Neues Jahr, alter Vorsatz: Ordnung im Oldtimer-Keller

Also habe ich erst mal ein neues Schwerlastregal besorgt, es schön aufgebaut und gut positioniert, und dann wurde es plötzlich schwierig: Denn jäh wurde ich beim Stöbern im Oldtimer-Krempel unliebsam unterbrochen, als mir die Bedienungsanleitung eines Renault 21 in die Finger fiel, die ich als letztes Relikt unserer früher gefahrenen Sänfte vor dem Untergang bewahrt hatte.

Ich musste einfach blättern! Eine schöne Bedienungsanleitung, gut geschrieben, gut bebildert – und dabei haben wir sie früher nie benötigt, denn das Auto war ziemlich selbsterklärend.

Bedienungsanleitung des Renault 21

Unser Renault 21 war ein Gedicht von einem Auto – komfortabel und geräumig, zuverlässig, genügsam und  damit nicht nur in der Anschaffung als 10-Jahre alter Gebrauchter günstig, sondern auch im Unterhalt. Und er wartete mit einer Ausstattung auf, die in den 80ern bei deutschen Herstellern nur relativ üppig aufgewerteten Wagen höherer Preisklassen vorbehalten war.

Auch Freund Denis hatte einen, einen Kombi, mit dem er zigtausende Kilometer zwischen Hamburg, Mainz und seiner französischen Heimat abspulte – warum Renault den Kombi „Nevada“ nannte, erschließt sich allerdings bis heute nicht.

Feine Autos, beide gingen leider den Weg alles Irdischen… Doch darum sollte es hier doch gar nicht gehen!

Aufräumen war die Ansage! Also weiter damit – aber Renault, Renault, da war doch was!

Nach kurzer Überlegung der Griff in einen anderen Stapel; hier zeige ich euch eine Ausgabe der „Editions Pratiques Automobiles“ (E.P.A.) für den Renault Juva von 1954. Der Juva war ein früher in Frankreich omnipräsentes Gefährt, vorgestellt im Jahr 1937 und bis 1960 noch als kleiner, robuster Kombi auf dem Markt.

E.P.A. über den Renault Juva

Er hatte Vierzylindermotoren mit zwischen 750 ccm und 1.000 ccm und schwang sich damit bis zu 100km/h auf. Selbsttragende Karosserie, Einzelradaufhängung vorne, nicht schlecht zu dieser Zeit! Erhältlich in unterschiedlichen Karosserieversionen von der schicken Cabriolimousine bis zum Lieferwagen war er für Einsteiger ein sehr gutes Angebot von Renault.

Die E.P.A waren so etwas wie die deutschen “Jetzt helfe ich mir selbst“-Hefte, aber dieses Objekt aus dem Jahr 1954 bot nicht nur einen Schmierplan, eine Pflege- und Reparaturanleitung, Konstruktionszeichnungen, eine Empfehlung, wie eine Garage mit Werkstatt aussehen sollte (die würde mir übrigens schon sehr gut gefallen!).

E.P.A. Empfehlungen zu Garage und Werkstatt

Nein, es gibt auch eine Grundschulung für Verkehrszeichen, eine Abhandlung über die psychologischen Eigenschaften, die ein Autofahrer mitbringen sollte – „conduire toujours attentivement“ – „immer aufmerksam fahren“!) und natürlich, was fehlt? Klar doch, die Erklärung, warum man immer gut versichert sein soll! (sic!)

E.P.A. Anleitungen für die Reparatur

So sehr die Fahrzeuge selbst sich in den letzten 60 Jahren geändert haben mögen, die äußeren Gegebenheiten bleiben offensichtlich gleich. Allgemein akzeptierte Verkehrsregeln, aufmerksame, vorsichtige Fahrer und, wenn etwas schiefgeht, das Netz des Versicherers sind unentbehrlich!

Der Renault 21 wird jedenfalls nächstes Jahr erst mal 30 Jahre alt und damit zum Oldtimer – Denis und ich denken bei Renault zwar erst mal an frühe Renault Alpines, aber den Renault 21, den bekäme man jetzt für ganz kleines Geld, vielleicht sollte man doch einen wegstellen?

Nun, zunächst werde ich mich weiter meinem Keller widmen – mal sehen, was mir noch in die Hände fällt und mich am Arbeiten hindert, ich werde berichten.

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