Elektroautos im Vergleich: Opel Ampera, Nissan Leaf, BMW i3 und MB B-Klasse Electric Drive

Was haben der Opel Ampera, der Nissan Leaf, der BMW i3 und die neue Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive gemeinsam? Richtig! Einen elektrischen Antrieb!

Drei der vier Modelle kann man inzwischen auch in Deutschland kaufen. Den Nissan Leaf und den Opel Ampera gibt es sogar schon als Gebrauchtwagen / Jahreswagen auf dem Markt. Die B-Klasse wird nun zunächst in den USA eingeführt, doch eine Markteinführung ist auch für Deutschland geplant.

Gründe genug, die Fahrzeuge einfach mal a lá Autoquartett zu vergleichen und sich die Frage zu stellen: Für wen ist ein Elektrofahrzeug sinnvoll? Lohnt sich die Anschaffung aus ökonomischen Gründen? Wie sieht es mit den Reichweiten aus und wie viel Fahrspaß macht so ein Elektroauto?

Für den direkten Vergleich, hier schon mal die technischen Fakten / Daten als Tabelle:

Fahrzeug Nissan Leaf MB B-Klasse ED BMW i3 BMW i3 mit REX Opel Ampera mit REX
Leistung in PS 109 PS 177 PS 170 PS 170 PS 150 PS
Leistung in kW 80 kW 130 kW 125 kW 125 kW 111 kW
Drehmoment 280 Nm 340 Nm 250 Nm 250 Nm 370 Nm
0-100 11,5 Sek. 7,9 Sek. 7,2 Sek. 7,9 Sek. 10,0 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 144 km/h  160 km/h 150 km/h 150 km/h 161 km/h
Sitzplätze 5 Sitzplätze 5 Sitzplätze 4 Sitzplätze 4 Sitzplätze 4 Sitzplätze
Kofferraumvolumen 355-720 Liter 488-1547 Liter 225/260-1100 Liter 225/260-1100 Liter 310-1005
Zuladung 367-440 kg n.a. 425 kg 415 kg 403 kg
elektrische Reichweite (nach NEFZ) 199 km 200 km 190 km 190 km 40-80 km
Batteriegröße 24 kW/h 28 kW/h 22 kW/h 22 kW/h 16 kW/h
Verbrauch 15 kW/h / 100 km 14 kW/h 100 km 12,9 kW/h 100 km 13,5 kW/h 100 km 1,2 Liter auf 100 km
Ladezeit 8 Stunden ( 230 V / 16 A), 30 Minuten auf 80% (400 V / 125 A) 8 Stunden (230 V / 16 A), 60 Minuten auf 50 % (400 V / 125 A) 8 Stunden (230 V / 16 A), 30 Minuten auf 80 % (400 V / 125 A) 8 Stunden ( 230 V / 16 A), 30 Minuten auf 80% (400 V / 125 A) 11 Stunden ( 230 V / 6 A), 6  Stunden ( 230 V / 10 A), 4 Stunden ( Ladestation / Wallbox )
Basispreis inkl. Batterie 29.690 Euro n.a. 34.950 Euro 39.450 Euro 38.300 Euro

Wie man unschwer erkennen kann, unterscheidet sich der Opel Ampera etwas von den anderen Modellen. Das liegt daran, dass unter der Haube auch noch ein etwas größerer „Range-Extender“, sprich ein Reichweitenverlängerer, sitzt. Dank dem lässt sich der Opel Ampera im Bedarfsfall wie ein ganz normaler Benziner fahren.

Das könnte der BMW i3 zwar auch, jedoch hindert der 9 Liter große Tank dieses Vorhaben, es sei denn, man führt z.B. noch einen Ersatzkanister mit. Das will man nicht? Keine Frage! Braucht die avisierte Zielgruppe auch gar nicht.

bmw-i3-technische-fakten-daten

Wer z.B. täglich nur 30 km zur Arbeit hin und her pendelt, der wird mit jedem Elektrofahrzeug wunderbar auskommen, selbst wenn er anschließend auf dem Weg nach Hause noch die Kinder einsammelt oder einkaufen geht. Wer jeden Tag 80 km pendelt und zwei mal in der Woche noch einen kurzen Umweg ins Fitnessstudio macht ebenfalls. Kritischer wird es bei Fahrwerten ab 120 km.

Denn genau dieser Wert kann den Nissan Leaf und den BMW i3 (ohne REX) bereits in Bedrängnis bringen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Der NEFZ-Wert wird unter idealen Bedingungen gemessen. Diese findet man in der freien Wildbahn kaum. 20°C? Die hat man im Winter nicht. Im Winter sind die Batterien, so wie wir Menschen, sehr träge und die Fahrzeuge schaffen (egal welches) nicht mehr den NEFZ-Wert. So kann die 120 km Fahrt schnell zu einem frostigen Vergnügen werden.

Strom sparen heißt die Devise!

Heizung aus, Sitzheizung aus, Lüftung aus, Radio aus… alles was vorhanden ist und unter Umständen viel Luxus bedeutet, schaltet man in dem Fall aus. Der Blick fokussiert sich von der Straße immer mehr auf die Restreichweite. Im ECO-Modus schleicht und rekuperiert man sich somit ins Ziel.

mercedes-benz-b-klasse-electric-drive-fahrbild

Richtig sportlich war ich mit dem Erprobungsträger von Mercedes-Benz unterwegs. Die B-Klasse gibt es derzeitig in Deutschland noch nicht als Elektrofahrzeug zu kaufen, doch mein erster Eindruck täuscht nicht. Das Fahrzeug lässt sich super fahren! Die 300 kg Mehrgewicht spürt man dank des extra abgestimmten Fahrwerks und der Leistung gar nicht, bzw. wirkt sich dieses eher positiv auf das Kurvenfahrverhalten aus. Der Schwerpunkt tief, der Aufbau hoch, viel Platz für Kind und Kegel, was will man mehr?

mercedes-benz-b-klasse-electric-drive-innenraum

© Mercedes-Benz Fotos: Dirk Weyhenmeyer

Entspannt von A nach B?

Das klappt nur bei Zielen, die innerhalb von 120 km sind, wenn es dort dann auch eine Lademöglichkeit gibt. In Deutschland scheitert die Elektromobilität (noch) an der fehlenden Infrastruktur oder habt ihr bei eurem Supermarkt schon eine Stromladesäule gesehen? Bei meinem wird gerade eine errichtet, es geht also voran.

Immerhin haben alle Modelle schon mal den gleichen DIN-Stecker, so dass es da zu keine Schwierigkeiten kommen wird. Auch die B-Klasse (in der US-Version ist diese anderes konfiguriert) wird in Deutschland den DIN-Stecker bekommen.

Unterm Strich wird sich, aus rein ökonomischen Gründen, die Anschaffung von einem Elektrofahrzeug – im direkten Vergleich zu einem verfügbaren Benziner – nicht lohnen. Auf der anderen Seite bekommt man viel Drehmoment, viel Leistung und somit auch viel Fahrspaß geboten. Dazu den Vorteil, dass sich die Fahrzeuge im reinen Elektrobetrieb nahezu lautlos fortbewegen. Eine Art Ruhe-Oase in der Stadt, der eigene Rückzugsort vom Lärm des Alltages und das entspannt – wäre nur nicht der Stress mit der Restreichweite.

Definitiv nicht geeignet sind Elektroautos für Personen wie mich: Heute hier, morgen dort, keinen alltäglichen Tagesablauf, viele verschiedene Ziele (in der Regel ohne Ladestationen) bzw. ohne Zeit für den Ladevorgang – denn auch die Spontanität entfällt.

Der Tag muss geplant werden, denn wenn der Wagen nicht „vollgetankt“ ist, kann man nicht mal eben „zur Oma“ fahren, wenn die außerhalb der Restreichweite wohnt. Wer sich ein Elektrofahrzeug kaufen möchte um damit Geld zu sparen, der macht die Rechnung ohne den Wirt, denn die höheren Anschaffungspreise muss man erst einmal kompensieren und Strom ist auch nicht (mehr) so günstig wie er mal war.

Definitiv geeignet sind Elektroautos für Personen, die täglich die gleichen (kurzen) Strecken bewältigen, über eine Garage / einen Parkplatz verfügen an dem man eine Wallbox / Ladestation montieren kann, die ggf. noch über einen Arbeitgeber verfügen wo man nachladen kann und / oder die einen „grünen Daumen“ haben. Dann muss der Strom aber auch aus regenerativen Quellen kommen, denn sonst passt die Rechnung auch nicht.

nissan-leaf

Ich mag die Elektromobilität. Unterm Strich, lohnt sich die derzeitig noch nicht (für mich), doch ich beneide jeden Besitzer eines Elektromobils für das lautlose Fahrvergnügen. In ein paar Wochen stellen wir euch hier den aktuellen Nissan Leaf mal etwas genauer vor. Den BMW i3 hatten wir ja bereits vorgestellt und der Nissan Leaf ist derzeitig das günstigste, familientaugliche Familienfahrzeug.

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