Autofahren im Winter: mein schlimmstes Fahrerlebnis

Verena hat in der letzten Woche über sicheres Autofahren bei Eis und Schnee berichtet, mit dabei wirklich nützliche Tipps rund um das Autofahren im Winter.

Diesen Artikel hätte ich mal 10 Jahre früher lesen müssen; denn so lange ist mein schlimmstes Autofahr-Erlebnis im Winter schon etwa her. Und das hätte ich mir vielleicht ersparen können, wenn ich einige dieser Tipps berücksichtigt hätte…

Lang, lang ist´s her…

… wie oben schon erwähnt, etwa 10 Jahre. Ich hatte noch mein allererstes Auto und den Führerschein noch nicht allzu lange. Doch diese, eine der ersten Erfahrungen mit dem Fahren im Schnee, werde ich vermutlich nie vergessen – wobei es nur halb so dramatisch war, wie es sich jetzt wahrscheinlich anhört. Doch für einen Fahranfänger wie ich es damals war, hat es sich doch ziemlich dramatisch angefühlt :).

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Es war einmal…

…also eine unerfahrene Fahranfängerin. Und alles fing so harmlos an:

Es war ein Samstag im Winter; es war aber weit und breit nichts von winterlichen Wetterverhältnissen zu sehen. Klar, es war kalt, aber keine Spur von Eis oder Schnee.
Ich war also mit Freunden für die Disko verabredet und da ich auf dem Land groß geworden bin, war man auf das Auto angewiesen, um von A nach B zu kommen. Ich fuhr also mit meinen ersten eigenen Auto zum vereinbarten Treffpunkt und ging mit meinen Freunden in die Disko; dort verbrachten wir ausgelassen quatschend und tanzend den Abend, bis wir den Laden um etwa halb drei verließen.

Wir holten also unsere Wintermäntel an der Gaderobe ab, öffneten die Tür – und mich traf fast der Schlag: innerhalb weniger Stunden hatte es so stark geschneit, dass die Autos unter zentimeterhohem Schnee verschwunden waren, alles war weiß und es schneite noch immer so stark, dass man komplett eingeschneit war, noch bevor man das Auto erreichte und freischaufeln konnte.

Meine erste Autofahrt bei starkem Schneefall

Ich war sicher schon öfter gefahren, wenn Schnee lag. Aber die frisch beschneiten Straßen, der starke Schneefall, der die Sicht einschränkte und noch dazu die Dunkelheit, waren damals für mich eine echte Herausforderung.
Ich hatte die Wahl zwischen verschiedenen Strecken und entschied mich bewusst für die Fahrt über die Autobahn, in der Hoffnung, dass das noch das geringere Übel wäre. War es auch bestimmt. So tuckerte ich mit ca. 30 km/h über die Autobahn, keine Menschenseele vor oder hinter mir. Alles, was ich sah, war wie eine weiße Wand. Der Schnee von oben, Schnee auf der Fahrbahn. Hinzu kam die Glätte, die mich immer wieder ins Rutschen brachte.

Nach ungefähr einer Stunde musste ich die Autobahn verlassen und ein Stück über Land fahren, bis ich zu Hause war. Es ist zu erwähnen, dass mein Heimatdorf in einem Tal liegt und man das Dorf über zwei Wege erreichen kann: einen längeren abschüssigen mit ziemlich vielen Kurven oder über ein kürzeres, aber auch steileres Stück, dafür aber nur mit weniger Kurven. Ich entschied mich für die zweite Möglichkeit.

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Ich fuhr also, immer noch im Schneckentempo, den Hang an und sah schon direkt einen LKW, der quer auf der Straße und auf meiner Fahrbahn stand. Ich musste also rechts an ihm vorbei und das auf einem sehr engen Stück.

Sobald ich auf die Bremse ging, rutschte das Auto weg. Ich rutschte immer weiter nach rechts und konnte rein gar nichts mehr tun. Mein Auto schlitterte weiter und weiter, bis ich kurz vor dem LKW im Graben landete. Der Fahrer kam mir direkt zur Hilfe und versuchte mein Auto aus dem Graben zu schieben. Was ihm zunächst nicht gelang, da er selbst immer wieder ausrutschte und vor mein Auto fiel – das dann natürlich auch wieder ins Rutschen kam. Ich sah den Mann schon unter meinem Auto liegen, fühlte mich in dem Moment so hilflos und hatte keinerlei Möglichkeiten, irgendwie zu reagieren.

Ende gut, alles gut… 

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, wie es dem netten LKW-Fahrer gelungen war, mein Auto wieder auf die Straße zu bringen. Nach etlichen Versuchen stand ich aber zum Glück wieder auf der Fahrbahn und konnte meine Heimfahrt fortsetzen. Bis nach Hause war es dann zum Glück nicht mehr weit und ich kam nach fast zwei Stunden Autofahrt durch die „weiße Hölle“ endlich sicher an.

Dem Fahrer war ich so dankbar, dass ich ihm am Liebsten eine Thermoskanne Tee vorbei gebracht hätte – wäre der Weg nicht so beschwerlich gewesen, hätte ich das glatt gemacht.

Was war Euer schlimmstes Erlebnis beim Autofahren im Winter?

 

Fotoquellen:
Cockpit: Iwona Grodzka/iStock/Thinkstock
schwarzes Auto: antikainen/iStock/Thinkstock

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