Remote-Apps fürs Auto: Für ruhigen Schlaf & mehr Sicherheit

Sind Smartphone-Apps, mit denen man auf den Boardcomputer des Autos zugreifen kann, ein durchaus hilfreiches Tool, eine potentielle Gefahr oder das Wundermittel für Paranoide?

Wenn man sich die aktuellen Möglichkeiten der sogenannten Remote-Apps anschaut, entsteht der Eindruck, dass diese relativ junge Technologie in der Automobilbranche ein Mix von all dem ist und genauso viele Anhänger wie Gegner finden kann.

Die bekanntesten Autohersteller (Mercedes, Audi, Honda, Hyundai, Volvo, BMW, Ford, Volvo u.a.) kooperieren seit Jahren schon mit den Mobilfunk- und IT-Giganten wie Apple (iPhone), Google (Android), Blackbery, Microsoft (Windows Phone) oder SAP, um Autos zu vernetzen und bestimmte Funktionen fernsteuerungsfähig zu machen.

Der General-Motors-Konzern setzt dabei auf das konzerneigene Entwicklerteam, die GM-Tochter OnStar, die ihre Remote-Apps in Form eines Abos anbietet. Jedes 10. Auto auf der Straße soll bereits jetzt vernetzt und bis 2020 werden es voraussichtlich 90% sein.

Es handelt sich dabei nicht nur um eine stabile Internet- und GPS-Verbindung im Auto und das Bedienfeld der Mittelkonsole, das mit seiner App-Optik an einen Tablet im Landscape-Modus erinnern soll. Solche Funktionen sind bereits seit Jahren in fast allen Navigationssystemen verfügbar.

Man möchte etwas weiter gehen und eine gesicherte Verbindung (eine Art VPN-Tunneling-Verfahren) als Massenprodukt anbieten. Voraussetzung dafür soll eine bestehende Mobilfunkverbindung mit entsprechendem GPS-Empfänger im Auto sein.

Was können eigentlich vernetzte Autos?

Nachdem das Abschließen des Autos oder Hupen per iPhone-App keine große Sensation mehr darstellt (sehr praktisch auf einem vollen Parkplatz), stellen die Software-Entwickler eine ganze Reihe von verschiedenen Steuerungs- und Informationsfunktionen zur Verfügung, die sogar eine Interaktion zwischen dem Auto, dem Autofahrer, dem Autohersteller und anderen Diensten/Dienstleistern ermöglichen.

Notfall- und Pannenhilfe

Unterstützung bei der Anforderung von Hilfe in jeder Notsituation im Straßenverkehr. Wird bei einem Unfall der Airbag ausgelöst, können voreingestellte Dienste automatisch über einen medizinischen Notfall informiert werden. Bleibt das Fahrzeug unerwartet stehen oder gerät es außer Kontrolle, kann ebenfalls (manuell oder automatisch) Hilfe angefordert werden.

Abfrage von Fahrzeugdaten

Über die Apps lassen sich zahlreiche Fahrzeuginformationen per Smartphone ablesen: Reifendruck, Kilometer-, Öl- und Benzinstand u.a. Wer regelmäßig einen Statusbericht mit den wichtigsten Fahrzeugdaten bekommen möchte, kann diesen jederzeit einfach per Knopfdruck anfordern. So muss man sich nicht mehr merken, wann die nächste Hauptuntersuchung oder Abgasuntersuchung fällig ist.

Support aus der Ferne

Wer seinen Schlüssel im Auto vergisst und die Tür hinter sich zumacht, dem kann ebenfalls geholfen werden, solange er sich beim Dienstanbieter entsprechend identifizieren kann. Ein Servicemitarbeiter kann dann ein Signal an das Fahrzeug senden und die Türen aus der Ferne öffnen.

Zudem ist es auch möglich, vom Urlaubsziel aus zu überprüfen, ob unser Auto zu Hause abgeschlossen ist. Eine ferngesteuerte Sperrfunktion des Autos kann mit Sicherheit dafür sorgen, dass wir manchmal wesentlich entspannter einschlafen können.

Diebstahlhilfe

Bei einem Diebstahl können Remote-Apps zu einer schnelleren Aufklärung beitragen, da die App-Anbieter nicht nur unseren gestohlenen Wagen orten, sondern auch direkt die Polizei über den genauen Standort des Wagens informieren können.

Viele weitere Software-Lösungen können unsere Autos in wahre Alleskönner verwandeln. Für besonders viel Aufsehen sorgte neulich die Hotspot-Funktion. Dank der 4G/LTE-Verbindung wird das Auto zum leistungsstarken WLAN-Hotspot mit einer Breitbandgeschwindigkeit.

Fragen und Zweifel, die bei Entwicklungen dieser Art wohl immer wieder auftauchen werden, betreffen vor allem die Sicherheit (Antivirenprogramme, Firewalls), den Datenschutz (Erstellung und Weitergabe von Nutzerprofilen) und die allgemeine Verfügbarkeit.

Wer eines der E-Netze nutzt (O2, E-Plus), weiß genau, dass man nur in ganz seltenen Fällen eine halbwegs stabile Mobilfunkverbindung in einer Tiefgarage herstellen kann. Auch in vielen bunkerartigen Parkhäusern aus den 70er Jahren kommt nur noch ein schwaches GPRS-Signal an.

Nutzt ihr schon Remote-Apps für die Fernsteuerung eures Autos? Wie sind eure Erfahrungen?

 

Fotoquelle:
Prykhodov/iStock/Thinkstock

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