Krieg im Straßenverkehr

Heute Morgen war es wieder so weit – auf dem Weg aus dem Taunus nach Wiesbaden herrschten im Straßenverkehr wieder kriegsähnliche Zustände.

Schon am frühen Morgen stieg mein Adrenalinspiegel bedenklich an. Kurz nach der Auffahrt auf die A3 wurde es spannend, schaffe ich es noch vor dem LKW durch die Baustelle oder muss ich über mehrere Kilometer hinterherkriechen?

Endloser Stau

Hupen, Ausbremsen, dichtes Auffahren und blinkende Lichthupen sind für viele Autofahrer die gängigen Kommunikationsmittel im Straßenverkehr. Mein persönlicher Score ist heute gemäßigt – nur einmal Lichthupe durch einen Laster und zweimal Ausbremsen durch andere Verkehrsteilnehmer, die es scheinbar besonders eilig haben. Ich habe wieder einmal das Gefühl, auf der Jagd zu sein.

Raser und Schleicher

Sobald der Verkehr dichter wird oder sogar Nebel auf der Fahrbahn hängt, teilt sich die Autofahrerwelt in zwei Lager – solche, die mit flotter Fahrweise deutlich demonstrieren, wie „richtiges“ Autofahren funktioniert und solche, die vermeintlich übervorsichtig unterwegs sind und über die Autobahn „schleichen“. Da ist für alle Verkehrsteilnehmer Stress vorprogrammiert.

Grundsätzlich gibt es drei Ursachen für den Arger:

  • Differenz zwischen der Geschwindigkeit, die ich als Verkehrsteilnehmer fahren möchte und der Geschwindigkeit, die ich tatsächlich fahren kann
  • vorausfahrende Fahrzeuge, die trotz ausreichend großer Lücke nicht auf die rechte Spur ausweichen
  • heranrasende, drängelnde Fahrer

Vorsicht bei Beleidigungen 

Schnell lässt man sich dann auch zu eindeutigen Handlungsweisen und verbalen Attacken hinreißen. Das kann dann allerdings ziemlich teuer werden wie z.B.

  • „Bekloppter“: 250 Euro*
  • „Dumme Kuh“: 300-600 Euro*
  • „Bei dir piept’s wohl“: 750 Euro*
  • „Wichtelmann“ oder „Bullenschwein“: 1.000 Euro*

*angegeben sind die Geldstrafen in Tagessätzen

Autofahren macht keinen Spaß

Es macht schon lange keinen Spaß mehr mit dem Auto unterwegs zu sein und leider wird es gefühlt von Tag zu Tag schlimmer. Auch in meinem Bekannten- und Freundeskreis gibt es alle Typen von Verkehrsteilnehmern:

Derjenige, der mit seinem Porsche mit 300 über die A3 fegt und sich gerne im sportlichen Wettkampf mit anderen Zeitgenossen ähnlichen Kalibers misst. Solche, die gerne bei gemäßigtem Tempo ihrem Cabriodasein frönen oder die ältere Generation, die meint, die rechte Spur der Autobahn sei ausschließlich für LKWs reserviert.

Vielleicht ist aber auch ein generelles Tempolimit eine Lösung? Jeder von uns hat sich sicherlich auch schon einmal dabei ertappt, dass sich angestauter Ärger beim Autofahren entlädt.

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Fotoquelle:
alexandragl1/iStock/Thinkstock

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