Audi S1 quattro – der Giftzwerg trägt einen großen Namen!

Große Klappe – viel dahinter? Audi präsentiert in Schweden den neuen Audi S1 quattro. Mit einer Leistung von 231 PS und einem maximalen Drehmoment von 370 Nm weiß der kleine Kurvenräuber auch auf dem Blatt Papier zu überzeugen.

Es gab schon mal einen Audi S1, das war die kurze Rallye-Version vom Audi quattro. Mit einer Leistung zwischen 450 und 600 PS und einem Gewicht von gerade einmal einer Tonne beschleunigte das Flügeltier in unter 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Realisiert wurde das auch durch den Vorsprung durch Allrad-Technik.

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Genau diese Technik wird im Hause Audi nun seit über 34 Jahren verfeinert und zieht auch in die Kleinwagen-Klasse ein. Es gab schon einen, auf 333 Fahrzeuge, limitierten Audi A1 quattro. Dieser wird, selbst als Gebrauchtfahrzeug, zu Preisen um die 50.000 Euro gehandelt.

Der ursprüngliche Audi S1 ist vermutlich unbezahlbar, vor allem die Versionen mit denen der legendäre Walter Röhrl die Rallye-Siege einfuhr, denn so viele waren es gar nicht 😉

Zurück zum neuen Audi S1. Dieses Fahrzeug kommt in zwei Versionen auf dem Markt. Der Kunde hat die Wahl zwischen dem 3-Türer, oder dem 5-Türer, der in dem Fall auf den Namen Sportback hört.

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Unter der Haube?

Der 2.0 Liter TFSI mit den oben bereits genannten 231 PS.

Unter der Karosserie?

Ein überarbeitetes, intelligentes Allradsystem, welches dank einer Lamellenkupplung an der Hinterachse die Kraft, also das Drehmoment, dort hin schiebt, wo sie benötigt wird. Dadurch spart man Krafstoff und gewinnt an Traktion. Serienmäßig drehen sich 17″ Felgen und Reifen in den Radkästen, optional dürfen hier auch 18 Zöller eine Ehrenrunde drehen.

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Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 7,0 bzw 7,1 Liter (NEFZ) an. Die Beschleunigungswerte liegen bei 5,8-5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und der Vortrieb endet – wie gewohnt – bei 250 km/h.

Man muss gar nicht die Höchstgeschwindigkeit fahren, der Audi S1 macht bereits ab der ersten Kurve Spaß!

Das adaptive Fahrwerk lässt sich über den drive-select Schalter „scharf stellen“ und aus dem komfortablen Kleinstwagen wird ein Kurvenräuber wie er im Buche steht. Ich möchte nicht verschweigen, dass der sonore Klang der Auspuffanlage, welche übrigens über vier Endrohre verfügt, den Fahrer durchaus ermutigt, sich fröhlich durch die sechs Gänge zu schalten.

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Ein DSG (also ein Doppelkupplungsgetriebe) sucht man im Audi S1 vergebens, dieses gibt es nicht einmal optional. Ob nun aus Gewichtsgründen oder aus Platzmangel bzw. der Überzeugung, dass der S1 handgerissen mehr Fahrfreude bereitet ist dann auch wieder egal. Die Gangwahl lässt sich präzise vornehmen, die Schaltwege sind kurz und knackig.

Optische Merkmale vom Audi S1 sind die geänderten Scheinwerfer und Rückleuchten, die Frontstoßstange, die Heckpartie mit dem Diffusor und die Seitenschweller. Optional bekommt der Audi S1 auch noch einen Heckspoiler.

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Im Innenraum kann man sich den kleinen quattro fast so gestalten wie man ihn gerne hätte.

Der Audi S1 verfügt über Sportsitze, die Seitenlehnen bieten auch in schnell gefahrenen Kurven einen guten Seitenhalt. Das Fahrzeug hat eine elektro-mechanische Servolenkung, hier rüber lässt sich der Audi S1 perfekt in die Kurven hineinlenken. Man bekommt ein sehr gutes Feedback bzw. eine direkte Rückmeldung.

Preislich gesehen startet der Audi S1 ab 29.950 Euro, der Audi S1 Sportback fängt bei 30.800 Euro an. Im Vergleich zum (nun gebrauchten) Audi A1 quattro ist dieses Fahrzeug also ein Schnäppchen. Als Mitbewerber würde ich den Citroen DS3 Racing bzw. den Mini Cooper Works sehen und die verfügen über keinen Allradantrieb.

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Der Audi S1 fährt – vom Namen her – in verdammt großen und breiten Fahrspuren, dem orginalen S1 kann er natürlich nicht das Wasser reichen, aber dafür lässt er sich von jedermann fahren. Die Ära S1 endete Ende der 80er Jahre, Zeit für einen Neuanfang. Herzlich Willkommen, kleiner Audi S1! Irgendwie verblasst nicht nur wegen der Farbenfreude die Legende neben dir etwas…

Was schreiben die Kollegen bzw. die Kolleginnen, die Dame aus unserem Video sieht man nicht nur bei Fast Lane Daily, sondern man kann ihre Texte auch lesen. Sarah Sauer heißt Sie und schreibt unter anderem auch bei auto-geil.de: „Der permanente Allradantrieb mit hydraulischer Lamellenkupplungsmöglicht und einer radselektiven Momentensteuerung sorgt merklich für Stabilität. Seine zuverlässige Art, zu beschleunigen, ist eine Wonne. Immer rauf aufs Gaspedal und dabei dem Motorbrummeln lauschen. Dank “Audi Drive Select” macht der schon im Efficiency-Modus Laune, nach dem Switchen in “Dynamic” nur noch mehr.“

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Thomas Majchzrak fängt die Zielgruppe noch schnell mit dem Lasso ein: „Die Sportback-Version bietet zwar fünf Türen, aber das ist eher dafür gut, wenn man bequem den Fond noch für Reisetaschen verwenden möchte. Funktionieren tut die Rückbank auf jeden Fall für Kinder. Erwachsene finden aber nicht wirklich Platz für Beine und Kopf. Der Audi S1 ist daher definitiv ein Auto für ein bis zwei Personen. Für Singles oder junge Pärchen, oder aber als Performance-orientierter Zweitwagen.“

Fabian Mechtel macht Schluss mit der „Legende“ und ist überzeugt davon, dass der neue Audi S1 die richtige Wahl ist: „Wirklich. Der kurze Radstand und die humorlose Gewalt von 370Nm – es ist ein Fest. Der S1 setzt so schnell um, dass Du mit dem Kurbeln kaum nachkommst. Doch auch wenn Du einen Knoten in den Armen hast, ist noch nichts verloren: einfach vollen Ladedruck einstellen und die 231PS reißen Dich heraus. Weil der „permanente quattro-Antrieb“ eben eine Haldex-Lösung ist. Kein hochgerüsteter Wahnsinn, der erst alle Lenkwinkel- und Gierraten-Schaltkreise befragen muss, bevor er irgendein Momemt verteilt. Seine einzige Eingangsgröße ist der Drehzahlunterschied vorne und hinten. Und den stellt der mächtige 2.0 TSI quasi immer ein.“

Einen Gastbeitrag im offiziellen Audi-Blog schrieb „Race-Blogger“ Don Dahlmann und er zieht noch ganz andere Vergleiche: „S ist vielleicht ein bisschen gemein, wenn man den S1 als die Wiederentdeckung des GTI feiert. Aber das Auto bietet genau das, was Fahrphysikfetischisten so gerne haben. Performance, um an der Ampel mal einen Porsche zu ärgern, und eine Kurvenlage, die einem Freudentränen in die Augen treibt. Die Gier nach Drehzahlen, nach diesem kernigen Sound, die Lust auf die nächste Kurve, die ruhig noch etwas enger sein kann – der Audi S1 ist das, was man liebevoll eine „perfekte Rennsemmel“ nennt.“

Sebastian Bauer lästert etwas über den Klang kommt aber wie ich zum gleichen Urteil: „Der Audi S1 tritt an, um Erwartungen zu übertreffen. Weder hätte ich Audi soviel Konsequenz zugetraut, noch hätte ich ein so außerordentlich unterhaltsames Auto erwartet. Gut, von außen klingt der Sound sehr nervtötend brummig und kann mit keiner besonderen Klangfarbe glänzen, die vier Auspuffrohre sind vielleicht auch ein klein wenig zu viel des Guten, aber der S1 hat vor allem einen Job: eine spaßbringende Fahrmaschine zu sein.“

Ihr merkt schon, der neue Audi S1 kommt ganz gut davon, nicht nur von der Stelle, sondern auch in den Bewertungen!

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