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Nebelschlussleuchte – Sicherheit bei Nebel, Gefahr bei klarer Sicht

Grau und still schleicht er sich ein und wirkt auf den ersten Blick harmlos – doch die diesige Luft gehört zu den gefährlichsten Wetterbedingungen im Straßenverkehr. Jedes Jahr kommt es aufgrund von Nebel zu zahlreichen Unfällen. Einige davon hätten sich durch die korrekte Nutzung der Nebelschlussleuchte bestimmt verhindern lassen. Aber auch die falsche Nutzung dieser blendenden Leuchte kann zu Unfällen führen. Deswegen ist es sinnvoll, sich genau über die wohlüberlegten Vorschriften der StVO zu informieren – mit diesem Artikel können Sie gleich anfangen!

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  1. Nebelschlussleuchten befinden sich immer hinten am Fahrzeug und geben ein besonders starkes rotes Licht ab, das auch bei diesigen Verhältnissen gut sichtbar ist.
  2. Bei einer Sichtweite unter 50 Metern sind Sie verpflichtet, die Nebelschlussleuchte einzuschalten – egal ob bei Nebel, Regen, Schnee oder Hagel.
  3. Die Nebelschlussleuchte sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern birgt auch Gefahren. Wann sie eingeschaltet werden darf, ist daher streng reglementiert.

Leuchtender Helfer – Wissenswertes rund um die Nebelschlussleuchte

Es kann ganz plötzlich hereinbrechen oder sich leise anschleichen: Die diesige, feuchte Luft hängt wie ein grauer Schleier vor der Frontscheibe und kann die Sicht des Fahrers stark einschränken. Kein Wunder, dass Nebel wie Schnee und Glatteis zu den gefährlichsten Störenfrieden im Straßenverkehr gehört. Denn: Was ist beim

Gut zu wissen: Besitzen Sie ein Altfahrzeug, sind Sie nicht verpflichtet, dieses nachträglich mit einer Nebelschlussleuchte auszustatten. Bei Autos aus dem Ausland, wo andere Vorschriften gelten, ist die Nachrüstung im Rahmen der sogenannten Homologation erforderlich.

Autofahren wichtiger als eine klare Sicht? Besonders die beim Autofahren essenzielle Weitsicht kann durch Nebel eingeschränkt oder völlig ausgeschaltet werden. Aus diesem Grund verfügt seit 1991 jedes moderne Fahrzeug vorschriftsmäßig über eine Nebelschlussleuchte.

Diese Leuchten werden grundsätzlich hinten am Fahrzeug angebracht und leuchten etwa 12- bis 20-mal stärker als die anderen Schlussleuchten und in roter Signalfarbe, sodass sie auch durch starken Nebel für den hinteren Fahrer gut sichtbar sind. Man findet sie entweder zweifach und symmetrisch oder einzeln – in Fahrzeugmitte oder links daneben.

Blick auf die befahrene Straße bei Nebel

Vorschriften zur Nebelschlussleuchte – was sagt die StVO?

Auf den ersten Blick wirkt die Nebelschlussleuchte wie der ideale Freund und Helfer bei ungünstigen Verkehrsbedingungen. Doch nicht zuletzt aufgrund tatsächlicher Unfälle in diesem Zusammenhang ist allseits bekannt, dass dieses wichtige Licht auch erhebliche Gefahren bergen kann. Nachfolgende Fahrer können durch die ungewöhnlich starke Strahlkraft geblendet oder abgelenkt werden und die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren.

Verwarngeld: Schalten Sie die Nebelschlussleuchte aus, obwohl sie gemäß der 50-Meter-Regel erforderlich ist, droht Ihnen ein Verwarngeld bis zu 35 Euro. Das gilt auch, wenn Sie die Leuchte einschalten, obwohl gar keine Notwendigkeit besteht.

Die Gesetzeslage zeigt, wie ernst die Blendungsgefahr im Verhältnis zur Sicherheit durch Nebelschlussleuchten genommen wird: Die StVO schreibt vor, dass die Nebelschlussleuchte nur dann eingeschaltet werden darf, wenn die Sichtweite unter 50 Metern liegt.

Diese Vorschrift gilt unabhängig davon, was die eingeschränkte Sicht auslöst – auch Regen, Schnee oder Hagel können die Sicht des Fahrers maßgeblich beeinträchtigen. Bei leicht

eingeschränkter Sichtweite über 50 Metern ist die Nutzung der Nebelschlussleuchte verboten. Außerdem gibt es vorgegebene Höchstgeschwindigkeiten bei eingeschalteter Nebelschlussleuchte, die Sie folgender Tabelle entnehmen können:
Sichtweite Höchstgeschwindigkeit
Unter 150 Meter 100 km/h
Unter 100 Meter 80 km/h
Unter 50 Meter 50 km/h

Nebelschlussleuchte richtig nutzen – wie Sie garantiert den Durchblick behalten

  1. Schalten Sie die Nebelschlussleuchte ein, sobald Sie aufgrund schlechter Sichtverhältnisse durch Nebel, Hagel, Schnee oder Regen keine 100-prozentige Sicherheit sich selbst oder anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber gewährleisten können. Die StVO lässt die Nebelschlussleuchte zu, sobald die Sichtweite unter 50 Metern liegt.
    Tipp: Die Leitpfosten am Straßenrand können Ihnen dabei helfen, die Sichtweite abzuschätzen. Sie werden in der Regel alle 50 Meter aufgestellt.
  2. Halten Sie sich an die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten bei Nebel, wie sie in der oben dargestellten Tabelle gelistet sind.
  3. Achten Sie darauf, die Nebelschlussleuchte nur dann einzuschalten, wenn sie tatsächlich notwendig ist, und sie nach Verbesserung der Sichtverhältnisse sofort auszuschalten. Wann Ihre Nebelschlussleuchte angeschaltet ist, erkennen Sie an der entsprechenden Kontrollleuchte im Bordcomputer (siehe Abbildung).Kontrollleuchte Nebelschlussleuchte
  4. Überprüfen Sie, zum Beispiel bei Tankstopps, immer wieder alle Leuchten und Scheinwerfer und beseitigen Sie Feuchtigkeit und Schmutz.
  5. Beseitigen Sie Wassertropfen auf der Frontscheibe mit dem Scheibenwischer. Außerdem können Sie eine beschlagene Scheibe mithilfe der Klimaanlage aufklaren.
  6. Die Faustregel lautet: Bei Tempo 50 sollten Sie mindestens 50 Meter Abstand zum vorfahrenden Fahrzeug halten.
  7. Da auch fortgeschrittene Lichtautomatik nicht absolut zuverlässig ist, sollten Sie die Nebelschlussleuchte grundsätzlich selbst einschalten.
  8. Verzichten Sie bei Nebel auf Fernlicht, da dieses die Sicht zusätzlich verschlechtern kann.

Egal ob tristes Herbstwetter oder arktisches Klima – R+V24 wünscht Ihnen eine rundum sichere Fahrt bei Nebel, Regen, Schnee und allen anderen Wetterbedingungen!

Fotocredits: PinkBadger, Montypeter, / istockfoto

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