Neuwagen der Woche: Der Opel Adam! Wie schlägt er sich gegen den Fiat 500?

Mit 67 Punkten fuhr der Opel Adam beim letzten Blogger Auto Award 2014 auf dem ersten Platz im Segment der Minicars. Ein guter Grund sich das Fahrzeug auch einmal näher anzusehen, oder?

Ich erspare euch die Adam und Eva Witze! Der Opel Adam feierte seine Premiere in Frankreich auf dem Automobil-Salon in Paris 2012.

Der 3,70 lange Cityflitzer verfügt über 3 Türen und 4 Sitzplätze.

Das Fahrzeug gibt es in drei verschiedenen „Stilrichtungen“: Der Opel Adam Jam soll „funky“ sein, der Opel Adam Glam eher „chic“ und sportlich geht es im Opel Adam Slam zur Sache. Der Adam war übrigens ein Sprung ins kalte Wasser, denn er hat keinen direkten Vorgänger. Auch hatte Opel keine Erfahrungen mit dem „Luxus-Kleinstfahrzeug“-Segment und hat dafür ja doch auf Anhieb vieles richtig gemacht.

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Unter der Motorhaube findet man z.B. einen 1.2 Liter Benziner mit 70 PS oder die 1.4 Liter Benziner mit 87 bzw. 100 Pferdestärken. Für den reinen Stadtverkehr reichen alle drei Motoren, wer hin und wieder auch mal über Land fährt, sollte zur 87 bzw. 100 PS oder 115 PS Version greifen. Ganz frisch ist der 1.0 Liter EcoTec mit 90 PS, der an ein manuelles 6-Gang Getriebe gekoppelt ist. Eine LPG Version steht ebenfalls zur Verfügung.

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Der Opel Adam fährt sich wendig, bietet eine gute Rundumsicht und der Innenraum zeigt sich aufgeräumt. Er kommt mit wenigen Tasten und Schaltern aus, das neue Sportlenkrad liegt gut in der Hand und die Bedienungselemente für optionale Assistenzsysteme bzw. für das Infotainmentsystem lassen sich gut erreichen.

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Der Adam positioniert sich gegen den Fiat 500, er ist ein Lifestyle Produkt. Kein Wunder also, dass es optional auch einen Sternenhimmel oder farbig bedruckte Himmel im Innenraum gibt.

Ziel: Wenn der Kunde es möchte, kann er sich aus dem Opel Adam Baukasten seinen ganz individuellen Adam zaubern. Ein Fahrzeug was so – vermutlich – nicht in der Nachbarschaft stehen wird.

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In den Radkästen könnten sich so z.B. 16, 17 oder gar 18″ große Felgen drehen, die Felgen könnten eine andere Farbe bekommen als der Innenraum, die Außenspiegel etc. Und die Individualität ist manchen Personen ja mehr wert als eine hohe Alltagstauglichkeit.

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Eine hohe Familientauglichkeit kann man dem Opel Adam natürlich nicht bescheinigen, der Kofferraum fasst gerade einmal 170 Liter.

Der kleine freche Opel will aber auch gar kein Familientransporter sein. Er ist der Single-Beförderer, der Zweitwagen, der Begleiter für Pärchen und wenn die einmal zwei weitere Personen mitnehmen wollen, dann geht das. Legt man die hinteren beiden Sitze um, dann steht ein Ladevolumen von 663 Liter zur Verfügung.

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Luxus! Sitzheizung, Lenkradheizung, Totwinkelwarner, Ledersitze… all das gibt es – natürlich gegen Aufpreis – auch im Opel Adam. Der Kleinstwagen kann also durchaus luxuriös ausgestattet werden. Neben den Optionen kommt dann die bereits angesprochene Qual der Wahl aus diversen Farben, Dachlackierungen, Designs für Felgen, Sitze, Dachhimmel und und und…

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Wer sportlich aktiv ist, kann sich übrigens auch einen FlexFix Fahrradhalter hinzu konfigurieren. Der Fahrradträger verschwindet dann unter dem Fahrzeug – wird einfach eingeschoben und ist ständig dabei. Fahrräder bis zu einem Gewicht von 30 kg können damit einfach transportiert werden.

Kritikpunkte gibt es natürlich auch: Mir fehlt die Gurthöhenverstellung und die Ladekante ist mit 85 cm schon ziemlich hoch.

Klein ist allerdings der Preis. Der startet bei ca. 11.750 Euro. Wer mag, kann und wird sich den Preis natürlich hoch skalieren. Vernünftig ist das natürlich nicht, aber chic, trendy und modern und bei einigen Punkten schaltet dann auch irgendwann die Vernunft ab.

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Abschalten kann man den Opel Adam auch mit der optionalen Start-Stop Automatik. Warum Opel sich diese Spritspar-Funktion teilweise mit 355 Euro extra bezahlen lässt, kann ich allerdings nicht nachvollziehen.

Die Lenkung ist präzise, das Fahrwerk sportlich abgestimmt und somit kann man das Handling als knackig bezeichnen. Die Serien- und Sicherheitsausstattung ist reichhaltig, das Platzangebot vorne ebenfalls und die Sitze zeigen sich auch bei längerer Fahrt noch als bequem. Hinten gibt es wenig Platz aber das dürfte niemanden verwundern.

Opel hat die ersten Fahrzeuge nur mit dem manuellen 5-Gang Getriebe auf den Markt gebracht, inzwischen gibt es die 90 und die 115 PS Version auch mit einem 6-Gang Getriebe, welches sich vor allem für diejenigen, die auch mal auf die Autobahn fahren müssen, auszahlen dürfte.

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Die Verbrauchswerte dürften laut NEFZ zwischen 4,2 und 5,3 Liter liegen, die Wahrheit liegt vermutlich – je nach Gasfuß – bei 1-2 Liter drüber.

Ärgerlich: In der Basisversion kann man nicht alle Motoren bekommen, daher landet der Käufer schnell bei 16.000-18.000 Euro.

Nun gut, der Adam muss ja schließlich auch Geld einspülen! Über 190 Millionen Euro hat Opel zum Produktionsstart des Opel Adams in den Standort Eisennach investiert und die ersten Verkaufszahlen der letzten Monate zeigen, dass sich diese Inventionen langfristig auszahlen dürfte:

Neben zahlreichen Preisen gewinnt der Opel Adam auch viele neue Freunde und somit Käufer/innen. Allein in den ersten 6 Monaten diesen Jahres wurden 10.824 neue Opel Adam angemeldet. Da fährt der Fiat-Konzern mit dem 500er derzeitig Opel noch davon (14.136 Zulassungen 01-06/2014 – Quelle KBA). Noch! Denn Opel hat da noch etwas frisches in der Pipeline, doch davon erzähle ich euch erst demnächst mehr…

Fotos: Jens Stratmann

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