Neuwagen der Woche: 2014 BMW 2er Coupe F22 M235i Fahrbericht / Test

Der neue BMW 2er ist länger und breiter als der BMW 1er und ist trotzdem nicht schwerer geworden. Der konsequente Leichtbau von BMW und den Zulieferbetrieben zahlt sich also aus.

Denn anstatt auf Hubraum zu verzichten und auch beim Motor auf Downsizing zu setzen, darf im M235i ein 3.0 Liter Reihen-Sechszylinder den Vortrieb übernehmen. 326 PS stehen zur Verfügung und das maximale Drehmoment von 450 Nm liegt zwischen 1.300 und 4.500 u/min an.

Die Höchstgeschwindigkeit wurde elektronisch auf 250 km/h begrenzt und den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert das kompakte Coupé (welches übrigens in Leipzig vom Band läuft) innerhalb von 4,8 Sekunden. Diesen Wert schafft der M235i allerdings „nur“ in Verbindung mit der 8-Gang Automatik. Wer sich lieber selber durch das 6-Gänge Menü wählt, büßt 0,2 Sekunden ein.

Angetrieben wird natürlich die Hinterachse, optional wirkt sich hier ein Sportdifferenzial positiv auf das Fahrverhalten aus.

BMW-M235i-Coupe-Fahrbericht-Test-Drive-Blog-Jens-Stratmann-Front

Die Lenkung arbeitet elektro-mechanisch, das hat übrigens einen großen Vorteil: Benötigt eine hydraulische Servolenkung auch beim Geradeauslauf „Kraftstoff“, so benötigt die elektro-mechanische Lösung in dem Fall kaum Strom. Im neuen BMW 2er Coupé kann, um Kraftstoff zu sparen, z.B. auch der Klimakompressor abgekoppelt werden.

Realisiert werden Verbrauchswerte von 7,6-8,1 Liter (NEFZ), jedoch möchte ich nicht verschweigen, dass sportlich ambitionierte Fahrer diesen Wert auch verdoppeln können.

Der BMW M235i – bewegend anders:

Mit dem BMW M235i feiern wir hier auch eine kleine Premiere: Wir versuchen nun zu jedem Neuwagen der Woche einen kurzen Videoclip zu erstellen, um euch die Fahrzeuge so auch in Bild und Ton zu zeigen.

BMW-M235i-Coupe-Fahrbericht-Test-Drive-Blog-Jens-Stratmann-Scheinwerfer-Xenon-US-Version

Der Reihen-Sechszylinder wird durch einen Turbolader zwangsbeatmet und Durchatmen können auch Fahrer und Beifahrer, sitzen diese doch durchaus bequem auf den vorderen beiden Plätzen. Hinten wird es im BMW 2er Coupé natürlich etwas eng. Der BMW M235i ist ein ehrliches Fahrzeug, denn BMW versucht hier gar nicht erst fünf Sitzplätze vorzugaukeln.

Das BMW 2er Coupé verfügt über vier Sitze, hinten sehe ich allerdings Personen unter 1,70 Meter oder Kinder. Für Kinder ideal sind die starren Gurtpeitschen bzw. die ISO-Fix-Halterungen für die Kindersitze. Der Beifahrerairbag ist übrigens auch deaktivierbar, dort kann man also ebenfalls einen Kindersitz unterbringen.

BMW-M235i-Coupe-Fahrbericht-Test-Drive-Blog-Jens-Stratmann-Motor

Kinderleicht ist die Bedienung, selbst für Umsteiger von anderen Marken ist das BMW 2er Coupé leicht zu bedienen und bietet keine Schwierigkeiten. Beeindruckt war ich von der Fülle an Getränkehaltern im vorderen Bereich. In die Türtaschen passen z.B. die Rettungsweste und 1 Liter Flaschen und zusätzlich stehen zwei weitere Getränkehalter bereit. Das Display vom Infotainmentsystem konnte man auch bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesen.

BMW-M235i-Coupe-Fahrbericht-Test-Drive-Blog-Jens-Stratmann-Innenraum-Lenkrad-Cockpit

Beim Kofferraum stehen nun 390 Liter zur Verfügung. Der Platz dürfte für den Wochenendeinkauf bzw. für einen Kurztrip reichen. Braucht man mehr Platz, dann kann man bequem vom Kofferraum aus die Rücksitzlehnen umlegen. Dafür muss man ggf. vorher die Kopfstützen anlegen bzw. Fahrer- und Beifahrersitz nach vorne fahren lassen. Die Zuladung liegt übrigens bei beindruckenden 510 kg!

BMW-M235i-Coupe-Fahrbericht-Test-Drive-Blog-Jens-Stratmann-Kofferraum

Über eine Gurthöhenverstellung verfügt das BMW 2er Coupé (F22 2014) nicht. Der Sitz lässt sich gut einstellen und auch das Lenkrad lässt sich axial und vertikal verstellen.

Der von uns gefahrene Testwagen verfügte über die US-Ausstattung (Scheinwerfer, Instrumente, Blinker, Rückleuchten, Infotainmentsystem). Wir sind das Fahrzeug über die Interstate und im Stadtbereich von Las Vegas gefahren, dazu noch kurz zum Fotoshooting in die Wüste. Der BMW hat uns allerdings nicht in die Wüste geschickt, sondern uns sicher wieder zurück gebracht.

Das Fahrzeug verfügt über eine elektronische Verstellung der Kennlinien und kann je nach Wunsch komfortabel oder sportlich abgestimmt werden. Es verändert sich in dem Fall nicht nur die Kennlinie der Motor und Getriebeverbindung. Das Lenkradverhalten wird sportlicher und im Sport+ Modus wird das ESP weitestgehend deaktiviert. Optional steht dort, zum ersten Mal bei BMW, eine Launch-Control zur Verfügung, bei der das Fahrzeug den optimalen Sprint hinlegt.

BMW-M235i-Coupe-Fahrbericht-Test-Drive-Blog-Jens-Stratmann-Felgen-Bremsen

Serienmäßig rollt der M235i auf 18″ Felgen vom Band, optional stehen hier auch 19″ Felgen zur Verfügung. Hinter den M-Felgen versteckt sich die passende Bremsanlage. Vorne packen 4-Kolben kräftig zu und an der Hinterachse greift die 2-Kolben Bremsanlage unterstützend ein.

Das Fahrwerk zeigte sich mit den Anforderungen in den USA unterfordert. Man muss es mal auf deutschen Straßen testen, da kann und möchte ich mir nach der kurzen Testzeit kein Urteil bilden.

Für den deutschen Markt empfehle ich die PDC und die Rückfahrkamera, die man optional hinzukonfigurieren kann. In Amerika habe ich diese nicht benötigt und auch nicht vermisst, war der Wendekreis von 10,9 Metern auch klein genug um ein „legal turn“ zu vollziehen.

BMW-M235i-Coupe-Fahrbericht-Test-Drive-Blog-Jens-Stratmann-Innenraum-Tacho-Lenkrad-Cockpit

Fazit: Die Basis-Version vom M235i ist zwischen 43.750 und 46.000 Euro zu bekommen, wer sich noch ein paar Extras gönnt, wird bei ca. 50.000 Euro liegen. Dafür bekommt man ein hochwertig verarbeites Fahrzeug, welches über ein großes Spaßpotenzial verfügt. Die Kombination aus viel Leistung, viel Drehmoment und Heckantrieb zaubert, vor allem im Sport+ Modus, ein Lächeln ins Gesicht – Hauptsache die Polzei erwischt euch nicht.

BMW-M235i-Coupe-Fahrbericht-Test-Drive-Blog-Jens-Stratmann-Heck

Ich bin den BMW M235i natürlich nicht alleine gefahren, neben zahlreichen weiteren Vertretern der Presse waren auch Jan, Thomas und Benny vor Ort. Exklusiv für den Drive-Blog habe ich die drei um ein kurzes Statement gebeten:

Benny: „Der BMW M235i ist aus meiner Sicht das Auto, auf das viele BMW-Fans gewartet haben. Weniger radikal als das 1er M Coupé, kaum weniger laut und für die meisten Autofahrer auch kaum langsamer. Trotz aller verbliebenen Alltagstauglichkeit bietet der M235i alles, was man von einem kompakten Sportwagen erwarten kann – und dank Heckantrieb sogar noch etwas mehr. Auch der Reihensechszylinder mit seinem famosen Sound sucht in dieser Klasse seines Gleichen.“ – auf bimmertoday.de könnt ihr seine Meinung natürlich auch nachlesen.

Jan: „Sportlich. Kompakt. Heckantrieb. So viele Mitbewerber hat der M235i nicht. 6 Zylinder in Reihe bieten wonnigen Klang, dazu Premium-Haptik wo man anfasst. Das BMW 2er Coupe im M Trimm macht richtig Spass. Punkt!“

Thomas: „Wäre BMW eine Küche, der M235i wäre die Essenz – man werfe all das zusammen, was BMW ausmacht und reduziere es herunter. Raus kommt ein kompaktes, leichtes, nicht zu laut lärmendes und zeitloses Coupé mit Reihensechszylinder (wenn auch ein Turbomotor) und Hinterradantrieb. BMW Fans jauchzen, die Presse freut sich und der Käufer muss ordentlich in die Brieftasche greifen – der Griff lohnt jedoch. Ein rundum gelungenes Fahrzeug!“

BMW-M235i-Coupe-Fahrbericht-Test-Drive-Blog-Jens-Stratmann-Behind-the-Scenes

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