Test – Fahrbericht: 2014 Hyundai i10 – Die Hartplastikwüste lebt!

Die Hartplastikwüste lebt! Der Hyundai i10 überzeugte mich nicht durch Soft-Touch Oberflächen im Innenraum, nein der Hyundai i10 hat ganz andere Qualitäten. Dazu zählen gute Ablageflächen, ausreichend groß dimensionierte Getränkehalter und vor allem ein ruhiger Innenraum.

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Motorisierungen: Unter der Haube versteckt sich ein 1,0 Liter 3 Zylinder der über eine Leistung von 67 PS verfügt. Das maximale Drehmoment beträgt, haltet euch fest, 95 Nm. Wer mehr Dampf haben will, der sollte zum teureren 1.2 Liter 4 Zylinder greifen, der hat dann 87 PS und 120 Nm unter der Haube.

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Mitbewerber-Check: Vergleicht man die Mitbewerber, dann tritt der Hyundai i10 gegen den VW Up und konzerngleiche Derivate, den Toyota Aygo, den neuen Renault Twingo, den Kia Picanto usw. an. Ein Modell für eine durchaus eine interessante Zielgruppe – aber auch ein hart umkämpfter Markt.

Fakten, Fakten, Fakten: Von 0 auf 100 km/h beschleunigt unser Hyundai i10 innerhalb von 14,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 155 km/h. Wer diese länger fährt, der wird den NEFZ-Verbrauch von 4,6 Liter auf 100 km nicht halten können. Wir haben hier die Blue-Drive Variante, die ist etwas sparsamer als die normale Version. Der Tankinhalt beträgt 40 Liter, das heißt rein theoretisch wären 850 km ohne auch nur einen Tankstop möglich.

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Der 3,66 Meter lange und 1,66 Meter breite Hyundai ist 1,50 Meter hoch. Der Radstand von 2,38 Metern kommt den hinteren Mitfahrern zu Gute, denn der Kofferraum ist mit einem Volumen von 252 Litern eher als klein zu bezeichnen, passt aber zum vorhin schon angesprochenen Mitbewerberfeld. Mit einem Wendekreis von 9,56 Metern hat der neue i10 sich im Vergleich zum eigenen Vorgänger verbessert.

Innenraumcheck: Hartplastik! Der Hyundai i10 ist ein günstiges Fahrzeug und auch wenn man es ihm auf den ersten Blick nicht ansieht, man fühlt es. Schade! Weicher Kunststoff hätte dem Koreaner gut gestanden, denn rein von der Zuordnung hier ist doch alles super und das gilt auch für den Blick auf den Tacho. Das Instrument lässt sich gut ablesen. Ich kann das, immerhin in der Höhe verstellbare, Lenkrad gut umgreifen und auch den Schalthebel kann ich gut bedienen. Von der Sitzgeometrie, von der Kopffreiheit und vom Raumgefühl gibt es also nicht viel zu meckern. Ich hätte mir eine Mittelarmlehne gewünscht, aber irgendwas ist ja immer.

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Angeberwissen: Wusstet ihr dass der Hyundai i10 in Rüsselsheim entwickelt wurde? Kein Witz, dort steht das Technologie- und Design-Center von Hyundai. Der i10 ist und bleibt trotzdem koreanisch, auch wenn er in der Türkei gefertigt wird. So sieht also ein Welt-Auto aus.

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Laderaum: Der Kofferraum hat ein Volumen zwischen 252 Liter und 1.046 Liter. Hier gibt es etwas besonderes zu berichten. Den Hyundai i10 gibt es auch mit einer LPG Anlage. In dem Fall reduziert sich das Kofferaumvolumen auf nur noch 218 Liter, denn der 27,2 Liter große LPG-Tank muss ja auch irgendwo hin. Die Zuladung liegt beim Hyundai i10 zwischen 337 und 434 kg, je nach Modell. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt in unserem Fall hier 1420 kg.

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Wie fährt er sich? Verbaut ist eine elektromechanische Lenkung, die könnte natürlich etwas direkter sein, aber wir sitzen hier in einem Kleinstfahrzeug und somit passt das schon. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt und selbst bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn lässt der Hyundai i10 beim Fahrwerk keine Schwächen erkennen. Die Bremsanlage wurde von Hyundai an die Leistung angepasst auch hier gibt es nichts zu meckern. Beim Motor muss man natürlich sagen, dass der 67 PS starke 3 Zylinder nun nicht gerade der schnellste ist. Als Stadtauto ideal, wer häufiger übers Land fährt sollte sich ggf. eine Alternative suchen. Der kleine 3-Zylinder braucht Drehzahl, denn konstruktionsbedingt steht im Drehzahlkeller auch keine Leistung zur Verfügung. Somit erklärt sich auch, dass unser Verbrauch am Ende bei ca. 7,1 Liter lag. Mit einem größeren Autobahn-Anteil geht der für unsere Verhältnisse aber vollkommen in Ordnung.

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Mein Plus-Punkt: Innenraumgeräusche bei Höchstgeschwindigkeit. Wahnsinn! Selten so ein kleines Fahrzeug gefahren was bei höheren Geschwindigkeiten so ruhig im Innenraum war.

Mein Negativ-Punkt: Das Fahrwerk ist bei 4 Leuten am Ende der Leistungsfähigkeit, da kommen schon mal Stöße durch und dann habe ich da noch eine Frage: Warum gibt es in der besten Hyundai i10 Version ein beheizbares Lenkrad welches auf der anderen Seite aber nicht axial verstellbar ist? Eine Gurthöhenverstellung gibt es auch nicht, aber ansonsten ist der Hyundai i10 eine wahrlich positive Überraschung gewesen.

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Die Preisfrage: Der Basispreis vom Hyundai i10 liegt bei 9.950 Euro, wir fahren hier die Trendline als Blue-Drive und die fängt bei 11.820 Euro an. Die bessere Style-Ausstattung liegt bei mindestens 12.480 Euro.

Das Fazit: Ich muss wirklich sagen, dass der Hyundai i10 mich zufrieden gestellt hat. Das Platzangebot vorne und im Fond ist ausreichend dimensioniert, dass sogar 4 Personen weitere Strecke fahren könnten. Die fehlende Gurthöhenverstellung und das nur vertikal verstellbare Lenkrad gibt Abzüge in der B-Note, denn so etwas setze ich inzwischen voraus. Für die Stadt ein richtig gutes Fahrzeug ist der Hyundai i10 und das zu einem fairen Preis. Wer etwas mehr Platzbedarf hat (Kofferraum) sollte ggf. gleich zum größeren Konzern-Bruder dem i20 greifen, der ist (interessanterweise) auch nicht viel teurer.

Hier im Drive-Blog verlinken wir ja auch gerne auf die anderen Blogger-Kollegen, denn wir sehen diese Verweise als Mehrwert an, denn schließlich möchten wir die Leser ja umfassend informieren und dazu gehören einfach auch weitere Meinungen zum jeweiligen Fahrzeug. Beim Hyundai i10 war es recht schwierig, da dieses Fahrzeug in der Blogosphäre noch nicht so häufig gelandet ist.

Holger von Autogefühl.de schreibt z.B.: „Hyundai selbst spricht beim Hyundai 10 vom Größten unter den Kleinen. Was die Abmessungen angeht korrekt – und was den Gesamteindruck angeht, wollen wir nicht allzu heftig widersprechen.“ und bemerkt ebenfalls den leisen Innenraum. Er fuhr die besser ausgestattete Style-Version, die sich scheinbar wirklich lohnt, nicht nur wegen der optionalen Lenkradheizung.

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