SEAT Leon ST – große Klappe viel dahinter?

Der Seat Leon ST steht im Konzern-Ranking auf dem dritten Platz. Sein Kofferraumvolumen von 587 Liter bringt ihm direkt die Bronzemedaillie und er muss sich nur von seinen Konzern-Brüdern VW Golf Variant und Skoda Octavia Combi geschlagen geben. Der Seat Leon ST hat also nicht nur eine große Klappe, sondern hält – vom Volumen her – was er verspricht. Zusammen mit Christian, ging es nach Barcelona um dort den Seat Leon ST einmal etwas näher kennen zu lernen.

Im Rahmen einer Marketing-Veranstaltung verloste Seat eine Testfahrt. Christian war der glückliche Gewinner und exklusiv für den R+V24 Drive-Blog konnte ich auch von ihm eine Einschätzung ergattern, doch dazu später mehr. Erst stelle ich euch den Seat Leon ST mal vor. Von dem üppigen Kofferraumvolumen habe ich ja bereits geschwärmt. Damit ist die Zielgruppe eigentlich auch schon definiert. Seat hätte gerne den Familienvater mit 2 Kindern, dabei darf die Familie durchaus einen erhöhten Platzbedarf benötigen. Sportlich aktive Familien? Rennrad-Fahrer, Mountainbiker, Surfer? Das würde man bei Seat vermutlich gerne sehen und es würde auch zum Seat Leon ST passen, denn sportlich gezeichnet ist er.

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Spanisches Blut, Deutsche Vorfahren?

So ungefähr, denn auch wenn der Seat Leon ST in Spanien, besser gesagt in der Nähe von Barcelona, vom Band läuft – wird das Fahrzeug nach deutschen Qualitätsvorgaben produziert. Die Motoren kommen von VW, das ist kein Geheimnis und auch viele weitere Bauteile werden just in time ans Band geliefert. Seat gehört seit 1986 zum VW-Konzern und wer immer noch Bedenken bzgl. der Qualität hat, der sollte wissen, dass der Audi Q3 im gleichen Werk produziert wird.

Der Startpreis ist heiß und die Basisfarbe nicht Weiß!

Ab einem Verkaufspreis von 16.640 Euro geht es los, in der Basisausstattung kann man aber nicht aus allen Motoren wählen. Diese gibt es erst ab der Ausstattung Reference. Ohne Aufpreis gibt es die Farbe „Emocion Rot“, alle weiteren Farben sind gegen einen Aufpreis zwischen 530 und 790 Euro erhältlich. Serienmäßig verfügt der Seat Leon ST über eine gute Sicherheitsausstattung und Halogen-Doppelscheinwerfer. Gegen einen Aufpreis von 1190 Euro kann man sich hier für die Voll-LED Scheinwerfer entscheiden, die nicht nur das sportliche Image unterstreichen, sondern auch mehr Licht und dementsprechend mehr Sicht bieten. Egal für welchen Motor man sich entscheidet, ich spreche mich für das große Panorama Glas Schiebedach aus. Dieses gibt es optional für einen Aufpreis von 890 Euro und macht den Innenraum hell. Die Climatronic für 360 Euro und die Sitzheizung für 375 Euro würde ich mir auch noch gönnen wollen, denn auch der sportlichste Familienvater muss nicht frieren.

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Der ST (ST steht übrigens für SportTourer) ist 27 cm länger als der Seat Leon mit 5 Türen. Diese Länge kommt dem Kofferraum zu Gute der, wenn man die Rücksitzbank umlegt, über ein Volumen von bis zu 1470 Liter verfügt. Doch wie fährt er sich? Getestet haben wir den 1.4 Liter 140 PS TSI Benziner mit Direkteinspritzung, dieser kam mit dem leichten Seat Leon ST gut zurecht und die manuelle 6-Gang Schaltung stellte weder Fahrer noch Fahrzeug vor irgendwelche Probleme. Der Seat Leon wurde leichter, in der Basisversion wiegt der Seat Leon ST gerade einmal 1233 kg und wir wissen alle wie es ist, wenn man ein paar Kilogramm weniger den Berg hinaufschleppen muss. Das Fahrwerk zeigt sich komfortabel abgestimmt, wer es zu sportlich angeht, wird es an seine Grenzen bringen. Doch diejenigen, die das wollen, sind mit einem Seat Leon ST FR sowieso besser bedient. Dort gibt es dann ein 15 mm tiefergelegtes Sportfahrwerk, eine Progessivlenkung und einen Querstabilisator, der die Wankbewegungen vermeiden soll. Der Basispreis vom Seat Leon ST FR startet ab 23.250 Euro. Unterm Strich wird man vermutlich bei ca. 25.000-35.000 Euro landen, je nach dem wie sehr man sich bei der Wunschkonfiguration ausgetobt hat.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Euro NCAP gab dem Seat Leon ST im Crashtest 5 Sterne, beim Insassenschutz für Erwachsene bekam der Seat Leon ST 94% der maximalen Punktzahl und auch bei der Kindersicherheit schnitt der neue Seat Leon ST mit 92% nicht viel schlechter ab. Eltern kleinerer Kinder freuen sich über die ISOFIX Halterungen hinten links und rechts sowie über den abschaltbaren Beifahrerairbag. Größere Mitfahrer freuen sich über das Platzangebot und die gute Kopffreiheit auf den hinteren sowie den vorderen Plätzen. Der Fahrer freut sich über eine gute Rundumsicht und über ein Fahrzeug, welches man bedienen kann ohne erst lange eine Anleitung zu lesen. Da hat Seat doch vieles richtig gemacht, oder?

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Was sagen die anderen über den Seat Leon ST?

Wie oben schon angekündigt habe ich auch Christian gefragt, der via Facebook den Kurztrip nach Barcelona gewonnen hatte: „Ich war schon vom 5-Türer begeistert und da ich für mich aber eher nach einem Kombi suche, war ich unheimlich gespannt auf den Leon ST. In Barcelona bin ich den ST mit dem 1,4l TFSI und 140PS gefahren. Das ganze in der Style Ausführung. Style, Ambiente und Fahrgefühl in der Stadt und der Autobahn war sehr angenehm. Was mir nicht so gefallen hat, war das Wankverhalten in den Bergen von Barcelona. Der ST lag zwar sicher auf der Straße ohne zu untersteuern, trotzdem fehlte hier dieses Kurvenräuber-Gefühl. Er fühlte sich hier etwas an wie ein Kleintransporter mit Blattfedern. Hier würde ich doch eher eine FR Version mit einstellbarem Fahrwerk wählen, um in jeder Situation genau den Leon zu haben, wie ich ihn haben will. Sportlich in den Kurven und komfortabel auf langen Autobahnfahrten. Natürlich will auch ein Leon ST FR erst mal finanziert werden, denn wenn man sich im Konfigurator mal richtig austobt, kann dieses Auto auch mal schnell 35.000€ kosten. Auf den ersten Blick viel Geld, aber guckt man sich im Volkswagen Konzern um, so wird man schnell merken, dass man dort so schnell kein so sportliches und temperamentvolles Fahrzeug mit modernster Technik aus dem Konzern Modellbaukasten bekommt. Ich würde den Seat Leon ST kaufen und jedem empfehlen, der einen schicken Lifestylekombi mit der nötigen Prise spanischem Pfeffer sucht.“ sagt Christian, der übrigens – und das hat sich in privaten Gesprächen herausgestellt – durchaus Ahnung von Automobilen hat .

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Moritz Nolte vom Automobil-Blog war ebenfalls vor Ort, exklusiv für den R+V24 Drive Blog gibt es vorab schon mal ein Statement: „Der neue Seat Leon ST gefällt/überzeugt mit seinem scharfen, dynamischen Design, dem wirklich schön gezeichneten Heck und seinem recht großen Kofferraum.“ und Kollege Jan Gleitsmann hat seinen Beitrag ebenfalls schon veröffentlicht, hier ein Zitat: „Ich gehöre zur konkreten Zielgruppe des SEAT Leon ST – sportlich ambitionierte Familienväter in den 40igern mit Nachwuchs. BÄM! Hat geklappt. Mich hat der SEAT Leon ST durchaus angesprochen.“ er hat aber durchaus etwas zu kritisieren. Dazu muss man wissen, dass Jan Gleitsmann durchaus ein audiophiles Ohr hat, wer einmal für einen Premium-Hersteller von Hifi-Produkten gearbeitet hat, kann vermutlich nicht anders: „Enttäuschend ist das SEAT-eigene Premium-Soundsystem. Das ist zwar als Option preiswert zu konfigurieren, klingt aber auch nur befriedigend. Ich würde mir da dann doch noch eine echte Premium-Variante wünschen, damit man den großen Kombi angemessen beschallen kann.“

Kurzfazit: Mir fehlt die obligatorische Rückfahrkamera, ich kann einfach nicht verstehen, dass diese im Jahr 2013 nicht serienmäßig in jedem Fahrzeug verbaut ist, vom Rest? War ich wirklich überzeugt. Ich mag die Linienführung, das Design, die Verarbeitung, die Haptik, die Bedienung (VW – typisch), die LED-Rückleuchten, die LED-Scheinwerfer, die LED-Anzeigen beim Tacho (hat was von Audi), die Rückspiegel, das Panorama-Glasschiebedach (bekannt vom Skoda Octavia) und die Motoren stammen ja sowieso aus dem Konzern. Eigentlich kann man mit dem Seat Leon ST nicht viel verkehrt machen, wenn man den Platz benötigt. Wenn nicht, dann gibt es das Fahrzeug auch 27 cm kürzer. Der Seat Leon ST steht übrigens bereits im Handel, wer also einen Kombi sucht, sollte sich mal zum örtlichen Seat Händler begeben.

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