Neuwagen der Woche: Opel Adam Rocks 1.0 ECOTEC 3-Zylinder Turbo

Die Opel Adam Familie freut sich über Zuwachs. Was mit einer Design-Idee begann, wurde dank hohem Zuspruch umgesetzt und jetzt, nach knapp 2 Jahren, steht er auf den Rädern. Der Opel Adam Rocks! Zugegeben: Etwas Plastik an Front, Heck und an der Seite und ein 15 mm höher gelegtes Fahrwerk, machen aus dem Stadtflitzer noch keinen SUV, aber der Mini Crossover sieht nicht mehr ganz so niedlich aus wie der zivilere Opel Adam.

opel-adam-rocks-turbo-dreizylinder-115ps-170nm-test-fahrbericht-jens-stratmann-auto-blog-7


Opel würde mit dem Opel Adam Rocks gerne mehr Männerherzen gewinnen, aber ob das wirklich klappt? Aktuell kaufen 70% Frauen den Adam, man würde gerne das Verhältnis wandeln zu 60 % Frauen und 40 % Männer und auch das Durchschnittsalter soll sinken von derzeitig 42 Jahren auf 35 Jahre. Damit würde ich in die Zielgruppe passen, aber passt der Opel Adam Rocks auch zu mir? Wenn ich Single wäre oder nur eine Partnerin hätte, dann ja. Mit zwei Kinder und einem Hund muss ich leider auf größere Fahrzeuge ausweichen, aber Opel kann ja nichts für meine Familienplanung. Über 100.000 Opel Adam wurden bereits verkauft, nun gibt es den Rocks mit noch mehr Farben (17), noch mehr Dachfarben (6) und mit zwei verschiedenen Faltdachfarben (braun/schwarz). In Deutschland hat Opel mit dem Opel Adam immerhin 10% Marktanteil im Minisegment und den möchte man nun ausbauen. Man vermutet, dass 85% der Kunden (Kundinnen) sich für den Opel Adam entscheiden und 15% den Rocks wählen.

Der neue Opel Adam Rocks überzeugt vor allem durch den neuen Antrieb. Den 1.0 Liter ECOTEC 3-Zylinder gibt es mit 90 oder 115 PS. Wir sind in Lettland, besser gesagt in Riga, die 115 PS starke Version gefahren. Dank einem Drehmoment von 170 Nm beschleunigt der Adam Rocks innerhalb von 9,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Laut Werk liegt der NEFZ-Verbrauch bei 5,1 Liter / 100 km und die Höchstgeschwindigkeit bei 196 km/h. Das konnten wir in Riga nicht ausprobieren! Was wir ausprobieren konnten: Das neue Faltdach öffnet sich per Knopfdruck innerhalb von 5 Sekunden und macht aus dem urbanen Kurvenräuber ein luftiges Gefährt für den Großstadtdschungel.

opel-adam-rocks-turbo-dreizylinder-115ps-170nm-test-fahrbericht-jens-stratmann-auto-blog-17

Der Gangwechsel im Opel Adam Rocks erfolgte in unserem Testfahrzeug über das neue 6-Gang Getriebe, welches nun endlich im Opel Adam zur Verfügung steht. Das Fahrwerk wurde von Opel modifiziert und auf die neuen Anforderungen angepasst. In Lettland zeigt sich die Rad-Reifen-Kombination in Verbindung mit dem Fahrwerk etwas zu straff und die breiten Reifen ziehen sich von Spurrille zu Spurrille. Die Lenkung ist dabei leichtgängig und durch die „City-Funktion“ wird das Einparken zum Kinderspiel. Die Rundumsicht passt, wer mag kann sich entweder auf die Parksensoren verlassen oder das Fahrzeug optional auch halbautomatisch ein- und wieder ausparken lassen. Auf die Felgen sollte man achten, ab Werk rollt der Opel Adam Rocks auf 17″ Felgen vom Band – optional gibt es die hier verbauten 18″ die dem kleinen Rockstar ausgezeichnet stehen.

opel-adam-rocks-turbo-dreizylinder-115ps-170nm-test-fahrbericht-jens-stratmann-auto-blog-2

Sprechen wir noch schnell über ein paar Abmessungen: Der Rocks ist 3,747 Meter lang, inkl. Aussenspiegel 1,966 Meter breit und (bei einem Leergewicht von 1156 kg (inkl. Fahrer)) 1,493 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,311 Meter. Der Wendekreis liegt bei 10,94 Meter (wenn man keinen Bordstein überfahren mag). Ausreichend Platz gibt es für die beiden Passagiere im vorderen Bereich, während es im Fond enger zur Sache geht.

opel-adam-rocks-turbo-dreizylinder-115ps-170nm-test-fahrbericht-jens-stratmann-auto-blog-5

Zwei Kindersitze lassen sich via ISOFIX Halterungen montieren. Der Kofferraum ist das Stiefkind vom Opel Adam Rocks. Die Ladekante ist knapp 81 cm hoch, anschließend muss man das Ladegut wieder über 30 cm absetzen. Das Volumen wird mit 170 Liter angegeben. Legt man die Rücksitze um, stehen – je nachdem wie man misst – 484-663 Liter zur Verfügung. Die Zuladung beträgt 354 kg, für die Klasse ein ordentlicher Wert.

opel-adam-rocks-turbo-dreizylinder-115ps-170nm-test-fahrbericht-jens-stratmann-auto-blog-3

Wert? Gutes Stichwort! Was kostet der Opel Adam Rocks? In der Basis startet er bei ca. 15.990 Euro, unser Modell hier wird ca. 21.500 Euro teuer gewesen sein. Wer sich in den zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten verliert bzw. verliebt, der wird halt etwas mehr investieren müssen.

opel-adam-rocks-turbo-dreizylinder-115ps-170nm-test-fahrbericht-jens-stratmann-auto-blog-9

Fazit: Ich gehöre nicht zur Zielgruppe, aber wenn – dann fände ich den Adam Rocks interessant! Die Verarbeitung, die Haptik und die Qualitätsanmutung ist erstklassig. Die Assistenzsysteme arbeiten gut und auch wenn wir in Riga die Lenkradheizung nicht benötigt haben, ist es doch schön zu sehen, dass solche Features auch aus den oberen Klassen nach unten weitergereicht werden. Wem der Rocks optisch zusagt, der sollte mal eine Probefahrt machen. Die Herren der Schöpfung warten bestimmt alle noch auf den Opel Adam S! Der soll ja mit einem 1.4 Liter Turbo kommen, der dann 150 PS leisten soll. Wer übrigens – so wie ich – einen 5-Türer braucht, der sollte bei Opel im kommenden Jahr vorbeischauen, denn dann bekommt der Opel Adam einen Bruder – den Opel Karl! Etwas kürzer, mit 5 Türen. Eine Kleinigkeit haben die beiden Brüder dann aber nicht mehr gemeinsam: Während der Adam und der Adam Rocks in Eisennach vom Band laufen, kommt der neue Opel Karl aus Korea.

opel-adam-rocks-turbo-dreizylinder-115ps-170nm-test-fahrbericht-jens-stratmann-auto-blog-4

Was schreiben die anderen Blogger über den Opel Adam Rocks?

Fabian Meßner hatte mehr Glück mit dem Wetter. Er war vor uns in Riga und schreibt z.B. : „Diverse Abstürze der BringGo-App dementsprechend der Navigation bestärken mich in meiner negativen Meinung gegenüber diesen Systemen. Solange keine aktive Kühlstation für Smartphones mitgeliefert wird, ist das Spiegeln der Navi-Software vom Smartphone keine Lösung.“ – damit hat er Recht. Denn auch bei unserer Testfahrt wurde das iPhone sehr heiß, die BringGo Navigationsapp zeigte sich träge und das iPhone schien mehr Strom zu verbrauchen, als nachgeladen wurde. Gute Idee, aber ein eigenes Navigationssystem würde dem Opel Adam dann wohl doch besser stehen, also diese Nachrüstlösung, auch wenn ich ansonsten sehr auf die Vernetzung zwischen Smartphone und Fahrzeug abfahre.

opel-adam-rocks-turbo-dreizylinder-115ps-170nm-test-fahrbericht-jens-stratmann-auto-blog-15

Sarah Sauer ist – natürlich – weiblich und mag den Opel Adam eigentlich so gar nicht. Er ist einfach nicht ihr Typ. Dennoch: „Sehr positiv überrascht hat mich der Motor. Geräuscharm, vibrationsarm – ich hätte nicht realisiert, dass er nur drei Zylinder hat. Großes Lob also dafür. Auch die manuelle 6-Gang-Schaltung hat mich zufrieden gestimmt. Opel sagt, sie wollten die Schaltwege kurz und komfortabel gestalten, und das ist ihnen auch gelungen.“ – da gehe ich konform. Möchte noch ergänzen, dass der Motor durch eine Ausgleichwelle auch erst im höheren Drehzahlbereich anfängt wie ein typischen 3-Zylinder zu klingen.

opel-adam-rocks-turbo-dreizylinder-115ps-170nm-test-fahrbericht-jens-stratmann-auto-blog-10

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: