Oldtimer als Wertanlage

Es gibt viele Gründe, sich für Oldtimer zu interessieren. Die einen sammeln gern, die anderen fahren gern, einige bewundern die Technik vergangener Zeiten und wieder andere sehen einen Oldtimer als Geldanlage und spekulieren auf steigende Preise. 

Bei uns in der Oldi-Ecke der Blog-Redakteure herrschen Begeisterung für die  Technik (Friedrich) und Freude am bewegten Kulturgut (Andreas) vor. Nicht, dass sich das gegenseitig ausschliessen würde, aber es gibt doch den einen ausschlaggebenden Aspekt.

Fahrer

Ich fahr halt gern mit meinem Oldie durch die Gegend und freue mich über die Abwesenheit elektronischer Helferlein. Das mich das Heck mal überholen möchte, ist durchaus gewollt und führt zu einer größeren Sensibilität gegenüber Nässe, Glätte oder verschmutzter Fahrbahn. Natürlich hat der Fahrer mehr Verantwortung, weil er nicht von Assistenten unterstützt wird, aber eben auch mehr Freiheit.

Der Wagen wird altersgemäß bewegt. Das bedeutet nicht Rasen um jeden Preis, sondern gelegentliches Ausnutzen des gesamten Drehzahlspektrums. Dann freue ich mich an entspannter Beschleunigung, einem Auspuff, der noch ohne Sound-Design und Klappe auskommt, einem Sechszylinder, der wunderbar hochdreht und nie gequält klingt.

Aber ich verliere mich. Natürlich könnte man hier noch viel mehr aufzählen, was Freude macht. Doch es gibt ja weitere Aspekte.

Sammler

Sammeln liegt in unserer Natur, oder? Und wo wären wir, wenn es keine Sammler gäbe und gegeben hätte. Nur zwei Beispiele wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, möchte ich anführen. Die zwei Brüder Hans und Fritz Schlumpf, die im Elsass seit 1960 die bedeutendste Sammlung von Bugattis anhäuften. Heute ist die Sammlung ein staatliches Museum, da die Sammelleidenschaft, die Brüder in die Pleite trieb.

Französische Rennwagen - Bugattis aus dem Schlumpf Museum (Frankreich)

Ein anderes wohl weniger bekanntes Beispiel für Sammelei ist die Technische Sammlung Hochhut in Frankfurt. Der Unternehmer Fritz Hochhut trug über mehrere Jahrzehnte Fahrzeuge, Motoren, Dampfmaschinen und Stirling-Motoren zusammen. Eine Markenpräferenz gibt es in dieser Sammlung nicht.

Es stand die Faszination an der Technik im Vordergrund. Ich habe dort zum ersten Mal ein Motorrad mit Wankel-Motor gesehen und musste spontan an einen Staubsauger denken. Ohne Sammler gäbe es wohl keinen Platz für die Skurilitäten mit Motor.

Technik-Freunde

Heutige Autos sind geprägt von Downsizing, Elektronik und Komfort. Alles wunderbar, aber nicht unbedingt gewollt. Manch einer steht auf ein Schiebe-/Hebedach, das von Hand in die gewünschte Stellung gebracht wird, einen Schlüssel, der nicht einfach in der Hosentasche verbleibt, sondern mit dem das Auto noch wirklich auf- und abgeschlossen wird.

Es gibt Menschen, die tatsächlich unter eine Motorhaube schauen und sich freuen, wenn keine Plastikabdeckung den Blick auf den Motor verdeckt. Ein Motor kann faszinieren, wenn man hier noch sieht, wie sich die einzelnen Teile bewegen. Das war schon als Kind beindruckend. Damals war es zwar ein Raddampfer auf dem Rhein, aber die Mechanik beindruckt auch im Kleinen.

Spekulanten

Bliebe noch die Gewinnerzielungsabsicht als Grund für den Kauf eines Oldtimers. Maue Zinsen, unsichere Zukunft – das lässt den Anleger nach Alternativen zur Aktie suchen. Es ist schon interessant welche Wertsteigerungen Autos erfahren haben, die man einst selber fuhr und dann verkaufte, weil was Neues in der Garage stand.

Dies gilt für alle Preisklassen. Ente, Käfer und VW-Bus auf der Brot und Butter-Seite steigern ihren Wert ebenso wie einige Ferrari oder der Mercedes 300 SL. Dazwischen liegen Porsche 911 und Pagode oder E-Type. Ob sich ein Investment lohnt, ist fraglich. Es hängt halt am Markt.

Aus meiner Sicht ist die Wertsteigerung eh nur ein Nebeneffekt. Wer sein Auto fährt, pflegt und in Stand hält, darf sich ruhig über eine Belohnung in Form höherer Buchpreise freuen. Doch ist er nicht darauf angewiesen, denn er will ja eh nicht verkaufen. Der Oldtimer behält seinen Wert, egal was er wert ist.

Was ist euer Grund für die Oldtimer-Leidenschaft?

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