Hinweise und Tipps mit auf den Weg geben?

Fotoquelle:
Schild: Hemera Technologies/AbleStock.com/Thinkstock
Wildwechsel: eleden/iStock/Thinkstock

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