Plötzlich schwanger? Welches Familienauto kaufen? Auf was achten?

Wenn aus zwei Personen drei, vier oder gar noch mehr werden, dann steht auch oft neben einem Wohnortswechsel ein neues Auto an. Doch welches Auto zulegen? Welches Familienauto sollte man sich kaufen, wenn man schwanger ist? Auf welche Dinge sollte man achten? Dieser Beitrag ist lang, sehr lang aber auch sehr umfassend und am Ende gibt es noch eine kleine Überraschung.

Zunächst: Herzlichen Glückwunsch! Ihr würdet diesen Beitrag hier ja vermutlich nicht lesen, wenn ihr euch nicht darüber informieren wollt. Kinder sind etwas großartiges, eine Bereicherung, Kinder machen die Welt erst lebenswert, Kinder machen einen Wohnort erst zu einem zu Hause und das Auto, nun ja das ist natürlich auch wichtig.

Ich gestehe: Früher habe ich immer behauptet, dass Kinder kleine Teppichratten sind, die alles kaputt machen, was einem lieb und teuer ist, stinken und nerven. Früher hatte ich keine Ahnung. Kinder sind toll. Wirklich! Ich wünsche euch alles Gute für die Schwangerschaft, genießt die letzten Tage der Zweisamkeit und mit diesem Beitrag möchte ich euch etwas den Stress nehmen bzw. euch auf ein paar Punkte hinweisen.

Ich kann mich ganz gut in diese Thematik einfinden, denn als „wir“ damals schwanger wurden, musste ich mein geliebtes Cabriolet verkaufen und gegen eine Familienschleuder eintauschen. In diesem Beitrag möchte ich allgemeine Tipps und Ratschläge geben, bzw. Fragen stellen. Eventuell bringt diese Liste ja zukünftige Familien dazu, sich für das richtige Fahrzeug zu entscheiden.

Der Kofferraum

Der Kofferraum sollte groß genug sein für den Kinderwagen und im Idealfall passen daneben auch noch die Einkäufe. Windelkartonagen können ganz schön sperrig sein, das gilt übrigens auch für Spielzeuge, die später auch mitreisen wollen. Also der Kofferraum ist wichtig!

Achtet aber nicht nur auf die Größe, sondern auch auf die Höhe der Ladekante, denn der Kinderwagen hebt sich (vermutlich) nicht alleine in den Gepäckraum. Eine hohe innere Kante ist eher hinderlich, hier bleibt man oft hängen und zerkratzt diese Kante dann. Windel wechseln im Kofferraum ist hier auch fast unmöglich:

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Kleinkinder machen übrigens immer dann in die Windel, wenn man gerade unterwegs ist. Wer also schon mal in einem Laderaum die Windel gewechselt hat, der freut sich – gerade bei Dämmerung bzw. in der Nacht über eine ausreichende Beleuchtung und natürlich über Staufächer. Wir hatten immer ein paar Windeln, Feuchttücher und verschließbare Müllbeutel im Kofferraum dabei, dazu noch ein paar Snacks für zwischendurch und den Ersatzschnuller. Ein ebener Ladeboden mit eine nicht so hohen Ladekante ist also der ideale Kofferraum für frische Väter und Mütter:

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Der Sitzplatz! Vorne oder hinten?

Das darf jeder für sich entscheiden, doch wenn die Babys in der Babyschale vorne sitzen, dann muss der Beifahrerairbag abschaltbar sein. Das sollte man so oder so überprüfen, denn manche Babys sitzen lieber hinten, andere wollen sich gar nicht von der Mutter / dem Vater trennen und lieber vorne sitzen. Oft verstecken sich die Schlüsselschalter im Handschuhfach oder im Bereich des Türeinstiegs.

Bei Audi z.B. gibt es diesen abschaltbaren Beifahrer-Airbag für jeden PKW, oft ist diese Funktion serienmäßig, aber beim Audi A1 und beim Audi Q3 ist dieser Schalter optional. Das wird bei anderen Herstellern nicht anders sein, also Augen auf beim Gebraucht- bzw. Neuwagenkauf. Ein Blick in die Anleitung (Beifahrerairbag) kann auch nicht schaden.

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Anschnallgurte

Was man auf jeden Fall überprüfen sollte: Ist die Gurtlänge im zukünftigen Familienauto ausreichend lang? Das gilt für die vorderen Sitze, aber auch für den Fond, denn wenn man die Babyschalen nicht über die (meist serienmäßigen) ISOFIX Haltesysteme montieren möchte, dann muss der Gurt ausreichend lang dimensioniert sein.

Nehmt also zum Kauf des Fahrzeuges am besten direkt einen Kinderwagen und eine Babyschale mit. Falls ihr euch selbst damit noch nicht ausgestattet habt, fragt im Bekannten- bzw. Verwandtenkreis nach, irgendeiner wird da schon aushelfen können. Die Babyschale darf nicht komplett im Gurt hängen, sonst hat der keine schützende Funktion mehr.

Kinder werden größer! Versprochen! Das wird passieren und irgendwann ist die Babyschale zu klein und der richtige Kindersitz wird folgen. Daher sollte man auch auf die Gurtanschnaller / Gurtpeitschen achten. Sind diese starr? Dann können sich die Kinder später leichter anschnallen, als wenn diese einfach so wackelig auf der Rücksitzbank herumliegen.

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Licht im Fond ist unheimlich wichtig!

Nicht nur zum Lesen während der Fahrt, sondern auch um böse Geister zu verscheuchen, den Schnuller zu finden und und und… An Licht sollte es im hinteren Fahrzeugbereich nicht mangeln, auch auf diesen Punkt sollte man achten und dann ist da noch die Sache mit dem Türeinstieg: „Papa / Mama kannst du mich mal anschnallen?“ – Der Satz wird kommen und wenn dann der Türeinstieg nicht groß genug ist bzw. die Tür nicht weit genug öffnet, dann findet man sich schneller beim Chiropraktiker als einem lieb ist.

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Fenster

Sind Kleiderhaken vorhanden? Prima, hier kann man auch eine Spieluhr befestigen. Das funktioniert auch mit dem Haltegriff zum Ein- bzw. Aussteigen. Getönte Scheiben sind super, die lassen nicht nur neugierige Blicke, sondern auch die Hitze draußen.

Verfügt das Fahrzeug über elektrische Fensterheber im Fond? Super! Das ideale Spielzeug für die Kinder! Lässt sich die Funktion von vorne sperren? Perfekt! Doch was ist, wenn man es mal vergisst?

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Gibt es für die hinteren Fenster einen Einklemmschutz? Das kann man relativ leicht ausprobieren: Hand durchstrecken und zudrücken. Den Finger dabei auf dem Taster lassen und notfalls abbrechen. Also den Testvorgang, nicht den Schalter. Ein Fahrzeug bei dem die Funktion nicht sperrbar ist und welches über keinen Einklemmschutz verfügt, würde ich nicht erwerben, das ist für mich ein No Go.

Das gilt natürlich auch für die Kindersicherung der hinteren Türen, oft sind im Einstieg so kleine Schalter. Damit können die Kinder die Türen nicht von innen, sondern nur von außen öffnen. Guter Punkt: Die Türen! Ideal sind für Kinder Schiebetüren.

Die Kinder können die Türen selbstständig öffnen, ohne dass man seine eigene oder andere Türen in Gefahr bringt. Stop! Dafür gibt es auch Ausnahmen. Parkt man seitlich zu nah an einem Betonpfeiler, dann kann es sein, dass man die Schiebetür davorschiebt. Bei Schiebetüren muss man also auch aufpassen, wenn allerdings auch eher als Fahrer.

Ablageflächen!

Kofferraum, Sitze, Türen und Fensterheber gecheckt, Licht vorhanden, okay – dann geht es nun an den eigentlichen Fahrerplatz. Familienväter und Mütter brauchen Platz! Viel Platz, viele Ablageflächen und vor allem eine gute Rundumsicht. Es gibt Fahrzeuge, die verfügen extra noch über einen zweiten Innenraumspiegel. Hier empfehle ich, einfach einen größeren Spiegel über den Rückspiegel zu montieren und schon hat man die Kinder fest im Blick.

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Dann gibt es noch die Kleinigkeiten… Wer schon mal 500 km durch Deutschland mit der Kinder-Disco CD gefahren ist, der wird sich über eine Musikanlage im Auto freuen, die auch hinten Lautsprecher hat bzw. bei der man den Klang nur nach hinten stellen kann. An die Rückenlehnen der Fahrersitze kann man nachträglich noch sogenannte Sitzorganisatoren bzw. Tablets montieren. Kinder lieben diese Ablageflächen.

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Kinder lieben aber auch Getränke und Snacks, daher sollte das Fahrzeug über ausreichend Ablageflächen verfügen, idealerweise auch über ein gekühltes Getränkefach und von den 12V Anschlüssen kann man im Fahrzeug auch nicht genügend haben.

Sei es für den späteren Ausflug mit Kühlkiste im Kofferraum, sei es um die Spielzeuge der Kinder während der Fahrt zu laden oder um Nahrung aufzuwärmen. Es gibt fast nichts, was es nicht im freien Handel zu kaufen gibt. Wir brauchten das nicht, haben nie unterwegs Essen warm gemacht, aber getrunken wurde bei unseren Ausfahrten immer viel.

Nach über 35.000 km innerhalb von 3 Jahren mit Kindern und Kindersitzen kann ich sagen, dass das Fahrzeug leiden wird. Es wird gekrümmelt, es wird gekleckert, es wird geschmiert und ja bei uns ist auch schon ein Getränkehalter abgebrochen. Man sollte also auch auf leicht abwischbare Materialien achten und für die Sitze gibt es eine Sitzschutzfolie. Die kann man ausprobieren, ich habe mich dagegen entschieden, da ich der Meinung war, dass der Kindersitz darauf rutschen würde und er soll ja einen festen Halt haben.

Im kommenden Beitrag gehe ich gezielt auf ein paar Familienfahrzeuge ein, denn ein paar Fahrzeuge durfte ich schon fahren, die gerade für junge Familien ideal sein könnten. Aber nun bin ich gespannt, habe ich ein paar Punkte vergessen? Hiermit rufe ich alle Väter, Mütter, Opas, Omas, Onkels und Tanten auf, ihren Brei aufzuwärmen und hier zu posten. Lasst uns gemeinsam den neuen Familien helfen.

Hilfreich finde ich übrigens auch Familien-Blogs und ein ganz besonderen möchte ich euch heute vorstellen: Daddylicious! Ich kenne Mark und Kai schon lange und begleite das Projekt quasi von Anfang an, heute passt es thematisch und daher habe ich Mark gebeten, mir und somit uns ein paar Fragen zu beantworten:

Mark, stell Daddylicious doch einmal kurz selbst vor. 

Wir verstehen uns als Magazin für Väter von Vätern. Wir wollen Tipps geben, Ratgeber sein und coole Produkte für Daddies und Kinder vorstellen. Das Ganze für die Jungs, die gerade Vater werden und für die alten Hasen. Die kommen übrigens bei uns immer mal wieder zu Wort. Sei es im Rahmen unserer Interviews oder mit einem Gastbeitrag. Dazu stellen wir die Welt der Familienautos vor. Ein wichtiges Element aus dem Paralleluniversum der Menschen, die Nachwuchs erwarten.

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Von Vätern für Väter, vermutlich aber auch für Mütter interessant.

Oh ja, erstaunlicherweise haben wir viele weibliche Leser, die sich auch auf Facebook und Co. zu Wort melden. Anscheinend mögen die Frauen unsere etwas „lockere“ Schreibe. Wir wollen bewusst nicht mit erhobenen Zeigefinger zukünftige Väter belehren und wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Auf die Frage, was es bedeutet, Vater zu sein gibt es von 100 Vätern 100 verschiedene Antworten. Wir sehen uns da eher als Leuchtturm im Meer von rosaroten Internetseiten für Mamas.

Sag mal, ich habe ja oben erzählt, dass mein Cabrio durch eine Familienschleuder ausgetauscht wurde, wie war das bei dir?

Ich fuhr seit meinem 18. Lebensjahr Youngtimer. Volkwagen Golf, BMW 1602, Volkswagen T3 und für wenige Wochen einen Chevrolet Monte Carlo. Die letzten Jahre vor der Geburt meines Sohnes durfte ich einen Mercedes Benz 300CE (C124), Baujahr 89 über den Asphalt chauffieren. Einer der letzten Benz mit Tresorqualitäten. Aber ein Zweitürer mit nicht so wirklich viel Platz hinten ist für eine Familie eher suboptimal. Zudem ist so ein Youngtimer nicht so wirklich sicher. Mechanisches ABS, keine Airbags, kein Seitenaufprallschutz, etc. Trotz der zweieinhalb Tonnen Eigengewicht kein schönes Gefühl. Also musste etwas Neues her. Ich habe mich für einen BMW 320d Touring entschieden. Für eine Familie mit einem Kind und einem Vater, der sich noch nicht so wirklich im Pampers-Bomber sieht, die richtige Wahl.

Worauf hast du speziell beim Autokauf geachtet? Welche Punkte waren dir besonders wichtig?

Ganz ehrlich habe ich darauf geachtet, dass meine Befindlichkeiten maximal erfüllt werden. Ein Kombi sollte es schon sein – für das problemlose Handling von Kinderwagen und Buggy. Der Rest ergibt sich. Generell sollten Väter beim Autokauf darauf achten, dass die Kinder vom Kindersitz aus dem Fenster gucken können. In der Tat haben einige Modellen so kleine oder hochgezogene Fenster, dass eine Sicht aus dem Fenster nicht möglich ist. Was macht man also mit einem Kind, dass auf einer Fahrt in den Urlaub oder zur Schwiegermutter nicht aus dem Fenster gucken kann? Was uns immer wieder auffällt: Die Gurte bei aktuellen Modellen sind oft nicht lang genug, um die Kinder problemlos anzuschnallen. Hier wird am falschen Ende gespart.

Isofix oder genug Beinfreiheit zum Vordersitz versteht sich von selbst. Den Kindersitz sollten Eltern logischerweise erst nach der etwas kostspieligeren Anschaffung des Fahrzeugs auswählen. Hier ist es zu empfehlen, mit Kind und Auto eine Probefahrt zu machen. Bei der Wahl des richtigen Kindersitzes scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf Reboarder, die anderen auf Kindersitze mit Fangkörper oder die herkömmliche Variante. Am sichersten sollen die Reboarder sein, gefolgt von den etwas klobigeren Kindersitzen mit Fangkörpern. Das wichtigste aber ist die Frage, in welchem Kindersitz sich das Kind wohl fühlt. Deswegen ist die Probefahrt ein probates Mittel, dies herauszufinden. Hier kann auch gleich getestet werden, ob der Kopf des Kindes nicht nach vorne fällt, wenn es schläft. Auch hier haben einige Hersteller ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Warum sollte man jetzt unbedingt noch auf Daddylicious klicken?

Wenn Du Papa bist, kann ein Besuch nicht schaden. Wir tun keinem weh und die Beiträge sind sowohl hilfreich als auch lustig. Und mit den mittlerweile 10.000 Jungs auf Facebook kann man sich prima austauschen. Das ist ein bisschen wie ein virtueller Stammtisch.

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…und genau dieser Stammtisch bekommt nun seine ersten Nachahmer, der Erfolg gibt Mark und Kai scheinbar Recht und die ersten Trittbrettfahrer steigen auf, also aufgepasst – nur wo Daddylicious drauf steht ist auch Daddylicious drin.  Für den nächsten Beitrag suche ich mir dann für das Interview mal ein richtiges Mama-Blog, habt ihr da Vorschläge? Ab in die Kommentare!

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