Neue Sirenen auf Polizeiwagen

Hier in Wiesbaden (Hessen) heulen die Sirenen schon länger nicht mehr das klassische Tatütata. Warum klingt es nun auf unseren Straßen eher wie im amerikanischen Fernsehen und welche Vor- bzw. Nachteile verbergen sich dahinter?

Als ich vor mehr als zwei Jahren von München (Bayern) in die hessische Landeshauptstadt zog, fiel es mir sofort auf: Die Streifenwagen machten ganz anderen Krach als die in Bayern. Das klassische Tatütata gabs nicht. Doch warum macht sich die Polizei hier anders bemerkbar?

Polizei ist Ländersache

Polizeiangelegenheiten sind Ländersache – werden also wie Bildungsentscheidungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich beschlossen und geregelt. Änderungen und Ergänzungen in der Straßenverkehrszulassungsordnung werden also auch unterschiedlich schnell umgesetzt.

In der freien Gestaltung sind nun also die hessischen Streifenwagen flott gewesen. Sie haben die Lockerungen bezüglich der Tonregelung bereits umgesetzt.

Polizei Sirene

Nicht nur Ton, auch Licht neu und anders

Neben der „fremden“ Sirene können Polizeiautos aber auch Nachrichten einblenden. „Stopp, Polizei“ oder auch „Folgen“ sind bekannt. Neu ist hier der Einsatz von lichtstarken Lasern, die grell scheinen oder auch blitzen können und so sehr auffällig sind.

Aktuell im Übergangsprozess sind noch einige Nachteile vorhanden, die sich hoffentlich mit der Zeit legen werden.

Fremd und unbekannt

Viele Menschen sind beispielsweise noch nicht mit den Licht- und Tonsignalen vertraut und wissen nicht, wie sie darauf zu reagieren haben.

Andere beschweren sich über den Lärm. Und von Seiten der Polizei wurde bereits die Erfahrung gemacht, dass einige Menschen durch den ungewohnten Ton genervt sind und die Stimmung schon vor dem eigentlichen Gespräch mit der Polizei gereizt ist.

Sicherheit wird erhöht

Für die neuen Sirenen und Lichtanlagen spricht die erhöhte Sichtbarkeit. Es kann besser erkannt werden und es handelt sich dabei um eine klare Handlungsaufforderung.

Auch wenn viele aktuell auf Grund der neuen Geräuschkulisse nicht sofort wissen, was zu tun ist, so hilft die präzise Formulierung auf dem Dach.

Außerdem wird die Sicherheit der Polizei erhöht. Viele Autofahrer nehmen die Polizei hinter sich nicht wahr und diese muss dann sehen, wie sie überholt, um die altbekannte Keller raushalten zu können.

Aus grün mach blau

Im Gespräch zu diesem Artikel fiel uns auf, dass das ja nicht einzige Änderung ist. Wer weiß noch, dass die Streifenwagen nicht schon immer blau sind, sondern früher grün waren?

Andreas wies mich außerdem darauf hin, dass es in Marburg ein sehenswertes Museum über Polizeioldtimer gibt. Dort kann man sicherlich alle (Weiter)Entwicklungen bestens nachvollziehen.

Aber nun mal ehrlich: Was meint ihr? Ist das eine sinnhafte Veränderung im Straßenverkehr oder doch alles Quatsch?

 

Fotoquelle:
Armin Lehnhoff/iStock/Thinkstock

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