Umtausch alt gegen neu: Wie bekomme ich den EU-Führerschein?

Vor kurzem haben wir über den internationalen Führerschein berichtet, der zum Autofahren im außereuropäischen Ausland empfohlen wird.

In den meisten europäischen Ländern genügt jedoch der EU-Führerschein im Scheckkartenformat.

Bei uns sind aber auch noch ältere Versionen des Führerscheins im Umlauf, viele kennen da bestimmt den rosa oder grauen „Lappen“.

Wenn man den EU-Führerschein noch nicht besitzt, einen internationalen Führerschein aber beantragen oder auch einfach den alten Führerschein umtauschen möchte, muss man zunächst den EU-Führerschein beantragen – und sich hierbei auch auf die ein oder andere Veränderung gefasst machen.

Fuehrerschein_grau_1200

Was ist neu?

Wer seinen alten in den neuen EU-Führerschein umtauschen lässt, wird vielleicht zunächst etwas verwirrt sein: Die Führerscheinklassen, wie man sie bisher kannte, wird es auf dem neuen Format nicht mehr geben.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir eine Übersicht erstellt, welche Führerscheinklasse im alten Dokument durch welche neue ersetzt werden:

Führerschein alt Führerschein neu
1 A
1a A2
1b A1
2 C und CE
3 B, BE, C1 und C1E
2 und 3 D, D1, D1E und DE
4 AM
5 L

 

Bei Klasse 2 bzw. den neuen Führerscheinklassen C und CE gibt es eine Besonderheit:

Diese sind lediglich bis zum 50. Lebensjahr des Führerscheininhabers befristet. Sie gehören zu den LKW-Klassen und beinhalten Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3.500 kg und mit nicht mehr als neun Sitzplätzen, einschließlich des Fahrers (auch mit Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 750 kg). Damit soll in die Verkehrssicherheit investiert werden.

Von Klasse 3 zu Klasse C1 und C1E

Hatte man bisher das Recht, Fahrzeuge der Führerscheinklasse 3 zu fahren, so erhält man neben der Fahrerlaubnis für die PKW-Klassen B und BE (PKW mit Anhänger bis zu 3,5t) auch automatisch die Berechtigung, Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 7,5t und Züge bis 12t führen zu dürfen (Klassen C1 und C1E).

Um auch Kraftfahrzeuge mit mehr als 7,5t fahren zu dürfen, so muss die Umstellung gesondert beantragt werden (Klasse CE).DE_Licence_2013_Back_1200

Ganz schön kompliziert

Zugegeben, diese Umstellung von alt auf neu ist nicht ganz einfach und man muss sich vorher schon etwas damit auseinandergesetzt haben, damit man nicht plötzlich eine bisher gültige Fahrerlaubnis verliert.

Hier gibts eine schöne und kompakte Übersicht über die Umstellung inklusive aller Klassen.

Schonfrist bis 2032

Besitzer des alten Führerscheins haben allerdings noch bis 2032 die Möglichkeit, den alten „Lappen“ zu behalten.

Spätestens ab 2032 müssen aber alle alten Führerscheine umgetauscht sein.

Wer also noch an seinem rosa oder grauen Lappen hängt, darf sich noch ein bisschen daran erfreuen.

So funktioniert der Umtausch:

Ein Gang zur Führerscheinstelle mit den benötigen Unterlagen, wie dem Personalausweis, dem alten Führerschein, einem aktuellen Lichtbild sowie einer aktuellen „Karteikartenabschrift“ (erhält man bei der zuletzt ausstellenden Behörde) genügt und man erhält nach 2-3 Wochen den neuen Führerschein zugeschickt.

Die Kosten belaufen sich auf 24 Euro zzgl. Gebühren für den Direktversand von 5,25 Euro, sofern das gewünscht wird.

Bildquellen:
Grauer Führerschein: Wikimedia – ¡0-8-15!
EU-Führerschein Rückseite: Wikimedia – JB-Firefox

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