Audi RS6 als Safety Car – Unterwegs im Traumwagen!

Als Automobil-Journalist / Auto-Blogger bin ich ja schon viele Fahrzeuge gefahren. Egal ob nun ein Mercedes-Benz 300 SL aus dem Jahre 1954, einen McLaren 650S, einen sündhaft teuren Bentley, einen richtig sportlichen Lamborghini oder den SLS AMG. Natürlich fahren wir auch viele Vernunftsfahrzeuge doch ab und an, da werden uns auch Kindheitsträume erfüllt.

Der 300SL damals z.B., das war so ein Kindheitstraum und nun folgt der nächste: Ich wollte schon immer mal in einem Safetycar fahren. Traum erfüllt im Audi RS6.

Der „neue Audi RS6“ steht in den Startlöchern, besser gesagt das Facelift / die Überarbeitung oder wie auch immer man die kosmetische Behandlung nennen möchte. Somit könnte der „ältere Audi RS6“ nun auf dem Gebrauchtwagenmarkt günstiger werden und ggf. gibt es auch Tageszulassungen zu einem günstigeren Preis.

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Preiswert ist der Audi RS6 mit seinem Basispreis von 107.900 Euro noch nie gewesen und auch wenn der NEFZ-Verbrauch mit 9,8 Liter angegeben ist, kann man den 75 Liter Tank auch bereits nach einer Strecke von 350 Kilometern vollkommen geleert haben. Audi hat den 2 Tonnen Boliden trotzdem sparsamer gemacht, schließlich muss man auf dem Blatt Papier ja die strengen Werte einhalten und schließlich ist ja der Verbrauch abhängig vom Gasfuß.

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Streichelt man das Gaspedal nur, dann werden von den acht Zylindern des 4.0 Liter V8 Benziner sogar 4 abgeschaltet. Sollte der Lastzustand sich ändern, stehen natürlich sofort wieder alle 32 Ventile zur Verfügung. Zwei Turbolader sorgen mit einem Ladedruck von bis zu 1,2 Bar mit Nachdruck dafür, dass der Direkteinspritzer ein ordentliches, zündfähiges Gemisch hat um so, 560 PS bzw. ein maximales Drehmoment von 700 Nm abrufen zu können.

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Geschaltet wird automatisch über die 8-Gang Automatik, gebremst wurde in unserem Fall über die optionale Carbon-Keramikbremsanlage. Die sieht nicht nur sportlich aus, die kann auch ordentlich zupacken. Leider ist sie allerdings auch recht teuer, aber wer den sportlichen Kombi auch mal auf einer Rennstrecke bewegen möchte, der sollte ggf. diesen Aufpreis in die Sicherheit investieren. Das Fahrwerk lässt sich einstellen.

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Per Tastendruck lassen sich die Konfigurationen vom Fahrwerk, von der Lenkung ja selbst vom Motorsound einstellen. So hat man endweder die Möglichkeit, einen komfortablen Reise-Kombi zu fahren oder einen rasanten Schnelltransporter.

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Von 0 auf 100 km/h geht es innerhalb von 3,9 Sekunden, wenig später ist man schon bei Tempo 200. Abgeregelt ist der Audi RS6 ab Werk bei 250. Mit dem Dynamik-Paket endet der Vortrieb erst bei 280 km/h und wer sich ein kleines Plus dahinter konfiguriert, darf 305 km/h schnell fahren.

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Tja, wo kann man das heutzutage eigentlich noch? Auf der Rennstrecke sind wir übrigens maximal 200 km/h schnell gewesen, danach kam schon die nächste Kurve, Kuppe, Wanne, Kehre…

Das von uns gefahrene Fahrzeug ist übrigens ein offizielles Safety Car. 2013 fuhr es in LeMans beim 24 Stunden Rennen vorweg und auch in Silverstone und Spa kam es schon zum Einsatz. Für uns also ein Grund das Fahrzeug ebenfalls auf eine Teststrecke / Rennstrecke zu stellen. Die Wahl fiel schnell auf den Bilster Berg.

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Diese 4,2 km lange Teststrecke ist in der Nähe von Bad Driburg (in der Nähe von Paderborn, Hannover bzw. Bielefeld). Die Strecke bietet mit den 19 Kurven ideale Voraussetzungen, um festzustellen, dass ein 2 Tonnen Kombi am Kurveneingang immer einen Ticken zu schwer ist, da müssen die Bremsen schon ordentlich zubeißen. Ja, das Gewicht merkt man, vor allem wenn man die Zuladung von maximal 540 kg ausreizt.

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Der Kofferraum bietet ein Volumen zwischen 565 und 1.680 Liter, ein guter Wert und somit bekommt der RS6 in Sachen Alltagstauglichkeit natürlich auch die Bestnote. Das Gleiche gilt für die Verarbeitung, die Haptik und von mir gibt es auch 100 Punkte für die Optik – vor allem mit dem Blaulicht und der Folierung.

Wer schneller sein will, der sollte sich auch mal den E63 AMG S ansehen, der beschleunigt etwas schneller und klingt meiner Meinung nach noch etwas kerniger, aber der 4.0 Liter V8 rotzt auch schön beim Schaltvorgang im Sport-Modus, da gibt es eigentlich nichts zu meckern.

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Die Sinn-Frage muss man bei einem solchen Fahrzeug nicht stellen. Sinn macht dieses Fahrzeug nicht. Aber Spaß!

Wer einen Kombi braucht, der kann auch zu einer sparsameren Motorisierung greifen. Wer jedoch die Geschwindigkeit liebt, leere Autobahnen, abgesperrte Rennstrecken kennt und benutzen kann, der darf sich für einen RS6 entscheiden…

…enge Kurven und Kehren mag er nicht so, dafür ist der Radstand mit 2,91 etwas zu lang (schränkt die Wendigkeit ein) und das Gewicht auch etwas zu hoch, aber ganz ehrlich – wer das Fahrzeug auf der Landstraße in den Grenzbereichen bewegt, ist sowieso viel zu schnell unterwegs.

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Aufgepasst: Nach der Lust kommt der Frust, spätestens wenn man sich die laufenden Kosten ansieht. Denn der Audi RS6 möchte nicht nur (gut) versichert, sondern auch getankt werden und natürlich schlagen auch die Verschleißteile wie Bremsen und Reifen irgendwann auf das Budget.

Wer in der Portokasse laufend ein paar Euros übrig hat, darf also jetzt den Sparstrumpf plündern. Ich könnte mir vorstellen, dass nun zum Wechsel einige „günstige“ Angebote des aktuellen Modells kommen. Was es nicht bei Audi gibt ist die Safety Car Folierung und das Blaulicht, aber mit dem sollte man sich in der Öffentlichkeit sowieso nicht erwischen lassen. Sehen lassen kann man sich mit dem Audi RS6, hören lassen auch. Kleiner Soundcheck gefällig?

Elegant, schnell, laut, stark… eigentlich macht der ja doch alles richtig, wenn er nicht auch richtig teuer wäre, aber irgendwas ist ja immer!

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