Fahrbericht / Test: Neuer Nissan X-Trail 2014 1.6l Diesel

Der Nissan Qashqai muss in der neuesten Version auf zwei Sitzplätze verzichten, denn die Qashqai+2 Version wurde auf Eis gelegt. Diese Lücke soll nun auch der Nissan X-Trail schließen, der weiterhin diese Zielgruppe bedient.

Zielgruppe?

Gute Frage, jeder der einen SUV fahren möchte, sich aber nicht wirklich ins schwere Gelände wagen möchte. Von der Geländewagenoptik hat Nissan sich nun verabschiedet und hat Hand angelegt, am neuen Nissan X-Trail 2014. Premiere feierte er bereits auf der IAA 2013, in Genf wurde er erneut dem Publikum gezeigt und nun kommt er ab Juli 2014 auch endlich in den Handel. Ein neuer Nissan X-Trail der mit dem Vorgänger nicht mehr ganz so viel gemeinsam hat.

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Mitbewerber-Check: Gar nicht so einfach, der Toyota RAV4 bzw. der Honda CRV könnten Mitbewerber sein, die beiden spielen immerhin in der gleichen Preisklasse.

Motorisierungen: Zunächst gibt es nur einen Motor. Der 1.6 Liter Diesel wurde zusammen mit Renault entwickelt und leistet 130 PS bzw. verfügt über ein maximales Drehmoment von 320 Nm. Etwas später soll auch noch ein 1.6 Liter Benziner folgen, vermutlich mit einer Leistung von über 160 PS.

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Fakten, Fakten, Fakten

Von 0-100 km/h beschleunigt unser Testwagen innerhalb von 11,0 Sekunden, handgeschaltet geht es in 10,5 bzw. mit CVT-Getriebe innerhalb von 11,4 Sekunden.

Beschleunigungswerte sind beim X-Trail allerdings eher sekundär zu betrachten, genauso wie die Höchstgeschwindigkeit von bis zu 188 km/h. Der Verbrauch, der ist interessant: NEFZ sagt 4,9-5,3 Liter auf 100 km und somit könnte man mit dem 60 Liter Tank fast 1.200 km weit fahren.

Der Basispreis wurde hier noch hinter vorgehaltener Hand kommuniziert. Ab 26.550 Euro soll es wohl los gehen, das Ende der Fahnenstange ist bei ca. 38.500 Euro erreicht. Damit ist die 3. Generation vom X-Trail günstiger als der Vorgänger, sparsamer auch und er wurde nicht nur optisch aufgehübscht sondern auch technisch verbessert.

Der X-Trail ist 4,64 Meter lang, 1,82 Meter breit und 1,69 Meter hoch. Der Radstand von 2,70 Metern kommt den Insassen zu Gute und wer gut in Mathematik war und die Dimensionen im Blick hat weiß, dass auch der Kofferraum nicht gerade klein ist.

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Optisch gesehen ist er runder geworden, zwischen der 1. und der 2. Generation vom X-Trail hat man kaum optische Veränderungen feststellen können. Hier wirkt nun alles etwas glatter, weicher, runder. Vom Design her sicherlich gut, vom Verbrauch her bestimmt auch, doch irgendwie mochte ich persönlich das kantige und Robuste auch ganz gerne.

Serienmäßig sind 17″ Felgen verbaut, optional drehen sich bis zu 19″ Felgen in den Radkästen. Dahinter sind Scheibenbremsen an der Vorder- bzw. der Hinterachse für die Verzögerung zuständig.

Optional gibt es für den Nissan X-Trail auch Voll LED Scheinwerfer, dabei schätze ich vor allem den Sicherheitsgewinn, denn mehr Sicht bedeutet für mich gleichzeitig auch eine erhöhte Sicherheit. Ganz nebenbei verbrauchen LED-Scheinwerfer auch weniger Strom, aber das steht auf einem anderen Papier.

Innenraumcheck

Der Innenraum vom Nissan X-Trail zeigt sich aufgeräumt, sämtliche Bedienungselemente sind gut zu erreichen und ausreichend Ablageflächen stehen den Insassen zur Verfügung. Das Lenkrad lässt sich, genauso wie der Fahrersitz, axial und vertikal einstellen, so ist schnell eine gute Sitzposition gefunden.

Die hinteren Passagiere sitzen leicht erhöht, das verbessert zwar die Sicht der Mitfahrer, kann unter Umständen aber die Rundumsicht des Fahrers einschränken. Eingeschränkt wird dann auch die Kopffreiheit, wobei ich der Meinung bin, dass Personen bis zu einer Körperlänge von 1,80 Metern hinten gut sitzen können. Das liegt auch am verlängerten Radstand, der zweifelsohne den Passagieren zu Gute kommt. Optional gibt es hinten noch zwei weitere Sitze, die würde ich allerdings als Schwiegermuttersitz bezeichnen wollen.

Von der Optik und von der Haptik überzeugt das neue Interior und das große Panorama-Glasdach, welches sich sogar teilweise öffnen lässt, ist eine Kaufempfehlung wert.

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Angeberwissen: Das CVT Getriebe gibt es nur bei Fronttrieblern, wer Allrad möchte darf sich selbst durch das 6-Gang Getriebe schalten. Ein weiterer Nachteil bei der Automatik-Version: Die Anhängelast ist auf 1,5 Tonnen reduziert (12% Steigung, 2 Tonnen bei 8%), die anderen beiden Versionen dürfen immer zwei Tonnen ziehen.

Laderaum

550 Liter stehen dort zur Verfügung, klappt man die Sitze um, sind es 1982 Liter. Die Zuladung beträgt 470 kg, so wird aus dem bis zu 2.150 kg schweren Nissan X-Trail schnell ein 2,5 Tonnen Geschoss. Vor allem wenn 7 Sitze zur Verfügung stehen, dann muss man schon mal auf die Zuladung achten.

Die Dachlast beträgt übrigens 100 kg. Durch die verschiebbare Rückbank kann man entweder die Beinfreiheit oder den Laderaum vergrößern. Bei umgelegten Sitzen können 1,60 Meter lange Gegenstände transportiert werden, die bis zu 80 cm breit sein dürfen.

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Wie fährt er sich?

Gut! Der 130 PS Diesel ist kein Beschleunigungs-Wunder, das verlangt auch keiner. Wer sich durch die 6 Gänge wühlt, der kommt voran. Die Lenkung ist leichtgängig, das ist beim Einparken ideal.

Die Rundumsicht ist eher negativ zu bewerten, dafür steht dann aber auch optional die 360° Kamera zur Verfügung. Das Fahrwerk war mir persönlich, zumindest hier auf den teilweise schlechten Straßen in Portugal, etwas zu hart. Mit einem erfahrenen Verbrauch von 7.0 Liter auf 100 km ist mir der neue Diesel-Motor wirklich positiv aufgefallen, der so ja auch in anderen Fahrzeugen zum Einsatz kommt.

Die Geräuschentwicklung hält sich in Grenzen und ist durchaus positiv zu bewerten. Schaltfaul fahren? Das geht nicht, denn von unten rum kommt nichts, der kleine Diesel braucht Drehzahl.

Mein Plus-Punkt: Den Nissan X-Trail kann man mit zahlreichen Sicherheitssystemen ausstatten. Von der Verkehrsschilderkennung bis hin zum Spurhalteassistenten. Mit Berganfahrassistent und Notbremsassistent meistert der X-Trail fast jede Situation und falls der Fahrer doch mal etwas übersieht, dann meldet sich der Tot-Winkel-Warner.

Mein Negativ-Punkt: Reine Geschmacksache, ich mag die Rückleuchten nicht, bzw. gefiel mir der alte, kantige, eckige, X-Trail etwas besser. Aber man muss mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit und wenn sich Nissan in einem Segment wahrlich gut auskennt, dann ist es im Crossover / SUV Bereich.

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Die Preisfrage: Der Preis startet ab ca. 26.550 Euro. Das sind so die Preise, die hinter vorgehaltener Hand kommuniziert wurden. Ein gut ausgestatteter Nissan X-Trail wird vermutlich bei 35.000 liegen, ein sehr guter bei 38.500 Euro.

Das Fazit: Wer einen Qashqai +2 fährt und traurig ist, dass es keinen direkten Nachfolger gibt, der sollte sich den X-Trail mal ansehen. Von der ursprünglichen Geländewagen-Optik hat man sich verabschiedet. Sportlicher gezeichnet, sparsamer, aber leider auch etwas langsamer.

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