Techno Classica 2014 – eine Überdosis

Stellt euch vor, ihr spaziert durch eine belebte Straße, vor euch zeigt sich ein Menschenauflauf, alle stehen um einen – sagen wir mal einen feinen 220 er Mercedes aus den 50ern, einen E-Type oder einen prächtigen Vorkriegs-Bentley… auch ihr stellt euch dazu, betrachtet ihn ausgiebig und erzählt davon auch noch ein paar Tage später Freunden, die das interessieren könnte.

Und dann fahrt ihr zur Techno Classica 2014 nach Essen, wo in den letzten Tagen eine der großen Oldtimermessen der Welt stattfand. Und dann ist alles anders, denn dort geschieht Folgendes:

Ihr werdet schier überwältigt von der Größe und Qualität des Angebotes; wo man sich einem grandiosen Vorkriegs-Rolls in einem Museum einige Minuten widmen würde, hier waren sie im Dutzend vorhanden.

Jaguar, Ferraris, Maserati, Lambo, DS-Cabrios, Porsche 356 und 911 in allen Farben und Ausführungen, dazu Kompressor-Mercedes, Bugattis und auch Exoten wie Cisitalia, Zagato-Alfas, Allard, ein Invicta S-Type, und und und:

Auf dieser Messe sind immer viele der größeren Händler von Sammlerstücken aus Mitteleuropa mit mehreren Wagen vertreten, dazu viele Clubs, die sich präsentierten und deren Stände beliebter Treffpunkt für die bundesweit verstreuten Mitglieder sind.

Anbieter von Werkzeugen, Vergasern, Dichtungen, Motoröl oder Kedern, Restaurateure, Kunstmaler, Verkäufer von alten und nachgemachten Email-Schildern, Modellautos, maßgefertigten Lederkoffern und so fort.

Das Motorradangebot war überschaubar, für ein feines Museum hätte es jedoch sicher ausgereicht!

Münch NSU Rennmax und Rennfox

Besonders vertreten war in diesem Jahr die Mobile Tradition von BMW und Mercedes-Oldtimer-Museum mit einer Auswahl an Renn- und Rallyewagen, die mich dann doch andächtig verharren ließ.

BMW

Mercedes

Zusammengefasst:

Es war so viel, es war so gut.

Eine Überdosis an Eindrücken, an edelsten mobilen Pretiosen, die man gut wegstecken kann… die vielen Eindrücke werde ich noch länger mit mir tragen.

Kurzer Nachsatz, der meine Begeisterung nicht schmälern soll:

Erschreckt war ich auch. Seit einigen Jahren berichten gerne auch Wirtschaftszeitungen über Oldtimer als Geldanlage – bei den High-End-Objekten kann ich es verstehen.

Der Hype (ist es einer? Und die Suche nach Möglichkeiten zur Geldanlage) lässt aber mittlerweile schon die Preise für E-Types oder Pagoden in Richtung 150.000, 200.000 Euro schießen, das erstaunt mich doch.

So gibt es dann aus meiner Sicht skurrile Bilder: Hier zum Beispiel ein Stand, auf dem ein 4.5 l Le-Mans-Bentley, ein Bugatti 38 Tourer, ein DS-Cabrio etc. ergänzt werden durch VW-Busse… tja auch in Essen mehrfach vorhanden und auch gerne für 6-stellige Beträge angeboten. Befremdlich, aber gut, es gibt ja nicht mehr so viele davon.

Bentleys und VW Bus

Aber man halte es sich vor Augen – einen der ersten vierrädrigen Morgans aus den Dreissigern kann man für unter 70.000 Euro mitnehmen, und einer der Inbegriffe des motorisierten Massenverkehrs, ein VW-Bus soll fast das Doppelte kosten, auch für den zugegebenen seltenen, aber na ja , trotzdem: Fiat 500 wurde wieviel aufgerufen? (Auflösung am Ende des Artikels!)… lasst uns gemeinsam das erstaunte Haupt schütteln.

Fiat 500 N Jolly Ghia von 1958

Und der Nebeneffekt: auch Porsche aus den 90ern oder E-Klasse, hier tauchen sie mittlerweile auf…und auch hier werden manchmal Preise gefordert, die mich nur staunen lassen. Mal schauen, wie das weitergehen mag?

Auflösung : 79.000 € !

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