Neuwagen der Woche: Audi RS4 – der sportliche Familienwagen?

Wusstet ihr eigentlich, dass ich mein geliebtes Cabrio verkaufen musste als ich Familienvater wurde? Das Cabrio musste weichen und seitdem fahre ich eine typische Familienschleuder. Beim Cabrio wollte ich allerdings auch keine Kompromisse eingehen, anders geht es Besitzern von sportlichen Fahrzeugen, denn die könnten z.B. auf den sportlichen Audi RS4 zurückgreifen. Der bietet als Avant (so werden die Kombi-Modelle von Audi genannt) Platz für Kind und Kegel und bietet, nicht nur dank dem Antrieb, viel Fahrspaß.

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Lasst uns bitte nicht über Sinn oder Unsinn von solchen Modellen streiten. Fakt ist: Es gibt diese Fahrzeuge! Ebenfalls Fakt: Sie werden auch verkauft und ganz ehrlich? Ich kann die Käufer verstehen!

Natürlich „braucht“ kein Familienvater einen Sport-Kombi mit 450 PS. Natürlich nicht. Doch wer sich die monatlichen Kosten leisten kann, dem gönne ich so ein Fahrzeug von ganzem Herzen.

Es ist dieser eine Moment! Der Druck auf das Fahrpedal, der durch das Fauchen des 4.2 Liter V8 Motors quittiert wird. Innerhalb von 4,7 Sekunden beschleunigt der Audi RS4 Avant von 0 auf 100 km/h und steht schon kurze Zeit später bei Tempo 250 km/h. Optional endet das Beschleunigungsvergnügen auch erst bei Tempo 280!

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V8! Hach! Dieses sonore Blubbern. Unverständlich, dass nicht jeder Automobilhersteller mindestens ein V8-Motor im Sortiment hat. In Zeiten von Downsizing müssen wir uns halt daran gewöhnen.

Beim Audi RS4 darf der V8 noch blubbern und die Gasstöße vom Fahrer akustisch untermalen. Natürlich „braucht“ man das nicht, aber es macht so unfassbar viel Spaß – wenn man denn auf sowas steht. Vermutlich kann man einem Eskimo eher einen Kühlschrank verkaufen als einem umweltbewussten Fahrradfahrer einen Audi RS4, aber so ist das nun mal mit solchen Fahrzeugen, die einen Verbrauch von 10,7 Liter „versprechen“.

Ich muss euch nicht erzählen, dass man diesen Wert verdoppeln kann, oder? Dafür sitzt man dann in einem klassischen Familienwagen, der allerdings genauso schnell beschleunigt wie z.B. ein Maserati Quattroporte oder aber z.B. ein Porsche Cayman S.

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Der Antrieb erfolgt dank quattro-Antrieb über alle vier Räder, geschaltet wird über ein Doppelkupplungsgetriebe und wenn der Fahrer möchte, kann er manuell Eingriff nehmen. Dafür reicht es dann, die Schaltwippen am Lenkrad zu bedienen. Die Hände gehören ans Lenkrad, von dort aus erreicht man sämtliche Bedienungsmöglichkeiten und kann nach einer kurzen Eingewöhnungsphase das Fahrzeug wie im Schlaf bedienen.

Der Innenraum zeigt sich hochwertig verarbeitet und gibt sich keine Blöße. Das Fahrwerk lässt sich optional, dank Audi Drive Select Funktion, so einstellen wie man es gerne hätte. Hart oder komfortabel? Der Fahrer ist der Chef im Ring, bzw. im Fahrzeug mit den 4 Ringen.

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Fahrer und Beifahrer sitzen auf wunderbar ausgeformten Sitzen, die sich nicht nur gut ein- und verstellen lassen, sondern auch noch ausreichend Seitenhalt bieten. Im Fond gibt es ausreichend Platz für zwei Erwachsene bzw. drei Kinder. 490 Liter schluckt der Kofferraum, 61 Liter gehen in den Tank und so sieht man den Tankwart oft schneller als einem lieb ist. Der hingegen wird sich freuen, denn der Audi RS4 Avant hätte gerne etwas von der besten Suppe. Man tankt Superplus ROZ 98!

Eine Familientauglichkeit muss man dem Audi RS4 unterstellen, auch wenn die Tankkosten das Familienbudget noch weiter limitieren könnten, vor allem wenn man bedenkt, dass man für so ein Fahrzeug ca. 75.000-100.000 Euro auf den Verkaufstresen vom freundlichen Audi Händler legen muss. Steuern und Versicherung fallen dann auch nicht mehr ins Gewicht, bei solchen Preisen interessieren diese Fix-Kosten nun wahrlich nicht.

Im Innenraum gibt es zahlreiche Ablageflächen, die Kindersitze lassen sich ohne Probleme montieren. Mit einer Zuladung von über 500 kg beweist der Audi RS4 Avant, dass er ein Schnell-Laster ist.

RS steht bei Audi übrigens für Rennsport und aus dem Rennsport kommen auch einige Technologien, die in diesem Modell für ein temporäres Gesichtslifting verantwortlich sein könnten. Nach der Probefahrt im Audi RS4 Avant hatte ich ein Grinsen im Gesicht. Wie glücklich die Unvernunft doch machen kann, oder? Der Weg zum Brötchen holen, führte schon immer über die Autobahn…

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Die Nachbarn werden einen übrigens auch mit dem RS4 noch mögen, denn so richtig laut wird er nur unter Volllast – oder beim Zurückschalten. Startet man das Fahrzeug mit dem Startknopf, dann blubbert der V8 ruhig und gediegen los. Bis zu dem Zeitpunkt, wenn der Fahrer das Gaspedal von der 0-Stellung zur 1-Stellung bewegt, sprich Vollgas. Eine Klappensteuerung für die Auspuffanlage gibt es nicht, somit muss man auf den einstellbaren Auspuffklang verzichten. Darum kümmern sich aber gut und gerne die Tuner, die an einem Audi RS4 ebenfalls noch gerne Hand anlegen.

Nicht zu verbessern ist das MMI. Das Infotainmentsystem. Das Display ist scharf und gut ablesbar, passend dimensioniert und nicht überfrachtet. Das gleiche gilt für die Bedienungselemente.

Eigentlich gibt es beim Audi RS4 sowieso nur einen Kritikpunkt: Ich kann ihn mir nicht leisten! Wenn ich ihn mir leisten könnte, dann würde meine bessere Hälfte mir was von „Vernunft“ erzählen. Dabei kann die Unvernunft so schön sein, oder? Wer noch mehr Leistung und noch mehr Platz benötigt, der greift mit dem Audi RS6 einfach eine Nummer höher ins Regal und wer keinen Kombi benötigt wird mit dem Audi RS7 glücklich. Schöne, schnelle, Welt!

Was schreiben die anderen Blogger? Nicht viel! Ich kann euch noch einen Beitrag von Jan Gleitsmann verlinken und Mario-Roman Lambrecht hatte bei seiner Ausfahrt schlechtes Wetter und scheinbar viele Ampeln.

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