Mein erstes Auto: Matthias und der VW Beetle

Während andere Autoren lange, lange zurückdenken müssen, um sich an ihr erstes, motorisiertes Fortbewegungsmittel zu erinnern ist es bei mir noch nicht mal ein Jahr her, dass ich meinen VW New Beetle gefahren bin.

Mein Großvater war Autonarr und glücklicherweise großzügig, so dass sich jedes seiner Enkelkinder (natürlich innerhalb eines gewissen Budgets) einen Wagen zum 18. Geburtstag aussuchen durfte. Bei mir wurde es dann eben der VW New Beetle mit 2 Litern Hubraum.

 

Grundsätzlich eine feine Sache, aber im Endeffekt war ich als Schüler mit dem Unterhalt des Autos finanziell überfordert. Es gab nämlich leider so einige Werkstattaufenthalte in den ersten Jahren und der Verbrauch war mit 10 Litern auf 100km auch nicht gerade gering. Aber man erinnert sich natürlich lieber an die guten Seiten der Auto-Mensch-Beziehung. Vielleicht haben die Krisen mein Auto und mich auch einfach enger zusammengeschweißt.

Wie wahrscheinlich für jedermann bedeutete das erste Auto vor allem Unabhängigkeit. Unabhängigkeit in erster Linie von den dörflich-doofen Busfahrzeiten. Die Abende am Wochenende endeten nicht mehr um 23:45 an der Bushaltestelle, sondern wann ich es wollte. Ich musste nicht mehr um 5:30 aus den Federn um viel zu früh (mangels besserer Verbindung) in der Schule zu sein.

Kilometerstand

Und dabei war ich auch recht stylish unterwegs. Der Beetle ist und war einfach eine Augenweide. Hinzu kam noch die Musikanlage, die natürlich im jugendlichen Leichtsinn mit viel „Wumms“ (sprich Bass) ausgestattet war.An des Beetles Grenzen stieß ich bei einem Gruppen-Ski-Urlaub. Ich nahm mein Auto inkl. Beifahrer, während die restliche Gruppe das Ziel mit der Bahn anfuhr. Ich gab die Devise aus, dass alle gerne ein Gepäckstück zum Transport im Wagen abgeben durften. Es wurde verdammt knapp… Gut, die drei Paletten Dosenbier waren kein unersetzliches Ladegut, aber wir haben es bis in die Berge geschafft. Dort lag dann zwar kaum Schnee, aber das ist ein anderes Problem.

Gerne würde ich davon schwärmen, dass mich der Beetle nie im Stich gelassen hat. Wäre aber gelogen. In meinen Semesterferien hatte ich einen Job und wohnte bei meiner Großmutter in Nordrhein-Westfalen. Auf dem Rückweg verabschiedete sich die Wasserpumpe, dem Beetle wurde zu heiß und der ADAC-Engel rief direkt den Abschleppwagen. Dass der Wagen recht vollgeladen war, machte die Sache nicht angenehmer. Ebenso der spätere Blick auf die Rechnung: Letzten Endes war der Ferienjob ein Nullsummenspiel.

Aber die Verfassung meines Beetles stabilisierte sich gegen Ende unserer gemeinsamen Zeit. Eine Mischung aus „Ich brauche jetzt mal etwas Neues“ und „Irgendwann ist der so fertig, da bekommst du keinen Cent mehr für.“ schlug regelmäßig in meinen Gedanken auf.

Das Schöne an dieser Situation: Ich konnte mich in vollkommener Ruhe und Gelassenheit auf die Suche nach einem würdigen Nachfolger begeben. Der Nachteil: Wenn man einmal auch nur erwähnt, eventuell ein neues Auto kaufen zu wollen, wird man ständig gefragt, wann man denn nun endlich ein neues Auto kauft.

Die Heckansicht... Immer eine Augenweide!

Dann endlich fand ich einen passenden Ersatz und mein Beetle nahm es mir übel: Er rumpelte und tuckerte, dass ich dachte auf einem Traktor des letzten Jahrhunderts zu fahren. Was folgte war eine glückliche Fügung: Der KFZ-Meister meines Vertrauens bot mir den Preis, den ich vor dem Defekt eigentlich haben wollte und übernahm die Reparaturkosten.

Nicht nur, dass ich keinerlei Stress mit Online-Börsen oder fadenscheinigen Verkäufern hatte, ich sehe meinen VW Beetle regelmäßig wieder. Und wer weiß… Irgendwann will er ihn vielleicht wieder verkaufen!

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