News der Woche: Audi Studie, Ford Mustang, Nissan Weltrekord, Toyota mit BMW Motor…

Wie bei einem Adventskalender öffnet sich derzeitig fast jeden Tag eine andere Garage. Hinaus kommen teilweise neue Fahrzeuge oder „nur“ Ankündigungen. Ich habe die letzte Woche mal chronologisch aufgearbeitet:

01.12.2013: Motorshow Essen! Letzte Woche hatte Jens noch von der Motorshow Essen 2013 berichtet. Die Motorshow in Essen hat am ersten Wochenende stark zugelegt und zeigte den besten Start seit fünf Jahren. Neben Jens waren ca. 125.000 weitere Auto-Fans in Essen. Das sind ca. 10 % mehr als beim Auftaktwochenende 2012.

Von besonderem Interesse sind dieses Jahr die Sonderausstellungen zum Thema Motorsport: DTM, VLN, Rennstrecken und Verbände warten noch bis morgen auf das Publikum. Dazu sind die Hersteller Skoda und Opel mit großen Ständen vor Ort. Abgerechnet wird zum Schluss. Morgen Abend ist Kassenschluss, nicht nur an den Ticket-Schalter der Messe Essen, sondern auch in den Kassen der Aussteller.

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01.12.2013: Sportlich ging es auch bei Lamborghini zur Sache: sportlich und extravagant Denn die Präsentation vom Lamborghini Veneno Roadster fand „im Rahmen eines exklusiven italienischen Abends“ auf dem Flugdeck eines Flugzeugträgers statt, der in Abu Dhabis Hafen Mina Zayed festgemacht hatte. Der Lamborghini Veneno Roadster ist ein offener Rennsport-Prototyp mit Straßenzulassung. Das extreme Design unterstreicht die Leistung.

Stark ist nicht nur der 12-Zylinder Motor mit einer Leistung von 750 PS, stark limitiert zeigt sich auch das Fahrzeug: nur neun Exemplare werden im Laufe des nächsten Jahres verkauft. Der Preis? Der ist so heiß wie die Location der Präsentation: 3,3 Millionen Euro (ohne Steuern) – dafür bekommt man dann den Lamborghini Veneno Roadster und könnte innerhalb von 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 355 km/h – da fehlt ja dann nur noch die eigene Rennstrecke – mit einer besonders langen Geraden, oder?

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© Foto: Lamborghini

02.12.2013: Nissan unterstützte den stärksten Mann der Welt (Zydrunas Savickas) bei einem neuen Guinness-Weltrekord-Versuch. Der fünffache Weltmeister und „Strongest Man“ hatte nur einen Versuch, um einen neuen Rekord aufzustellen. Gesucht wurde derjenige, der die „meisten Autos gezogen“ hat. Er zog 12 neue Nissan Note Modelle mit einem Gesamtgewicht von insgesamt 12.941 kg über eine Distanz von fünf Metern in nur 32,9 Sekunden. Ob man Zydrunas Savickas auch im Winter zum Anschieben buchen kann?

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 © Foto: Nissan Deutschland

03.12.2013: Toyota präsentiert die ersten Erfolge der Kooperation mit BMW. Der BMW 1.6 Liter Vierzylinder-Diesel kommt im Toyota Verso zum Einsatz. 112 PS bzw. 270 Nm stehen dem kompakten Van zur Verfügung. Damit gibts das Familienfahrzeug zukünftig mit drei Dieselmotoren und zwei Benzinern, die eine Range zwischen 112 und 177 PS abdecken. Man darf gespannt sein, was für Motoren BMW noch für die Japaner bereitstellt.

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 © Foto: Toyota Deutschland

04.12.2013: Opel feiert 100 Jahre Motoren mit 4 Ventilen: Die Geschichte der Vierventil-Motoren begann 1913, als Opel eine neue Generation von Rennwagen für den Großen Preis von Frankreich entwickelte. Die eigentliche Revolution fand jedoch unter der Motorhaube statt. Neben einem Kurbelgehäuse aus Aluminium und einer obenliegenden Nockenwelle, verfügte der 4,5 Liter große und 110 PS starke Motor über jeweils zwei Einlass- und zwei Auslassventile pro Zylinder. Der erste Opel-Verbrennungsmotor mit vier Ventilen pro Zylinder war geboren.

Inzwischen sind die sogenannte Vierventiler aus dem Automobilbau gar nicht mehr wegzudenken. Zwei (in der Regel) größere Einlassventile liegen zwei Auslassventilen gegenüber. Die Zündkerze kann dadurch fast mittig platziert werden. Für die Öffnung und den Schließvorgang sind jeweils Nockenwellen verantwortlich. Ein 4-Zylinder Motor mit 4 Ventilen pro Zylinder ist also ein 16V! Damals war man so stolz auf diese Technik, dass man den Begriff prägte und sich aufs Heck klebte.

Inzwischen gibt es auch 3-Zylinder Motoren mit 12 Ventilen. Die Ventile werden sehr stark beansprucht. Pro Minute werden sie bis zu 4.000 Mal angehoben und von den Ventilfedern wieder zurückgeschlagen. Dabei entstehen bei den Einlassventilen Temperaturen bis zu 500°C und das obwohl sie stets durch das vorbeiströmende Kraftstoff-Sauerstoff Gemisch gekühlt werden. Die Auslassventile müssen noch mehr leiden, hier gibts Temperaturen von bis zu 900°C. Daher werden die Auslassventile in der Regel aus Bi-Metall hergestellt. Die Ventile selbst sind inzwischen hohl und im Innenraum mit Natrium gefüllt. Natrium hat die Eigenschaft bereits bei Temperaturen knapp unter 100°C zu schmelzen. Das flüssige Natrium sorgt für eine bessere Wärmeleitfähigkeit.

So, das war nun ganz schön viel Technik, oder? Aber keine Angst, inzwischen habt ihr damit gar nichts mehr zu tun. Musste man früher noch hin und wieder mal das Ventilspiel einstellen, sollte man heute nur noch zwischendurch auf den Ölstand und die anderen Flüssigkeitsstände achten, dann läuft der Motor schon wie geschmiert.

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05.12.2013: Ford präsentierte an mehreren Orten auf der Welt gleichzeitig den neuen Ford Mustang. Die Neuauflage überrascht mit einer Front, welche an das Evos Concept aus dem Jahre 2011, oder aber auch entfernt an den neuen Ford Mondeo erinnert:

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Das Heck allerdings – das ist typisch Mustang. Drei vertikale Rückleuchten-Streben lassen das US-Car auch bei Dunkelheit auf den ersten Blick erkennen. Erkennen kann man den Ford Mustang auch am Innenraum, dort wurde – mit Verlaub – nicht an vielen Stellschrauben gedreht.

Der Ford Mustang kann es sich erlauben, aber ob die Fangemeinde wirklich reif ist für einen 2.3 Liter ECOBOOST 4-Zylinder? Vielleicht unerhört, aber muss da nicht ein V6 bzw. ein V8 unter die Motorhaube? Nun, es gab schon mal einen 2,3 Liter Motor im Mustang – okay, der ging etwas unter. Den V6 und den V8  gibt es in der USA – hier in Europa bekommt man also den 2.3 Liter 4-Zylinder Benziner, der sich allerdings mit 309 PS und einem Drehmoment von 400 Nm beweisen darf. Na? Geschockt? Keine Angst! Den V8 mit 426 PS und einem Drehmoment von 529 Nm wird es auch geben.

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Ein Cabrio-Modell vom Ford Mustang, der mit einer Länge von 4,78 Meter übrigens genauso lang ist wie der Vorgänger, wird es natürlich auch geben. Mit einem mehrlagigen Stoffdach soll es die Insassen vor Wind und Wetter schützen. Der neue Ford Mustang ist flacher und wirkt moderner . Ob er gefällt? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

© Fotos: Jan Gleitsmann

05.12.2013: Rückzug von Chevrolet? GM wird ab 2016 die Marke Chevrolet aus dem Volumenmarkt zurückziehen. Die viertgrößte Automobilmarke der Welt wird nicht mehr weiter in den Marktanteile von Opel oder Vauxhall räubern, sondern sich um die Ikonen kümmern. In diesem Segment wird Chevrolet auch in Deutschland wettbewerbsfähig bleiben: Auf den Markt kommt die Marke Cadillac – das Vertriebsnetz soll über die nächsten drei Jahre erweitert werden und dementsprechend dürfen wir viele Produkteinführungen erwarten.

Was ändert sich für die Chevrolet-Kunden, die bis Ende 2015 z.B. ein Chevrolet Trax kaufen? Nicht viel! Die Kunden können sich sicher sein, dass es auch weiterhin Ersatzteile, Dienstleistungen und Garantieleistungen für diese Fahrzeuge geben wird. GM dankt den Kunden und den Händlern für die Treue der Marke Chevrolet in Europa… so vermeldet es die Pressemitteilung von GM USA. Die Chevrolet Corvette und den Chevrolet Camaro werden wir vermutlich auch in der Zukunft als zwei Stil-Ikonen von Chevrolet auf unseren Straßen sehen können.

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Über dieses Thema haben z.B. Thomas Gigold und Thomas Majchrzak geschrieben.

06.12.2013: AUDI wird auf der NAIAS in Detroit im Januar ein besonderes Concept-Fahrzeug präsentieren. Sieht man dort die 4,20 Meter lange Studie von einem zukünftigen SUV oder etwa doch das Gesicht vom kommenden Audi TT? Audi hat inzwischen übrigens auch den Audi Q1bestätigt. Der kleinere Bruder vom Audi Q3 soll ab 2016 auf den Markt kommen. In Detroit sehen wir nun aber erst einmal die „allroad quattro concept“ Studie mit zwei Türen, einer großen Bodenfreiheit und einer „Shooting Brake“ Form.

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Das Fahrzeug zeigt sich in der typischen Audi Designsprache: klare Linien, scharfe Kanten und vor allem eine Front, die im Rückspiegel der vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer für Überholprestige sorgen dürfte. Ein kleiner Crossover mit großen 19″ Rädern, fein abgeschmeckt mit den passenden SUV Zutaten (Unterfahrschutz, große Radläufe) und etwas gewürzt mit der neuen Formensprache, die man auch bei der Sport quattro concept Studie gesehen hat.

Die Zukunft bleibt spannend: Ob AUDI beim Audi TT oder beim Audi Q1 auch auf die elektrische Unterstützung setzt, ist noch nicht bekannt; dass viel Hightech das Fahrerlebnis unterstützen wird, ist allerdings sichergestellt.

Sichergestellt ist auch, dass es am kommenden Samstag wieder die Auto News der Woche geben wird!

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