Gebrauchtwagen: VW Polo G40 Kaufberatung / Tipps / Tricks / Tuning

Der VW Polo G40 bringt die Wende. Die Gebrauchtwagen Kategorie vom Drive-Blog verdient einen „frischen Anstrich“ – daher werde ich – persönlich – ab sofort nur noch Kultfahrzeuge vorstellen. Kultig ist definitiv der VW Polo G40. 114 PS bei einem Leergewicht von 835 Kilogramm. Ja, der VW Polo G40 hat vor knapp 20 Jahren schon richtig viel Spaß gemacht.

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Rein äußerlich macht er keinen auf „dicke Hose“ und nur Insider erkennen den G40 auf den ersten Blick als leistungsstärkeren VW Polo der zweiten Generation (hier als Facelift zu sehen). Die Kotflügel sind etwas breiter, es gibt rote Zierstreifen und natürlich die obligatorischen G40-Emblemen im Kühlergrill und am Heck. In den Radkästen vom VW Polo G40 drehen sich serienmäßig BBS-Alu-Felgen in der Größe 5,5 x 13, doch die fand man kurze Zeit später vermutlich eher in der Garage.

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Vor 20 Jahren blühte Tuning-Deutschland und den Fahrzeugen blühte oft die visuelle Grundveränderung. Tiefer, breiter, schneller. Tiefer durch ein Sportfahrwerk, breiter durch breite Felgen und schneller durch ein kleineres Laderad. Viele Fahrzeuge wurden verbastelt, einige verunstaltet und ich bin wirklich froh, diesen VW Polo G40 zeigen zu können, der sich im gut gewarteten Originalzustand befindet und gerade mal etwas über 31.000 km gelaufen hat.

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Im Innenraum erkennt man die motortechnische Überlegenheit, denn wenn man auf dem Fahrersitz (mit Karomuster) sitzt, blickt man durch das Lenkrad auf den Tacho und sieht dort eine Anzeige bis 240 km/h. Von 0 auf 100 km/h geht es unter 8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp 200 km/h. Damals gab es noch kein NEFZ-Wert, aber gut und gerne sind Verbrauchswerte zwischen 8 und 10 Liter realistisch, gepaart mit viel Fahrspaß, denn Fahrspaß bringt der G40 gerade mit sich.

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Leider oft auch Spaß am schrauben, denn die G-Lader Technik zeigt sich anfällig (vor allem wenn man diese nicht pflegt) und auch ansonsten ist ein über 20 Jahre altes Fahrzeug natürlich pflegebedürftig. Übrigens: Die Pflege von einem bedürftigem Fahrzeug lässt sich (leider) nicht als außergewöhnliche Belastung bei der jährlichen Steuererklärung geltend machen. Warum eigentlich nicht? Dient das doch der Brauchtumspflege, der Pflege der deutschen Automobilgeschichte und solche Autos gehören auf die Straße und nicht in verstaubte Lagerhallen.

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Kommen wir zurück zur G-Lader – Technik. Was ist das eigentlich? Ein G-Lader ist nichts anderes als eine Spirale, diese schaufelt die Luft in den Brennraum. Von der Funktion also mit einem Kompressor zu vergleichen. Der Vorteil? Das System arbeitet bereits bei niedrigen Drehzahlbereichen zur Verfügung, ein Turboloch – welches damals noch Gang und Gebe war – gibt es beim G40 nicht.

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Alltagstauglich ist der VW Polo! Selbst nach 20 Jahren! Der VW Polo G40 Kofferaum z.B. ist mit einem Volumen von 240 Liter größer als der Gepäckraum vom aktuellen VW Polo, klappt man die Rücksitze um sind es gar 900 Liter. Auch hier schlägt der VW Polo z.B. den flammneuen VW Polo GTI, der allerdings inzwischen viel mehr Leistung (192 PS) unter der Haube hat. Den neuen VW Polo GTI stellen wir hier am Freitag vor, heute blicken wir aber noch auf den VW Polo G40.

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Wie bei jedem älteren Fahrzeug gibt es auch beim VW Polo G40 typische Schwachstellen. Neben den obligatorischen Sichtpunkten wie Ventildeckeldichtung, Zylinderkopfdichtung, Ölwannendichtung, Manchetten der Antriebswelle, die Radlager usw. sollte man z.B. im Bereich der Batterie nach Rost schauen. Ich blicke auch immer ganz gerne auf Wartungszettel, wann wurde die letzte Inspektion gemacht, liegt ein Wartungsstau an?

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Der VW Polo kann leider auch im Bereich der Fensterscheiben rosten, daher sollte man sich die Dichtungen der Scheiben gut ansehen und ggf. mit einem Holzkeil anheben. Die braune Pest findet man allerdings auch an den Türen und z.B. auch an der Heckklappe, nämlich dort wo die Kabeldurchführung ist. Unter der Motorhaube sollte man checken ob das Masseband nicht nur vorhanden, sondern auch noch in einem guten Zustand ist. Dieses gammelt nämlich auch gerne einfach mal ab.

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Fährt der G40 etwas schwammig? Dann sind es die Lager der Querlenker. Aufwand: Querlenker muss ausgebaut werden. Ist der Kofferraum nass / feucht? Dann dringt Wasser in den Gepäckraum ein, in dem Fall liegt es dann in der Regel an der Dichtung vom Kofferraum oder das Wasser läuft von den Rücklichtern aus in die Reserveradwanne. Der Sache muss man auf den Grund gehen, denn wir wissen ja alle, was aus der Symbiose aus Wasser, Metall und Sauerstoff passiert.

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Kommen wir nun zum G-Lader, denn der ist bei einem G40 nun wahrlich entscheidend. Der Bereich um den G-Lader muss frei von Öl sein, der G-Lader darf keine klackernden Geräusche von sich geben und auch Schleifgeräusche weisen eher auf nicht gewollte Fremdkörper hin. Der Lader hat einige Verschleißteile, die sollten regelmäßig ersetzt gewerden. Wer das nicht selber kann, sollte zum Fachmann fahren, das gleiche gilt auch für den Gebrauchwagen-Check. Warm gefahrene Motoren sollten im Stand noch immer etwas laufen… klingt komisch, schont aber die Technik.

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Wer einen unverbastelten VW Polo G40 findet, der wird – wenn die Technik passt – ein spaßigen Begleiter finden. Spaßig wird es auch am kommenden Freitag, denn dann dreht sich hier im Drive-Blog alles um den 192 PS starken 1.8 Liter Turbo-Benziner vom neuen VW Polo GTI.

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