Die Zoe… und der Strom

Wie aus dem letzten Zoe-Beitrag vielleicht etwas durchschien – Zoe hat in mir einen Verehrer gefunden.

Das Fahren ist wunderbar und wurde bei mir und den meisten anderen unserer Tester mitgeprägt durch einen ständigen Blick auf den Ladezustand und die Reichweite. Die ökologisch Interessierteren entwickelten einen immensen sportlichen Ehrgeiz, möglichst wenig zu verbrauchen…

Den anderen war es egal und sie genossen immer wieder die muntere Durchzugskraft –  das haben schon andere in passenderer Umgebung als dem Rhein-Main-Gebiet getan, hier das Resultat: NORDSCHLEIFE!

Aber um Hochgeschwindigkeit soll es ja hier nicht gehen… wir wollen kein spannendes Erwachsenen-Spielzeug wie den Fisker, sondern ein Alltagsgefährt.

Anders als die Renault Zoe kein Alltagsauto: Der Fisker

Reichweite

Auf längeren Strecken schaffte die Sparerfraktion ohne größere Einschränkung, einfach mit gesundem Menschenverstand und vorausschauender Fahrweise im Eco-Modus einen Verbrauch von gut 13 kWH auf 100 km, das Ganze ohne Schleichfahrt und meistens mit mehr als zwei Personen besetzt.

Echte 150-170 km Reichweite waren damit gut drin. Dann wurde es etwas kälter und die Reichweite sank – vollgeladen auf 130 km. Und so wurde es schwierig – erinnern wir uns kurz an mein persönliches Lastenheft: 140 km echte Reichweite müssen es sein. 🙁

Strom

Die Zoe braucht also immer wieder Strom. Sie verfügt über das Chameleon-System, damit kann man sie mit verschiedenen Stromstärken laden, eigentlich klasse, mit der Ausnahme Notladekabel: Hier kommt bei Weitem nicht genug in den Akkus an; sie zeigt zwar einen Ladevorgang an (ca 1% pro Stunde) , aber das taugt sicher nicht für den Alltag.

Sehr gut dagegen die Ladevorgänge mit Starkstrom (wir hatten in der Firma 11kw/16A), das geht schneller, und ist in Ordnung. Spannend ist dabei, dass man sich wie ein Süchtiger immer freut, wenn man endlich tatsächlich den Strom fließen sieht und hört.

Ladevorgang Zoe

Der Effekt einer schnellen 43 kW-Ladung hätte mich schon sehr interessiert, mit ausreichend Tankstellen hätte ich dann auch mal eine 250 km Strecke ausprobiert. Leider hat das in unserer Zeit mit Zoe nicht geklappt.

Wir werden Schnellladungen in den nächsten Jahren hoffentlich für etwas Normales halten. Mit meinen Bedürfnissen als Pendler über längere Strecken bin ich bis dahin eher unentspannt, denn ein kleiner erforderlicher Umweg kann mich in Schwierigkeiten bringen.

Aber auch das dürfte kein Thema sein für Menschen, deren Strecke im Regelfall die 80 km nicht übersteigt, die also auch im Winter noch reichlich Reserve haben, und bei einem Ausbau der Ladeinfrastruktur, die es ermöglicht, gerade mal schnell beim Holen eines Kaffees noch 20 km Strecke dazu zu laden.

Laden

Laden ist immer großes Kino. In der nahen Kreisstadt Bad Kreuznach (KH) habe ich mir vorab die nutzbaren Ladesäulen angesehen – an drei Stellen gibt es Parkplätze mit Ladestationen, zwei in der Innenstadt, eine in 200m Entfernung vom Bahnhof. Alle funktionieren.

Ich habe mir eine ausgesucht mit mittlerem Publikumsverkehr. Einstöpseln, kurzer Anruf bei der freundlichen RWE-Mobilstromzentrale und flugs fängt der Strom an zu fließen. Und nach einer Stunde Einkaufen war der Akku wieder voll. Gut so, das funktioniert sehr erfreulich.

Zoe an der Ladestation

Das Netz gibt einiges dazu her, eine hilfreiche Zusammenfassung zeigt das goingelectric-Forum.

Und Leute, sollte einer von Euch einsam sein, hier meine Empfehlung: Ein E-Auto an der Ladesäule funktioniert wie ein junger Welpe im Park! Fahrt also mit einem E-Auto zu einer Ladesäule und schließt das Ding an – und sofort kommen Interessierte jeden Alters, jeder Herkunft, männlich wie weiblich und fragen, plaudern, erzählen. Es gab richtig nette Gespräche, nur streicheln wollte niemand die Zoe.

P.S.
Die Zoe wurde uns von Renault Deutschland für zwei Wochen zum Test zur Verfügung gestellt.

P.P.S
Nochmals ein ganz herzlicher Dank an die Kollegen vom Facility-Management und vom Raum-Management der R+V, die in Rekordzeit einen Parkplatz mit Lademöglichkeit für den Testwagen zur Verfügung stellten. Erst so war der Test sinnvoll möglich.

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