Kaufberatung / Test: Suzuki Swift 2014

Was bedeutet eigentlich Swift? Das war die erste Frage, die ich mir gestellt habe, als ich den Testwagen bekam. Dabei gibt es den Suzuki Swift bereits über 30 Jahre und ich übertreibe nicht, wenn ich nun sage, dass der aktuelle Suzuki Swift der beste Swift aller Zeiten ist.

Swift bedeutet übrigens übersetzt : schnell, flink, rasant und geschwind… ob der Kleinwagen wirklich den passenden Namen trägt?

Suzuki-Swift-2014-Test-Fahrbericht-Kaufberatung-Drive-Blog-Jens-Stratmann-1

Den Swift gibt es als 3- und als 5-Türer. Gefahren bin ich, wie man auch auf den Fotos sehr schön sehen kann, den 3-Türer. Unter der Motorhaube versteckt sich ein 1.2 Liter 4-Zylinder Benzin-Motor mit einer Leistung von 94 PS.

Damit braucht sich der Suzuki Swift gar nicht verstecken, vor ein paar Jahren wäre man mit der Leistung in einem Kleinwagen noch der König in der Innenstadt gewesen. König?

Nun, in der Innenstadt eventuell! Der Wendekreis beträgt 10,4 Meter und der Verbrauch innerorts liegt bei 6,1 (laut NEFZ).

„Der ist aber keine Schönheit!“ hörte ich den Nachbarn sagen, damit meinte er aber nicht den Suzuki Swift oder gar mich, er meinte den Motor. Gut, schön ist er nicht, aber nun mal ehrlich: Wer schaut sich denn mehr als 3-4 Mal im Jahr seinen Motor an? Wichtig ist doch, dass er läuft und ggf. auch sonst noch was kann.

Suzuki-Swift-2014-Test-Fahrbericht-Kaufberatung-Drive-Blog-Jens-Stratmann-7

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h spielt er auf der Autobahn eher die Rolle des Spurblockierers, denn auch die Überholvorgänge benötigen etwas Vorbereitungszeit. Von 0 auf 100 km/h geht es innerhalb von 12,3 Sekunden, da wirkt der Beschleunigungsstreifen schon oft etwas zu kurz.

Suzuki-Swift-2014-Test-Fahrbericht-Kaufberatung-Drive-Blog-Jens-Stratmann-6

Es hilft da, auch schon einmal das 5-Gang Getriebe zu nutzen, einen Gang runter und auf Drehzahl kommen. Dadurch steigt der Fahrspaß – aber auch der Verbrauch. Aus den kombinierten 5,0 Litern macht man schnell auch 8, aber viel mehr werden es in der Regel nicht.

Suzuki-Swift-2014-Test-Fahrbericht-Kaufberatung-Drive-Blog-Jens-Stratmann-5

Spaß? Im Suzuki Swift? Ja! Das Fahrwerk ist straff und toll abgestimmt, die Lenkung direkt und man bekommt eine tolle Rückmeldung. Die Bremsen sind an die Fahrzeugleistung angepasst und fallen weder positiv noch negativ auf.

Bei längeren Autobahnpassagen ist mir aufgefallen, dass man relativ häufig die Spur korrigieren muss, aber fährt man mit einem Suzuki Swift wirklich häufiger längere Strecken über die Autobahn? In der Stadt und auf der Landstraße versprüht der kleine Zwerg Fahrspaß.

Das Lenkrad liegt gut in der Hand, die Bedienelemente sind gut zu erreichen und die Instrumente zeigen sich klar strukturiert, gut ablesbar und aufgeräumt.

Das Infotainment-System war nicht vorhanden. Kleiner Scherz, aber ein großes Display sucht man hier vergebens. Musik kann man trotzdem hören und eventuell ist das auch ein Grund warum ich den Suzuki Swift mag: Er ist nicht überladen, er überfordert weder Fahrer, noch Beifahrer.

Suzuki-Swift-2014-Test-Fahrbericht-Kaufberatung-Drive-Blog-Jens-Stratmann-9

Bei den Ablagen gibt es vor dem Gangwahlhebel ein Fach, links und rechts in den Türtaschen ist jeweils auch Platz für 1-Liter Flaschen und ein kleines Brillenfach gibt es auch noch.

Klein? 3,85m lang, 1,69m breit und 1,51m hoch. Das sind die Abmessungen.

Der Kofferraum bietet mit einem Ladevolumen von 211 Litern nun wahrlich nicht viel Platz. Die hohe Ladekante stieß bei mir ebensowenig auf Gegenliebe. Wer etwas mehr transportieren möchte, muss die Rückbank umlegen. Dann sind es immerhin 892 Liter, die untergebracht werden können. Aufpassen muss man da allerdings auf die zulässige Zuladung. Der ca. 1.020-1.080 kg schwere Suzuki Swift hat ein maximales zul. Gesamtgewicht von 1.480 kg, somit liegt die max. Zuladung bei 400 kg.

Suzuki-Swift-2014-Test-Fahrbericht-Kaufberatung-Drive-Blog-Jens-Stratmann-4
Ab einer gewissen Ausstattungslinie bekommt man zahlreiche Features angeboten. So verfügte unser Testmodell z.B. über die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und Keyless-Go System. Die Türen konnte ich also per Knopfdruck an der Tür öffnen und auch den Motor konnte ich per Taste starten.

Das Lenkrad lässt sich axial und vertikal verstellen, verstellen lässt sich auch die Gurthöhe und der Fahrersitz. Kritikpunkt: Steigen hinten Personen ein, dann muss man den Fahrersitz wieder neu einstellen.

Sprechen wir ganz kurz noch über die verfügbaren Sicherheitsausstattungen. Neben ABS inkl. Bremsassistenten ist auch ein ESP verbaut. Die Traktionskontrolle lässt sich ausschalten. Im Falle eines Unfalls schützen zahlreiche Airbags den Fahrer und Beifahrer, der Fahrer bekommt serienmäßig sogar einen Knieairbag.

Suzuki-Swift-2014-Test-Fahrbericht-Kaufberatung-Drive-Blog-Jens-Stratmann-8

Der Suzuki Swift macht Spaß, überrascht durch seine einfache Bedienung, sein gutes Fahrwerk, seine direkte Lenkung und enttäuscht etwas beim Platzangebot im Kofferraum. Der Innenraum selbst sieht hochwertiger aus als er sich anfühlt.

Preislich gesehen ist der Suzuki Swift in der Basis-Version ab 10.990 Euro zu haben. Jedoch kann man auch schnell bei 15.000-19.000 Euro landen.

Sportlich ambitionierten Kleinwagen-Fahrern würde ich den Suzuki Swift Sport empfehlen, der sollte dank dem 1.6 Liter Motor mit 136 PS noch mehr Spaß machen. Von 0 auf 100 beschleunigt dieser Gift-Zwerg innerhalb von 8,7 Sekunden und der Vortrieb endet erst, wenn die Tachonadel bei 195 km/h stehen bleibt.

Fahrspaß muss man sich leisten können, los geht dieser bei 18.990 Euro und einem kombinierten Verbrauch von 6.4 Liter auf 100 km. Der Suzuki Swift Sport trägt also definitiv den passenden Namen.

Suzuki-Swift-2014-Test-Fahrbericht-Kaufberatung-Drive-Blog-Jens-Stratmann-3

Suzuki Swift Kaufberatung für Singles / Paare: Gönnt euch den Suzuki Swift Sport, oder aber den 3-Türer mit 94 PS. Hinter euch sitzt sowieso nie einer. Ich würde die Comfort-Linie wählen und optional noch das Glasschiebehubdach hinzu konfigurieren. Preislich gesehen landet ihr dann bei ca. 15.500 Euro, vor allem wenn ihr euch noch den Rückfahrwarner gönnt. Fahrerinnen werden sich ggf. über den unbeleuchteten Schminkspiegel (auf beiden Seiten verfügbar) ärgern.

Suzuki Swift Kaufberatung für junge Familien mit 1 Kind: Ich sehe, auf Grund des kleinen Kofferraums nur Familien mit einem kleinen Kind in einem Suzuki Swift. Familien, die noch mit Kinderwagen hantieren müssen, werden in dem Swift wenig Spaß haben.

Dennoch: 5-Türer! Ganz klare Empfehlung, wer einmal die Kinder hinten im 3-Türer angeschnallt hat, der weiß, was Rückenschmerzen sind. Los geht es ab 13.790 Euro, auch hier würde ich noch den Rückfahrwarner und eventuell die Mittelarmlehne bzw. die Cargo-Box empfehlen.

Suzuki-Swift-2014-Test-Fahrbericht-Kaufberatung-Drive-Blog-Jens-Stratmann-2

Suzuki Swift Kaufberatung für die Best Ager: Mein Vater gehört genau in die Kategorie! Die Kinder sind aus dem Haus, man fährt nicht mehr ganz so viel, möchte aber mobil bleiben. Mein Vater hatte früher immer starke PS-Boliden, inzwischen reichen ihm 60 PS. Das Basis-Modell für 10.990 Euro ist gut ausgestattet und bietet sämtliche Sicherheits-Features, die nötig sind. Somit bleibt dann auch noch etwas Geld übrig, um den Enkeln z.B. auch mal ein Geschenk zu machen.

Kurzfazit: Der Suzuki Swift ist gut, aber mit etwas Ausstattung dann auch nicht mehr günstig. Hält sich der Fahrspaß auf der Autobahn in Grenzen, überzeugen Fahrwerk & Lenkung vor allem auf Landstraßen und in der Stadt.

Wer viel schaltet und den 1.2 Liter Motor auf Drehzahl hält, der wird zwar den NEFZ Verbrauch nicht schaffen, dafür aber flott unterwegs sein. Die Verarbeitungsqualität geht in Ordnung, wobei ich mir gerade beim Armaturenbrett Soft-Touch Oberflächen gewünscht hätte, denn er sieht hochwertiger aus, als er sich anfühlt – der aktuelle Suzuki Swift!

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: