Mein erstes Auto: Matthias – Trabbi Kombi 1970

Wir bei der R+V24 sind alle ziemlich autobegeistert. Letztens schwelgten wir in Erinnerungen an unsere ersten Autos und ruckzuck war die Idee geboren, eine Blogreihe zu starten.

Das gesamte Team wird nach und nach berichten. Den Anfang macht Matthias:

Die Wende war schon Vergangenheit, ein einiges Deutschland bereits Tatsache aber die Teilung war noch spürbar. Ich spreche von der Zwischenzeit, so Anfang 1991.

Das erste Geld in DM bereits verdient… für damalige Verhältnisse unverschämt viel Westknete, ergaben sich plötzlich Gelegenheiten, die man sich zu DDR-Zeiten nur erträumen konnte.

Ein Trabbi war greifbar und musste her. Ein Trabbi! Zu DDR-Zeiten hätte ich noch weitere 10 Jahre warten müssen, um ein eigenes Auto mein Eigen nennen zu dürfen. Und natürlich nicht irgendein Trabbi, ein Trabbi Kombi musste es sein. Man hatte ja noch was vor… Kind transportieren, einkaufen, eben das, was mit einem Kombi halt so möglich ist…

Trabbi Kombi

200 DM investriert und die coole Kiste bei einem zwielichtigen Landsmann erstanden. OK, weinrot war nun nicht unbedingt die Farbe, die ein Trabbi haben sollte… aber besser als nix und einem fast geschenken Gaul, schaut man bekanntlich nicht ins Maul.

Eingestiegen und losgedüst, nach Hause… zwischendurch den merkwürdigen Tankvorgang mit einem Öl-/Benzingemisch erledigt, 30 weitere DM investiert und weiter gehts.

Ich fühle mich gut. Ich bin Autobesitzer. Kurz vor zu Hause noch das Fenster runtergekurbelt… ich sage Kurbeln, denn irgendeine Art von Elektrik war ja nicht vorhanden. Der Wind zerzaust mir das Haar… ich hatte damals noch mehr davon als heute. Ich geniesse die Fahrt in den Sonnenuntergang.

… und fast zu Hause angekommen, riecht es plötzlich irgendwie … verbrannt.

Oh Gott, mein Trabbi brennt… Panikbremse, ausgestiegen, die Hinterräder qualmen…

Trabbi Kombi

Mein schönes „neues“ Auto brennt, 200m von zu Hause entfernt. Ein aufmerksamer Anwohner versorgt mich mit einem Eimer Wasser und mein Eigentum erstickt in einer Wolke aus beissendem und zischendem Qualm.

Ich habe das Fahrzeug dann auch selbst nicht mehr geöffnet. Es war einfach zu traurig. Etwa drei/vier Tage später habe ich ihn dann verschenkt…an noch so eine arme Sau wie mich, die sich kein anständiges Auto leisten konnte/wollte und hoffentlich vor lauter Aufregung nicht vergaß, die Handbremse vorschriftsmäßig zu lösen.

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