Alfa Romeo Giulietta gebraucht kaufen? Fahrbericht, Test, Kaufberatung…

Meine Freundin war damals schon etwas eifersüchtig, denn mit Giulietta verbrachte ich viele schöne Stunden. Gemeinsam fuhren wir in die Stadt, übers Land und waren auch auf der Autobahn unterwegs. Giuletta war aber nicht meine italienische Affäre, sondern ein ganz besonderes Fahrzeug: Alfa Romeo Giuletta – mit 170 PS ein Temperamentsbolzen. In einem attraktiven Rot wollte sie mich verführen und glänzte nebenbei noch mit Lack und Leder. Ob ich mich verliebt habe? Das erfahrt ihr jetzt…

alfa-romeo-giulietta-fahrbericht-test-jens-stratmann-drive-block-seite

Um die heiße Italienerin zu wecken, muss man den Fahrdynamikschalter von N (wie Neutral) auf D (wie Dynamik) umstellen. Anschließend versprüht dieses Fahrzeug die komplette Leidenschaft, die der 1.4 Liter 16Ventiler Benziner bereit ist abzugeben. Wie oben schon erwähnt, sind das 170 PS, die über die Vorderachse auf die Straße wollen.

Im Dynamikmodus werden die Kennlinien vom Motor, der Lenkung, vom elektronischen Differential und vom elektronische Stabilitätssystem (ESP) verändert und man darf sich auf einen heißen Ritt gefasst machen, ohne jedoch die Kontrolle zu verlieren.

Fahrfehler verzeiht Giulietta, diese bügelt die Elektronik schnell wieder aus und sollte der Fahrer es doch mal übertreiben, dann bremst die rote Schönheit diesen schon wieder ein.

Unangeschnallt zu fahren ist verboten! Das brauche ich euch nicht erzählen. Wer es in dem Alfa Romeo versucht, bekommt die Warntöne nur so um die Ohren gehauen. Italienerinnen sind scheinbar etwas lauter. Ganz und gar nicht laut ist das Fahrzeug im Innenraum und auch die Auspuffanlage gibt sich sehr dezent.

alfa-romeo-giulietta-fahrbericht-test-jens-stratmann-drive-block-motor

Getankt werden muss das Fahrzeug übrigens an einer normalen Tankstelle, mit Prosecco oder Champagner gibt sich die Giuletta nicht zufrieden. Sparsam? Ich bin die Giuletta mit einem Verbrauch  zwischen 6,5 und 9,9 Litern auf 100 km gefahren. Dabei hatten wir damals, ich kann mich noch sehr gut erinnern, auch Neuschnee und festgefahrenen Schnee. Ich habe im Schwarzwald gewohnt, mich schockiert das nicht, aber die anderen Verkehrsteilnehmer sorgen dann regelmäßig für Staus in der Innenstadt.

Platz bietet die Giulietta für 4 Personen, wie eine italienische Mama kümmert sie sich rührend um die Mitfahrer. Ausreichend Platz und bequeme Sitze, die ggf. schlankeren Personen etwas mehr Seitenhalt bieten könnten.

Der Tacho und der Drehzahlmesser glänzen mit einer 0-Stellung auf 6 Uhr (als unten), dazu gibt es einen sportlichen Touch dank Kippschalter und Aluminium-Verstellrädchen.

Im Fond freuen sich die Kinder über die „lustigen Türgriffe“ (die ggf. zugeschneit und vereist zum Problem werden könnten) und über die gute Innenraumbeleuchtung. Kindersitze lassen sich gut und einfach montieren.

alfa-romeo-giulietta-fahrbericht-test-jens-stratmann-drive-block-front

Giuletta kann auch einstecken! 350 Liter passen in den Kofferraum und da kommen wir auch gleich zum Kritikpunkt! Die heiße Italienerin hat zwar einen wunderschönen Hintern und wahnsinnig tolle Rückleuchten, jedoch sorgt die Form auch für eine eingeschränkte Rundumsicht. Daher würde ich mir stets ein Fahrzeug mit Rückfahrwarner konfigurieren bzw. suchen.

Außerdem würde ich die Automatik gerne gegen die 6-Gang Handschaltung tauschen.

Sebastian Bauer ist die reinrassige Italienerin auch schon gefahren, er fuhr den 2.0 Liter Turbodiesel mit ebenfalls 170 PS: „Design ist nicht messbar. Aber gerade das Design, die Liebe zum Detail und all die schönen Schokoladenseiten, innen und außen, locken einen immer wieder in die Giulietta. Dazu ist der Motor – vom Verbrauch einmal abgesehen – ein klasse Triebwerk und zusammen mit dem TCT Getriebe die ideale Kombination aus Komfort und Sportlichkeit – ideal für einen Alfa und an der Software zur Getriebesteuerung lässt sich ja auch noch weiter feilen.“ aber Sebastian findet auch Kritikpunkte, die ihr euch gerne in seinem Beitrag nachlesen könnt.

alfa-romeo-giulietta-fahrbericht-test-jens-stratmann-drive-block-heck
Ich stimme ihm in Sachen Infotainmentsystem (Kritik in seinem Beitrag) übrigens zu. Das ist nicht mehr State of the Art und etwas überholt. Wurde beim letzten Facelift aber auch wohl verbessert. Die Übersetzungsfehler habe ich der Alfa Romeo Giuletta verziehen, das macht ja dann doch einen besonderen Charme aus.

Interessant ist übrigens die Tatsache, dass die Freundin von Sebastian, meine Freundin und auch die Frau von Jan sich für die Giulietta begeistern konnten, ich dachte Frauen wären immer so schnell eifersüchtig.

Jan zieht sein Fazit wie folgt: „Die 2012 Alfa Romeo Giulietta 1.4 Liter 16V ist ein Auto, was Spass macht. Ein Alfa, der mich emotional erreicht hat. Mit dem Sportschalter hat man durchaus die Wahl gesittet durch die Stadt zu fahren oder es auf der Landstrasse mal krachen zu lassen.“ – seinen kompletten Beitrag gibt es hier zu lesen: klick.

alfa-romeo-giulietta-fahrbericht-test-jens-stratmann-drive-block-hinten

Das Fahrzeug gibt es natürlich auch noch als Neuwagen zu bestellen, doch auch als Gebrauchtfahrzeug sieht es immer noch verführerisch aus. Vorsicht, schaut der attraktiven Italienerin nicht zu tief in die Augen (Rückleuchten) sonst ist es um euch geschehen.

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: