Genf 2014: Apple Carplay / Audi TT Cockpit / goldene S-Klasse und weitere Kuriositäten

Ich hatte es am letzten Freitag schon angekündigt, heute nehme ich euch mal mit auf die Suche nach meinen ganz persönlichen Highlights in Genf. Ich liebe Auto-Messen, gleichzeitig hasse ich sie auch. Warum? Ich wurde geschupst, geschlagen und getreten.

Das ist kein Witz, teilweise verhalten sich manche „Journalisten / Fotografen / Film-Teams“ als wären sie alleine auf der Messe. Da wird man aus dem Bildausschnitt geschupst, da bekommt man einfach mal ein Stativ in den Rücken oder wird gleich vom Kameramann umgerannt.

Natürlich immer „aus Versehen“, genauso wie sich andere Leute immer vor die Fahrzeuge stellen und dort quasi verharren.

Die Presse-Tage sind überlaufen und es macht wahrlich keinen Spaß unter Zeitdruck die Messe zu erleben. Wer Autos fotografieren möchte ohne Menschen, der braucht entweder viel Geduld, viel Glück oder Vitamin B. Einige Hersteller haben dieses Jahr übrigens neue Konzepte entwickelt, um die Arbeit zu erleichtern.

Der Peugeot 308 wurde zum „Car of the Year 2014“ gewählt, Peugeot präsentierte den Kombi – also den Peugeot 308 – in Genf und das auf eine wundervolle Art und Weise, wie man in diesem Video hier sehen kann. Das Fahrzeug drehte sich auf einem Drehteller und die Angst vor dem Wasser hinderte die Gäste daran das Fahrzeug zu belagern.

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Drehteller sind was wundervolles und ich habe in diesem Jahr fast ausschließlich nur Video-Aufnahmen von den Fahrzeugen gemacht, die auf Drehtellern standen. Der Grund liegt auf der Hand, bei allen anderen waren spätestens nach 2 Sekunden die Aufnahmen für die Katz.

Genug gemeckert, ich habe euch besondere Dinge versprochen und extra für euch habe ich mich auf die Suche gemacht. Auf die Suche nach Kuriositäten. Mal ganz ab von den Mainstream-Highlights, die man überall nachlesen kann.

Apple nutzte die Gunst der Stunde und hat z.B. am Stand von Mercedes-Benz, Volvo oder Ferrari das sogenannte „CarPlay“ gezeigt.

Für Apple-User mache ich es kurz: „Airplay kommt ins Auto“ – interaktive Menüs, Siri-Sprachsteuerung und demnächst eigene Apps passend für iOS im Auto.

Das finde ich blöd: Ich muss mir dafür mindestens ein iPhone 5/S kaufen und natürlich ein neues Fahrzeug. Nachrüstlösungen sind derzeitig wohl noch nicht geplant.

Zum Testen kann ich auch nicht das iPad bzw. den iPod nutzen, Carplay funktioniert nur mit dem iPhone. Klar, liegt der Fokus ja auf die Telefonie bzw. Mail-Funktion.

Sinn: Der Fahrer soll weniger abgelenkt werden, das kann durch Siri (so nennt man die Sprachsteuerung bei Apple) funktionieren, wenn man die „Fremdsprache Siri“ denn auch erlernt.

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Foto: © Mercedes-Benz 2014

Dass Audi den neuen Audi TT / Audi TTS präsentierte, war bekannt. Das neue Display fand großen Anklang bei der Fachpresse.

„Ich mach mir den Tacho so wie er mir gefällt“ klingt nach Pipi Langstrumpf, doch es macht Sinn:

In der Stadt das Navigationsdisplay zu vergrößern, um weniger abgelenkt zu werden macht Sinn. Im Stand die größeren Anzeigen zu bekommen, um das Fahrzeug einzustellen ebenfalls und wenn ich Kurvenräubern möchte, dann lasse ich mir einfach den Drehzahlmesser und die Geschwindigkeitsanzeige etwas größer einblenden.

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Kommen wir zu den Kuriositäten. Wie wäre es mit einer S-Klasse die von außen mit Blattgold vergoldet wurde?

Im Innenraum dominiert ebenfalls die Farbe Gold. Wertsteigerung? Vermutlich. Jedermanns Geschmack? Wahrscheinlich eher nicht! Der Veredler weiß das, möchte polarisieren und das hat er auf jeden Fall geschafft, denn die S-Klasse hat garantiert jeder Besucher in Genf gesehen.

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Sinn für Humor beweißt Volkswagen, stellen die hinter den Kulissen doch ein ganz besonderen Concept-Car vor. Es hat „Carbon“-Lenkrad und -Sitze, LED Tagfahrleuchten, LED Rückleuchten und eine wunderschöne Farbe. Lapiz Blue Metallic!

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Genf 2014! Blau macht glücklich! Blau sind auch die neuen „Reifen“ von Bridgestone. Da soll noch mal einer sagen, in der Automobilbranche würde sich nichts weiterentwickeln. Der luftlose Reifen ist ganz und gar nicht lustlos, sondern erträgt ohne Probleme das „Leichtgewicht“.

Ich finde es ist ein interessantes Concept und es bleibt abzuwarten, was wir davon noch in der Zukunft sehen bzw. erfahren werden.

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Warm anziehen musste man sich während der Pressetage nicht, man lief ja quasi von einer Pressekonferenz zur nächsten, denn es gab tatsächlich noch Stände, da waren um 15 Uhr die Premieren noch abgedeckt. So ging man seine Runden und es wundert mich nicht, dass ich anschließend einen Muskelkater hatte.

Muskulös zeigt sich der Opel Astra OPC Extreme, bzw. der Opel Adam Rocks. Sportlich wurde der Opel Adam durch die 150 PS starke S-Version:

Mein Mitleid und Mitgefühl gilt daher den Standmitarbeitern, den Hostessen und den Models, die sich die Beine in den Bauch stehen und das teilweise noch auf extrem hohen Schuhen. Kein Wunder, dass einige Tunern ihren Mädels erlaubt hatten, sich auch mal auf den jeweiligen Fahrzeugen auszuruhen.

Nicht ausgeruht hat sich der SEAT Leon Cupra 280, er hat sogar Rekorde gebrochen:

Ausruhen konnte man sich in Genf nicht wirklich und wenn man sich gedacht hatte: „Okay, dann fotografiere ich den halt am nächsten Tag…“ hat man sich schnell ins eigene Fleisch geschnitten. Zahlreiche Automobilkonzerne haben in der Nacht umgebaut. So sind einige Fahrzeuge von der Bildfläche verschwunden, andere aufgetaucht und bei einigen Herstellern gab es auch neue Fahrzeuge, die wir so in Genf bei den Presse-Tagen nicht sehen konnten.

Kommen wir noch einmal kurz zu Audi. Da bahnt sich nämlich etwas an. Ihr wisst, dass Mercedes-Benz / AMG derzeitig mit 360 PS den stärksten serienmäßig hergestellten 2.0 Turbo-Motor im Portfolio hat. Diesen Motor kann man im GLA 45 AMG, im CLA 45 AMG und auch im A 45 AMG erfahren bzw. erleben.

Audi wurde seit dem A 45 AMG ständig auf dem Motor angesprochen: Der Audi S3 sei untermotorisiert im Vergleich zum Mitbewerber, das S3 Cabrio bekommt nun auch nicht mehr Leistung, das Coupé erst recht nicht usw. Nun demonstriert Audi – in Genf – den Vorsprung durch Technik.

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Das Audi TT quattro Sport Concept verfügt über eine Literleistung von 210 PS, sprich 420 Pferdestärken schlummern unter der Motorhaube. Realisert wurde das durch die Erhöhung des Ladedrucks.

Um die Haltbarkeit sicher zu stellen, wurde auch der Kopf überarbeitet und der Turbolader neu entwickelt. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt dieser spezielle Audi TT innerhalb von 3,7 Sekunden.

Unter uns gesagt, wird der Motor so schnell nicht Einzug finden. Auch der normale TT / TTS startet mit den bekannten Motoren. Aber eine Machtdemonstration von Audi war es trotzdem, wir dürfen also gespannt sein.

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Spannend geht es am kommenden Freitag weiter, da werden wir euch hier im Drive-Blog zwei Elektrofahrezeuge zeigen. Zum einen den VW eGolf und auf der anderen Seite den Nissan Leaf und zu beiden Fahrzeugen werden wir euch auch unsere neuen Video Drive-Checks präsentieren.

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