smart for Jeremy – smart Brabus Test

„Warum macht smart denn sowas?“ – Die Frage nach dem Sinn, die beschäftigte wohl nicht nur unsere Verena…

Der smart for jeremy ist aber relativ schnell und einfach erklärt. Jeremy Scott ist ein berühmter Designer, der unter anderen auch die Stars und Sterne besohlt. Sein Markenzeichen? Flügel!

Jeremy Scott durfte für eine Design-Aktion einen smart gestalten und dieser kam als „Concept“ so gut bei den potenziellen Kunden an, dass smart sich den Spaß erlaubt hat, daraus eine limitierte Kleinserie zu erschaffen.

Wie fährt sich ein 102 PS starkes Flügeltierchen? Mit Vollgas sind wir über die (freie) Autobahn geflogen…

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Ja, dieses Flügeltierchen kann man wirklich kaufen, allerdings müssen dafür mindestens 33.333 Euro den Besitzer wechseln.

Dafür bekommt man zwar den smart Brabus mit einer Leistung von 102 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 160 km/h, aber fliegen kann man dennoch nicht. Das bleibt dann wohl den Engeln überlassen, auch wenn die polarweiße Lackierung und der hell weiße Innenraum schon etwas an diese Fabelwesen erinnern.

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Wer sich wie die Engel lautlos bewegen mag, der kann dieses auch tun und sich für die elektronische Variante entscheiden.

Diese gibt es in zwei verschiedene Ausführungen: 55 kW (normaler smart electric drive, ab 34.800 Euro) oder 60 kW Leistung (smart electric drive in der Brabus Version für 40.600 Euro).

Ihr seht schon, ein günstiger Spaß ist der smart for Jeremy nicht gerade und für introvertierte Personen ist das Fahrzeug auch eher weniger geeignet.

Man wird gesehen! Man wird angesehen! Fotografiert. Belächelt, angelacht, ausgelacht. Man kommt ins Gespräch und somit wäre so ein smart mit Flügeln durchaus ein idealer Werbeträger.

Eventuell für eine Flirtline, einen Floristen oder einen Pizza-Dienst?

Ich bin in den letzten Jahren zahlreiche Fahrzeuge gefahren, vom Mercedes-Benz 300 SL bis zum McLaren MP4-12C – vom Bentley Continental bis zum BMW i3 – keiner hat mehr Aufmerksamkeit erregt als dieser smart!

Bei der Markteinführung vom Renault Twizy – damals – da war es ähnlich, aber inzwischen sieht man von den kleinen Elektroflitzern ja schon häufiger welche im normalen Straßenbild. Wann habt ihr den letzten smart mit Flügeln gesehen?

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Getestet habe ich aber nicht nur die Auffälligkeit, da bekommt der smart natürlich die Bestnote. Bei den knapp 600 km, die ich den smart bewegt habe, sind mir mehrere Sachen aufgefallen, einige waren positiv, doch leider gibt es nun auch richtige Kritikpunkte, die ich erwähnen möchte:

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Seitenwind! Ihr fahrt – weil ihr es könnt und eilig habt – mit 150 km/h über die Autobahn. In dem Fall verkrampft ihr mit eurer Hand am Lenkrad, denn a) spielt ihr Spurrillen-Wetthüpfen und b) wartet ihr auf die nächste Seitenwind-Attacke!

Das Getriebe! Es war schon immer ein Manko bei smart, das halbautomatische Getriebe schaltet mit einer derartigen Unterbrechung der Leistung, dass es keinen Spaß bereitet. smart-Fans werden diesen Fehler verzeihen, bzw. durch einen Chip-Tuner abstellen lassen (Schaltzeit halbiert, Sache gegessen), doch der richtige Fahrspaß, der kommt erst mit dem electric drive-Modell, da dieses Fahrzeug nur über einen Gang verfügt.

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Das Infotainmentsystem! Abgestürzt! Ich weiß nicht ob es an den Engels-Flügeln lag, doch das Infotainmentsystem startete sich während meiner Testfahrt gleich mehrfach neu. Darf nicht passieren, war auch nervig, denn ich musste die Navigation stets neu starten.

Dieses lässt sich allerdings ansonsten leicht bedienen. Der smart verfügt über ein Touch-Screen und die virtuellen Tasten sind großzügig dimensioniert. Die Bedienung ist einfach und intuitiv, da können sich andere noch eine Scheibe von abschneiden.

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Positiv aufgefallen ist mir die Leistung! Der Sprint von 0 auf 100 km/h ist innerhalb von 8,9 Sekunden erledigt. Nicht vergessen, wir sitzen hier in keinem Sportwagen, sondern in einem kleinen City-Flitzer!

In der Stadt, da spielt der smart auch sämtliche Trümpfe aus! Mit einem Wendekreis von unter 9 Metern und einer Rundumsicht, die seinesgleichen sucht, ist der smart an sich ideal für die Stadt.

Das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt und man wird schnell dazu verführt, die Kurven etwas schneller zu nehmen. Das kann man tun! Der smart verzeiht es einem und wer es übertreibt, wird von der Elektronik wieder eingebremst. Gegen die Gesetze der Physik ist allerdings auch ein smart mit Flügeln machtlos, wer es übertreibt, der wird sich drehen – der smart ist nämlich ein Hecktriebler – und wird es auch beim kommenden Modell bleiben.

Der leistungsoptimierte 1.0 Liter Motor von Brabus genehmigt sich übrigens Super-Plus Kraftstoff. Der NEFZ-Wert liegt wohl bei 5,2 Liter. Bei meiner Testfahrt war später eine 8 vorne. Wer es darauf anlegt, kann also nach ca. 300 km den Tankwart wiedersehen.

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Ein Genuss: Der Innenraum! Ich gestehe, das helle Weiß ist nicht jedermanns Sache und sicherlich auch sehr anfällig für Verschmutzungen, aber es fühlt sich sehr edel und wertig an.

Das Lenkrad liegt gut in der Hand, die Bedienungselemente sind gut zu erreichen und die Displays lassen sich gut ablesen. Wer den Schlüsselschalter (der sich in der Mittelkonsole versteckt) umgelegt hat, kann entweder manuell schalten (Hebel / Schaltwippen) oder der Automatik die Arbeit überlassen.

In die Türtaschen passen Getränkeflaschen, zusätzlich gibt es noch einige Ablageflächen.

Für einen 2-Sitzer bietet er wahrlich viel Platz und Raumgefühl und selbst in den Kofferraum passen zwei Bord-Trollys und zwei Rucksäcke ohne Probleme hinein.

Wenn Engel auf Reisen gehen, dürfen sie also auch durchaus mit dem smart fahren, es muss ja nicht unbedingt die beflügelte Version sein.

Den „normalen“ smart Brabus gibt es ja auch schon günstiger, denn den unverhältnismäßigen Aufpreis nur mit dem ungewöhnlichen Design zu belegen ist mir nicht ausreichend. Die Flügel sieht man, wenn man im Fahrzeug selber sitzt, übrigens nur in den beiden – elektrisch einstellbaren – Außenspiegeln.

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Fazit: Für den smart for Jeremy kann man sparen oder sich die Flügel einfach auch sparen. Ein normaler smart Brabus macht sicherlich genauso viel Fahrspaß.

Wer mit der reduzierten Reichweite klar kommt, sollte zum electric drive greifen, denn der elektrisch angetriebene smart fährt sich so, wie man es sich immer gewünscht hat: Ohne Zug- und Lastunterbrechungen bei der Beschleunigung.

Für Vollgas-Fahrten über die Autobahn sollte man lieber auch zu anderen Fahrzeugen greifen, der smart gehört in die Stadt. Dafür wurde er erschaffen, das ist sein Revier und das ist auch gut so.

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