Gebrauchtwagen bis 5.000 Euro – Was bekomme ich für mein Geld?

Im letzten Gebrauchtwagen-Beitrag ging es um Gebrauchtwagen in der Preisklasse „bis 2.000 Euro“. Für den heutigen Beitrag habe ich ein paar Euro mehr in die Hand genommen und mir aus den drei Kategorien Kleinwagen, Kompaktwagen und Limousine jeweils ein Fahrzeug ausgesucht. Dazu kommt noch der Blick zu den geräumigen Fahrzeugen für die Familien mit 7 Sitzen und auch einen kleinen SUV konnte ich in der Preisklasse schon entdecken. Was für Autos bekommt man für 5.000 Euro? Gesucht habe ich wieder in den einschlägig bekannten Automobilbörsen im Netz. Meine Aufgabe: Finde ein Fahrzeug unter 5.000 Euro, welches nicht älter ist als 4 Jahre. Das war gar nicht so einfach!

Kleinwagen

Bei den Kleinwagen hat man quasi die freie Auswahl, egal ob einen VW Polo aus dem Jahr 2006, einen smart fortwo aus dem Jahre 2007 oder einen Nissan Micra aus dem Jahr 2008. Selbst einen 3 Jahre alten Renault Twingo hätte ich für unter 5.000 Euro bekommen, der hätte gerade mal 70.000 km „auf der Uhr“ gehabt.

Im Kleinwagensegment hat man also nahezu die freie Auswahl und eigentlich entscheidet dort dann auch nur der eigene Geschmack. Wer beim Händler kauft, was ich in der Preisklasse schon tun würde, macht auch nicht viel verkehrt, denn der Händler kann die Gewährleistung ja nicht ausschließen.

Kleinwagen mit wenig Sonderausstattungen, die schon als Neuwagen günstig waren, werden auch als Gebrauchtwagen günstig zu bekommen sein, so z.B. der Fiat Panda. Den bekommt man als vier Jahre altes Fahrzeug, selbst mit Laufleistungen so um die 30.000 Euro bereits für unter 4.000 Euro. Tja, den Wertverlust muss man als Verkäufer erst einmal verkraften.

Unter 4.000 Euro bekommt man übrigens auch den Peugeot 107 oder den Fiat Grande Punto, beides Modelle aus dem Jahr 2009. Alles keine schlechten Fahrzeuge, alle gebaut für die Stadt, für kurze Ausflüge außerhalb des Reviers.

Für ständige Autobahnfahrten würde ich ein anderes Fahrzeug auswählen. Das gilt natürlich auch für diejenigen, die häufiger eine große Anzahl von Gepäckstücken transportieren müssen. Kleine Empfehlung? Der Citroen C1! Der Citroen C1 ist kurz, bietet allerdings auch 5 Sitzplätze und durch die kurze Länge einen Wendekreis von gerade mal 9,5 Meter. Der Kofferraum schluckt allerdings auch „nur“ 139 Liter. Dafür ist der Citroen C1 mit einem Leergewicht von gerade mal 875 kg im Vergleich zu den Mitbewerbern recht leicht. Auf  die maximale Zuladung sollte man achten, denn die beträgt beim Citroen C1 nur 305 kg und da kann es schnell mal eng werden. Meine Freundin hat den Citroen C1 mal getestet.

Kompaktwagen

Ich bleibe bei den Wünschen: Ein Fahrzeug neuer als Baujahr 2008 und mehr als 5.000 Euro darf er nicht kosten. Er sollte aber mehr Platz bieten, also schau ich in der Kompaktwagenklasse und werde natürlich nicht enttäuscht.

So finde ich dort z.B. einen Dacia Sandero aus dem Jahr 2009 für 3.000 Euro. Was gibt es beim Dacia Sandero zu beachten? Der 4,02 Meter lange Sandero spielt in der Golf-Klasse mit, ist aber um ein vielfaches günstiger. Wer auf das „Image“ pfeift, bekommt hier ein solides, preiswertes Fahrzeug. 320 Liter Kofferraum, umgeklappt sogar 1200 Liter – was will man mehr? Mehr Optik? Mehr Technik? Mehr Haptik? Dann sollte man sich wieder vom Dacia-Gedanken verabschieden.

Teurer z.B. wäre ein Opel Corsa D, der mit ca. 100.000 km einen Preis von 4.500 Euro erzielen sollte. Das Fahrzeug aus dem Jahr 2009 hatte 60 PS unter der Haube. Für die Stadt mehr als ausreichend, wer allerdings häufiger mal über Land oder gar auf der Autobahn unterwegs ist, wird mit der Leistung nicht wirklich zufrieden sein.

Wer Schwachstellen beim Opel Corsa D sucht, wird auch welche finden, vor allem sollte man sich (wie bei jedem Gebrauchtwagenkauf) Bremsscheiben und die Bremsbeläge anschauen. Dahinter verstecken sich an der Vorderachse die Achsmanschetten (also die Manschetten von der Antriebswelle) und die reißen beim Opel Corsa D gerne mal ein. Der Opel hat einen entscheidenden Vorteil: Ersatzteile und Verschleissteile für das Fahrzeug gibt es reichlich und günstig. 2010 wurde der Opel Corsa D mit einem leichten Facelift aufgewertet.

Empfehlen kann ich aus persönlicher Erfahrung auch einen Ford Fusion. Auf den ersten Blick eventuell keine Schönheit, überzeugt er auf den Zweiten durch ein gutes Raumangebot und eine angenehme Sitzposition. Als Diesel kann man den Ford Fusion sogar recht sparsam fahren. Wenn allerdings mal ein Verschleißteil defekt ist – oder sich ein Marder durch den Motorraum gefressen hat – dann wird der vermeintlich günstige Fusion auch gerne mal zum Geldvernichter.

ford-fusion

Kombi

Für knapp unter 5.000 Euro hätte ich auch einen Skoda Fabia Combi 1.4 TDI mit 80 PS bekommen, der hätte dann zwar schon 167.000 km gelaufen, doch wäre auch aus dem Jahre 2010 gewesen. Grundsolide Großserientechnik und ein aktuelles Design. Das Fahrzeug hatte damals einen Basis-Preis von ungefähr 18.000 Euro und darüber freut sich der Gebrauchtwagenkäufer: Geld gespart, die Umwelt dank Partikelfilter geschont, viel Platz bekommen, und eine hohe Praxistauglichkeit erworben.

In der gleichen Preisklasse bekommen man auch einen Ford Focus Turnier. Wie gesagt, wir sprechen hier ausschließlich über Fahrzeuge mit einem Baujahr nach 2009. Der Ford Focus Turnier ist 13 cm länger als die Schrägheck-Limousine und bietet somit etwas mehr Platz. In den Laderaum passen 475 Liter Gepäck, durch das Umlegen der Rücksitze werden es 1.525 Liter.

7-Sitzer

Etwas älter muss er schon sein, einen 2008er Renault Trafic hätte ich kaufen können. Also einen Van / Kleinbus mit 90 PS (2.0 Liter Diesel Motor) und einer Laufleistung von 281.200 km.

Weniger Leistung und weniger gelaufen, dafür ebenfalls zwei Schiebetüren: Der Citroen Berlingo aus dem Jahre 2008. Mit ca. 130.000 km auf dem Tacho gerade mal „eingelaufen“  und ebenfalls für unter 5.000 Euro zu haben. Für richtig gute Fahrzeuge mit 7 Sitzplätzen und neueren Baujahren muss man vermutlich noch mal eintausend Euro drauf legen oder halt Abstriche machen.

SUV

Eher ein Geländewagen! Der Lada Niva 1.7i mit 82 PS und einem Verbrauch von ca. 9,5 Liter Benzin auf 100 km. Kein Wunder, für unter 5.000 Euro zu bekommen… locker! Das Fahrzeug hat die Teilung von West und Ost überlebt und ist sich dabei stets treu geblieben. Luxus? Sollte man nicht erwarten! Technische Assistenzsysteme? Lenkrad, Bremspedal, Handbremshebel! Das war es! Auf ein ABS oder ein Elektronisches Stabilitätsprogramm muss man verzichten und so sollte man schon wissen, was man tut, wenn man dort hinter dem Lenkrad sitzt. Empfehlen würde ich den Lada Niva mit Sicherheit nicht an Familien, doch wer einen günstigen Geländewagen benötigt, der kann sich ja mal einen ansehen. Wie Tom Schwede es hier schon passend betitelt, der Lada Niva ist ein Oldtimer ab Werk!

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