Neuwagen der Woche: Jeep Cherokee 2014 – Italo-Amerikaner!

Der Jeep Cherokee ist ein kompakter SUV, welcher in Toledo vom Band läuft. Toledo liegt im Bundesstaat Ohio in den USA und somit ist der Jeep ein waschechter Amerikaner – allerdings mit italienischen Wurzeln. Die Marke Jeep gehört inzwischen zu Fiat, aber dennoch hat man sich seine eigene Identität bewahrt.

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Das sieht man z.B. auch an den zahlreichen Hinweisen auf die Vergangenheit von Jeep. So gibt es z.B. eine Willy-Jeep Zeichnung in der (beheizbaren) Windschutzscheibe oder aber den „since 1941“ Hinweis im (ebenfalls beheizbaren) Volant.

Von den Abmessungen her ist er eher kompakt, zeigt sich mit einer Länge von 4,63 Metern und einer Breite von ca. 1,90 Meter doch sehr wendig. Der Wendekreis beträgt 11-12 Meter und wo wir gerade schon bei den harten Fakten sind, werfen wir doch auch noch einen Blick unter die Motorhaube.

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Wir sind den Größten gefahren! Ganz nach rechts ins Regal der Möglichkeiten gegriffen und dort war der 3.2 Liter V6 mit einer Leistung von 272 PS. Na? Aufgefallen? Schaut mal auf das Kennzeichen, bei Fiat – sorry bei Jeep – überlässt man nichts dem Zufall.

Der quer eingebaute Benziner verfügt über ein maximales Drehmoment von 315 Nm und beschleunigt innnerhalb von 8,1 Sekunden von 0 auf 100.

Das tut er recht unauffällig, kein wohliges Gebrummel, kein sonorer Klang, keine Auffälligkeiten. Die Duplex-Auspuffanlage dient der Optik und nicht der Klangaufbereitung. Macht nichts, dann bleibt es im Einsatzgebiet vom Jeep Cherokee halt leise.

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Leise bleibt es auch im Innenraum. Auf den italienischen Straßen konnten wir das Fahrzeug bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 120 km/h testen und waren positiv angetan. Der Innenraum ist gut gedämmt und Windgeräusche hört (und spürt) man nur, wenn man das große Panorama-Schiebedach etwas öffnet.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei diesem Motor übrigens bei 206 km/h, so schnell war der Willys Jeep damals nicht.

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Geschaltet wird im Jeep Cherokee 3.2 V6 Pentastar über ein 9-Stufen Automatikgetriebe. Manuell Eingriff nehmen kann man ausschließlich über den Gangwahlhebel, Schaltwippen sucht man vergebens.

Die Leistung geht – im besten Fall – ausschließlich über die Vorderachse auf die Straße. Damit möchte man die Effizienz steigern und den Verbrauch senken. Im Bedarfsfall greift die variable Drehmomentenverteilung und der Allradantrieb wird automatisch zugeschaltet.

Nun hatte ich gerade schon das Thema Verbrauch angesprochen. Der Jeep Cherokee 3.2 V6 verbraucht ca. 10 Liter laut NEFZ, in unserem Bordcomputer stand etwas von 13,4 als Durchschnitt. Nun muss ich euch aber mitteilen, dass ich zwar volle Tage unterwegs war, aber leider nur zwei Stunden Zeit mit dem Fahrzeug hatte. Umfassende Beurteilungen in Sachen Verbrauch sind somit nicht möglich.

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Das Platzangebot in Front und Fond würde ich als gut dimensioniert betrachten. Der Jeep Cherokee verfügt über ein axial und vertikal verstellbares Lenkrad, die Gurthöhe ist genauso wie die Sitze in der Höhe einstellbar. Eine gute Sitzposition ist somit leicht gefunden.

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Direkt im Blick vom Fahrer ist das gut ablesbare Kombiinstrument und das große Display vom Infotainmentsystem. Radio, FM, AM, DAB, Bluetooth Streaming, Navigation, USB usw. – die Möglichkeiten der Unterhaltungsindustrie werden fast alles genutzt.

Genutzt wird das Display auch zur Ansteuerung (Touchscreen) der Sitzheizung / Sitzklimatisierung (geht nicht gleichzeitig) und für das beheizte Lenkrad.

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Zu den Fahreigenschaften möchte ich mich lieber ausschweigen. Ich könnte den Jeep Cherokee nicht fair bewerten.

Das von uns gefahrene Modell verfügte auch über die „Jeep Selec-Terrain“ Traktionskontrolle, bei der man über vier Modi den Untergrund bzw. die Kennlinie bestimmen kann: Auto, Schnee, Sport bzw. Sand / Matsch stehen zur Verfügung und aus einem Sandkasten hat uns der Jeep Cherokee ohne weitere Probleme herausgewühlt.

Im Sportmodus gehen 60% der Antriebskraft auf die Hinterachse, was eine betont sportliche Fahrdynamik realisieren soll. Das ESC spricht in dem Fall später an. Im „Schnee-Modus“ fährt der Jeep Cherokee im zweiten Gang an.

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Das Lenkrad liegt gut in der Hand, die elektronisch geregelte Servolenkung hätte nach meinen Wünschen etwas direkter sein können. Bei niedrigen Geschwindigkeiten wird die benötigte Lenkkraft angepasst, das erleichtert die Kurbelarbeit z.B. beim Einparken.

Bei dem Thema Sicherheit, da zeigt sich der mit fünf Sternen ausgezeichnete Jeep Cherokee von der besten Seite. Es gibt z.B. sieben Airbags, die bereits angesprochene elektronsiche Stabilitätskontrolle, eine Überschlagvermeidung (ERM genannt) und ein Antiblockiersystem mit einer extra Abstimmung für Geländefahrten.

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Darüber hinaus gibt es (teilweise optional) Assistenzsysteme, welche sich ebenfalls positiv auf den Insassenschutz auswirken. Da wäre z.B. der Kollisionswarner, der Einpark-Assistent, der Tempomat mit Abstandshalter, der Spurhalteassistent, ein Totwinkelwarner oder aber die hintere Querbewegungserkennung. Bei dieser Technik überwachen Radarsensoren den Bereich, den man beim Ausparken nicht sehen kann.

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Ansehen kann man sich den Innenraum. Dieser verfügt über zahlreiche Ablageflächen, Getränkehalter und das Cockpit ist weich aufgeschäumt. Das Fahrzeug lässt sich intuitiv bedienen, eine längere Umgewöhnung ist nicht von Nöten.

Auf den hinteren Sitzplätzen (welche sich übrigens zu Gunsten des Ladevolumens vor und zurück schieben lassen) gibt es ISO-Fix-Halterungen für die Kindersitze. Die Gurtlängen sind ausreichend für „Menschen mit Format“ oder aber auch um Kindersitze zu befestigen.

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Kritikpunkt: Die Rückfahrkamera ist zwar vorhanden, jedoch ist das Bild unscharf. Das können die Mitbewerber besser.

Besser sind einige Mitbewerber auch beim Kofferraum. Zugegeben: Der Kofferraum vom Jeep Cherokee bietet pfiffige Lösungen, wie einen doppelten Boden, diverse Haken und Ösen oder aber einen fast ebenen Ladeboden, wenn man die Rücklehnen umklappt.

Das Ladevolumen wird mit 412-500 Litern angegeben. Die Zuladung liegt bei der Motorisierung zwischen 529 und 543 kg. Wer den Jeep Cherokee als Zugmaschine nutzen möchte, darf in dem Fall 2.2 Tonnen ziehen, die Stützlast beträgt 68 kg.

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Fazit: Ich wollte schon immer mal einen Jeep fahren! Der Grund liegt auf der Hand: Möchte man Taschentücher, dann sagt man „Tempo“. Meint man Küchenrolle, benutzt man schnell mal den Begriff „Zewa“. Eine dunkle, koffeeinhaltige Limonade ist schnell eine „Cola“ und wenn bei uns Windeln auf dem Einkaufszettel geschrieben stehen, dann steht dort „Pampers“, während „Aspirin“ ein überordneter Begriff geworden ist für Kopfschmerzmittel.

Die Marke Jeep hat es seit dem Jahre 1941 geschafft, genau so ein Begriff zu werden. Ein Begriff für Freiheit, Abenteuer und halt für Geländefahrzeuge.

Um sich so richtig ins Gelände zu wagen, da hätte ich den Jeep Cherokee Trailhawk nehmen müssen. Dieser verfügt im Vergleich zu unserem Modell über ein Hinterachs-Sperrdifferenzial, über Sperren und eine Geländeuntersetzung. Der höhergelegte Trailhawk bietet auch bessere Böschungswinkel und überwindet somit auch Stock und Stein.

Der zivilere Jeep Cherokee macht sich aber gut im Straßen-Dschungel, wobei ich in dem Fall vermutlich lieber zum sparsameren Diesel-Antrieb greifen würde.

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Nun bin ich den „echten“ Jeep kurz gefahren und konnte mir trotzdem noch kein abschließendes Urteil bilden, eigentlich schade, oder? Macht aber auch nichts, denn das Fahrzeug steht bereits im Handel und wenn ich nun Interesse geweckt habe, könnt ihr euch ja auch selbst ein Bild machen, denn im SUV-Angebots-Dschungel ist der neue Jeep Cherokee durchaus eine Abwechslung.

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