Mit dem eigenen Wagen Formel 1-Weltmeister: In Memoriam Jack Brabham

Im Mai starb Sir Jack Brabham. Den Namen haben die Älteren – oder die Motorsport-Interessierten – unter uns schon gehört; in seiner Heimat Australien war er eine Größe wie in Deutschland „uns UWE“ oder Max Schmeling, in Würde und Ehre gealtert, bis zu seinem Tod hoch geehrt.

Für alle anderen kurz zusammengefasst: Bei 126 Formel 1-Rennen zwischen 1955 und 1970 gewann er 14 Mal! Er fuhr bei den Teams Cooper, Maserati, Lotus und… später mehr dazu.

Nach wilden Amateurjahren in Australien ging Brabham 1955 nach Europa, um dort in einem Cooper sein Glück in der Formel 2 zu versuchen. Er schlug sich gut, 1958 wurde er Formel 2 Champion. Und zwischendrin durfte er erste Versuche in der Formel 1 unternehmen.

Grand Prix in Zandvoort, Niederlande, 1966: Jack Brabham (16) gefolgt von Denny Hulme (18) und Jim Clark (6)

Formel 1: Einige Highlights seiner Karriere

Weltmeisterschaft 1959

Im Jahr 1959 führte Jack Brabham die Gesamtwertung an. Im letzten und entscheidenden Rennen der Saison ging ihm 800 Meter vor dem Ziel der Sprit aus und er schaffte es gerade, den Wagen so schnell über die Ziellinie zu schieben, dass er sich mit dem 4. Platz seinen ersten Weltmeistertitel sichern konnte.

Weltmeisterschaft 1960

Mit einer sensationellen Siegesserie von fünf ersten Plätzen in Folge wurde Jack Brabham zum zweiten Mal Formel 1-Weltmeister!

Ab 1962 war er in Autos mit seinem Namen unterwegs. Er hatte einen eigenen Rennstall gegründet! In den frühen Sechzigern machte er damit zunächst jedoch keinen Stich gegen die Ferraris, Cooper- und Lotus-Climax und B.R.M.

Dann kam die Weltmeisterschafts-Saison 1966:

Jack Brabham, Sieger beim Rennen in Zandvoort, Niederlande 1966

Hier schaffte er etwas bislang Einzigartiges: Es gab – und gibt immer noch – einige Rennställe, die von aktiven Rennfahrern gegründet wurden, wie z.B. Ferrari oder McLaren.

Im Jahr 1966 wurde jedoch Jack Brabham als erster und bislang einziger Fahrer in einem von ihm selbst konstruiertem Autos seines eigenen Rennstalls Weltmeister.

Hier eine schöne Graphik von seinen Rennern im Laufe der Zeit:

Übersicht über die Rennwagen von Jack Brabham

Also schaut Euch genau den 1966er Brabham mit dem Repco Motor an, das war sein Weltmeisterauto! Das Original steht im australischen National Sports Museum in Melbourne.

Wenige Rennfahrer wurden in früheren Zeiten so alt, um ihre Enkel aufwachsen zu sehen. Der im privaten (auch beim Autofahren) sehr vorsichtige Brabham machte auch da alles richtig.

Nun ist einer der Großen gegangen. Hats off to Jack!

P.S. Empfehlungen zum Weiterstöbern:

Bilder aus den 60er Jahren gibt es hier.

Und einen schönen SW-Film, in dem viele Szenen aus Jack Brabhams erster WM-Saison zu sehen sind – interessant hier auch das Aufeinandertreffen von Front- und Heckmotorwagen…

Fotoquellen:
Grand Prix Zandvoort 1966: Wikimedia – Koch, Eric / Anefo / neg. stroken, 1945-1989, 2.24.01.05, item number 919-3865
Siegerehrung Zandvoort 1966: Wikimedia – Koch, Eric / Anefo / neg. stroken, 1945-1989, 2.24.01.05, item number 919-3868

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