Neuwagen der Woche? Ein fast unbezahlbarer Mercedes-Benz: G63 AMG 6×6!

Keine Angst! Ich habe die Bodenhaftung nicht verloren, obwohl – für einen ganz kurzen Moment doch. Mit einem Gewicht von ca. 4 Tonnen (inkl. Besatzung) über einen Hügel zu fahren und dabei abzuheben ist schon ein verdammt surreales Gefühl. Das auch noch in einem Fahrzeug zu erleben, welches ursprünglich mal für den Militär-Bereich geplant und nun auch ordentlich ausgestattet an wohlhabende Zivilisten verkauft wird, ist schon eine ganz besondere Ehre. Nein, diesen ganz speziellen Neuwagen der Woche kann ich mir nicht einmal leisten, wenn ich das Haus verpfänden und meine Seele verkaufen würde, aber eventuell gewinne ich ja mal im Lotto.

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Lasst uns bitte nicht über Sinn oder Unsinn reden, alleine die Tatsache, dass von diesem Fahrzeug schon welche verkauft wurden, spricht doch davon, dass es für den Hersteller Mercedes-Benz durchaus Sinn macht.

Aber was bin ich da überhaupt gefahren? Was hat dieser „Monster-Truck“ unter der Haube und was kostet dieses Gefährt? Darauf gehe ich nun ein und verlinke unten, wie gewohnt, auch auf andere Beiträge. Eines kann ich schon mal vorweg nehmen: An diesem Tag, haben wir uns irgendwie alle wie kleine Jungs gefühlt.

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Was steckt da eigentlich unter der Karosserie?

Die Leistungsdaten vom Mercedes G63 AMG 6×6 überzeugen auch schon anhand der Faktenlage: Unter der Motorhaube versteckt sich ein 5,5 Liter Motor. Damit ist nicht der Verbrauch gemeint, sondern der Hubraum.Die Kraft der 8 Zylinder reicht für 544 Pferdestärken die es locker schaffen die 5,9 Meter lange G-Klasse innerhalb von 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Die Endgeschwindigkeit ist bei 160 km/h erreicht, aus Stabilitätsgründen wird das Fahrzeug bei der Geschwindigkeit abgeregelt.

Auf Grund der Bauart sind Wasserdurchfahrten bis zu einer Tiefe von einen Meter ohne Probleme möglich. Hier sieht man übrigens den Fahrer wie er gerade die Räder vom Schlamm befreit, ich sagte doch, wir fühlten uns wie kleine Kinder die im Schlamm spielen durften.

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Was kostet der G63 AMG 6×6?

Mit einem Preis von 455.770 Euro ist der Mercedes G63 AMG 6×6 aktuell das teuerste Modell von Mercedes-Benz und gleichzeitig auch noch das extremste. Wer sich also ein Fahrzeug vor die Tür stellen mag, welches der Nachbar sich garantiert nicht so schnell nachkauft, der sollte mal in Stuttgart vorsprechen.

Gefertigt wird der G63 AMG 6×6 übrigens wie alle anderen G-Klassen auch in Graz / Österreich. Im Werk von Magna Steyr werden bereits seit 34 Jahren die G-Klassen gefertigt. Damals ein Fahrzeug für Wald und Forst, inzwischen ein Lifestyle-Artikel – ca. 50% aller G-Klassen werden mit AMG Teilen veredelt. So hoch ist der Anteil bei keinem anderen Mercedes-Benz Fahrzeug.

Wie fährt sich so ein Fahrzeug mit 6 Rädern?

Ungewöhnlich! Ungewöhnlich passt wohl als Beschreibung am Besten, ich dachte er würde sich schwer lenken lassen, ähnlich wie ein „alter LKW“. Aber das ist ganz und gar nicht so. Die Lenkung ist relativ direkt und wer zu früh einlenkt, der wird halt mit den 4 Rädern an den beiden hinteren Achsen den Boden umpflügen.

Fliegen kann man, kurzzeitig aber auch ansonsten bügelt der G63 AMG 6×6 alles aus. Bodenwellen, Fahrbahnschwellen, Schotterpisten? Kein Problem, teilweise spürt man die Unebenheiten nicht einmal und sollte man doch mal etwas mehr Radaufstandsfläche benötigen, dann lässt man einfach per Knopfdruck die Luft aus den Reifen. Keine Angst – im Preis von 455.770 Euro ist auch eine Kompressoranlage inbegriffen, die ebenfalls per Knopfdruck die Räder wieder mit Luft versorgt. Mit viel Schwung überfährt man fast alles was sich in den Weg stellt und dank der Bodenfreiheit hat man auch kein Problem an Kuppen.

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Wie sieht es im Innenraum aus?

Fast wie in einer normalen G-Klasse. Die Länge von 5,9 Metern kommt den hinteren Fahrgästen zu Gute, die haben etwas mehr Platz. Im Innenraum findet man noch ein paar Schalter mehr, das war es. Ansonsten ist der G63 AMG 6×6 von außen zwar extrem, aber im Innenraum solide und luxuriös.

Was verbraucht der G63 AMG 6×6?

Kraftstoff! Man munkelt irgendwas um die 20 Liter, bei Last dürfte sich der Tankinhalt aber auch relativ schnell in Wohlgefallen auflösen. Ich denke, dass es für denjenigen, der sich dieses Fahrzeug leisten kann, keine Rolle spielt ob der G63 AMG 6×6 nun 20, 30 oder 40 Liter Kraftstoff auf 100 km verbraucht.

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Das ist doch kein Auto mehr, wie wird denn so ein Gefährt zugelassen?

Der Mercedes-Benz G63 AMG 6×6 ist ein „ganz normaler“ PKW, auch wenn ich hier eine Einschränkung machen muss. Auf Grund des hohen Gewichtes, darf dieses Fahrzeug nicht jeder fahren. Wer z.B. einen alten Klasse 3 Führerschein hat, der braucht sich um die Fahrerlaubnis z.B. keine Sorgen machen.

Was schreiben die anderen über den G63 AMG 6×6?

Ich bin die Über-G-Klasse natürlich nicht alleine gefahren, hier ein paar weitere Stimmen:

„Was die Zahlen gar nicht vermitteln können, ist das einmalige Fahrgefühl. Noch beeindruckender als auf Asphalt ist das Erlebnis auf unbefestigtem Untergrund. Ob steile Auf- oder Abfahrten – wo andere Offroader nur im Kriechgang vorankommen, fliegt der 6×6 regelrecht drüber. Und wenn das Ungetüm doch einmal droht, die Bodenhaftung zu verlieren, versetzt er einfach ein Stück und dann es geht unbeirrt weiter.“ schreibt Christian Sauer bei wanted.de

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Markus Jordan vom MB-Passion Blog hat ja schon öfters über den G63 AMG 6×6 geschrieben, auch er machte mit mir zusammen seine erste Fahrt und zeigte sich nicht weniger begeistert: „Bei unserer Testfahrt hatten wir das Gefühl, die Feldwege nicht zu benötigen – man macht diese lieber selbst. Steigungen, Wasserdurchfahrten… – egal: – und vor allen: welche Bodenwellen? Schaut man auf die Offroad-spezifischen Daten, fällt einen die Überlegenheit im Gelände schnell auf: Bodenfreiheit von 460 mm, eine Steigleistung von 100 Prozent und eine Wattiefe von 1 Meter sind durchaus eine Ansage.“

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Bei der Fahrveranstaltung war auch der Fashion-Fotograf Peter Atkins vor Ort, er hatte Respekt: „Die voluminöse Bereifung der drei Achsen, der gewaltige Abstand zum Boden, die lichte Höhe von knapp 2,30m bei einer Breite von gut 2,10m und das klare, gradlinige Design flößen Respekt ein. „

Respekt hatte ich auch – und euch verrate ich nun mal ein kleines Geheimnis. Ich bin beim ersten Mal nicht den Berg hochgekommen, denn ich hab mich nicht getraut „einfach auf dem Gaspedal“ zu bleiben. Irgendwie hatte ich soviel Respekt vor diesem Fahrzeug und natürlich hatte ich auch etwas Angst, bei diesem 455.700 Euro Geschoss etwas kaputt zu machen. Was für ein Superlativ!

Am kommenden Freitag geht es übrigens in die komplette andere Richtung, da stelle ich euch aktuelle Neuwagen vor, die man bereits für unter 10.000 Euro kaufen kann – eine Mercedes-Benz G-Klasse ist da leider nicht dabei.

Falls ihr euch für einen Mercedes-Benz G63 AMG interessiert, könnt ihr hier schauen, wie hoch der Versicherungsbeitrag ist.

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