Mein schlimmstes Wintererlebnis: Wintereinbruch & 18. Geburtstag

Sina hat vorgelegt, nun berichte ich: Es ist schon sehr lange her, dass ich ein unschönes Erlebnis mit Winter und Auto hatte. Wenige Tage nach meinem 18. Geburtstag musste ich mit dem liebgewonnenen, neuen Automobil nach Limburg fahren um die Freisprecheinrichtung einbauen zu lassen, von meinem damaligen Wohnort einige Kilometer über Landstraße und Autobahn entfernt. Abends war die Geburtstagssause geplant. Kurz bevor ich Limburg erreichte, fing es an zu Schneien…

Geplant war an dem Abend, dass man erst in Wiesbaden „etwas Trinken“ geht, um dann mit dem Bus mein sturmfreies Elternhaus unsicher zu machen. So wartete ich in Limburg, während sich die Landschaft draußen langsam aber stetig weiß färbte. Würde es so weiter schneien, käme man sicher nicht zu später Stunde aus Wiesbaden raus.

Deshalb klingelte andauernd mein Handy. Wiesbaden und meinen damaligen Heimatort trennte der Taunuskamm, ein Garant für Stau und stockenden Verkehr bei Wintereinbruch. Improvisationstalent war also gefragt, Absagen kam natürlich nicht in Frage: Die Feier zum eigenen 18. Geburtstag absagen geht nicht. Also Planänderung: Wir feiern direkt bei mir!

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In all der Organisationhektik kam mir allerdings nicht der Gedanke an meine eigene Rückfahrt von Limburg nach Hause. Nachdem die Freisprecheinrichtung installiert war, musste ich mich der Realität stellen.

Nur wenige Tage den Führerschein in der Tasche und eine durchgängige Schneedecke auf der Autobahn. Immerhin habe ich etwas für die Zukunft gelernt: Überhole niemals ein Streufahrzeug! Denn das tat ein anderer Verkehrsteilnehmer und machte Bekanntschaft mit der Leitplanke.

Also tuckerte ich mit wenigen Stundenkilometern auf der A3 in Richtung Frankfurt. Kurz vor dem Erreichen des Ziels wartete noch eine besondere Herausforderung auf mich: Eine kleine Anhöhe mit einer relativ steilen Straße darüber hinweg. Der Fahrer vor mir scheiterte: Er kam den Berg einfach nicht hoch, die Reifen drehten durch.

Ich überlegte: „Entweder fährst du dran vorbei, hoffst dass kein Gegenverkehr um die Kurve kommt und du den Berg schaffst oder du bleibst stehen und kannst den Abend hier in dem Kaff verbringen. Hier gibts noch nicht mal eine Kneipe!“

Also: Allen Mut zusammen und vorbei! Die Augen im Tunnelblick auf die Gegenfahrbahn gerichtet und gehofft, dass kein Verkehr auf Frontalkurs ist. Der Fuß berührte leicht das Gaspedal, gefühlvoll und zurückhaltend. Gerade genug um zu Fahren, aber nicht zu viel, um die Räder durchdrehen zu lassen. Es kam zum Glück kein Gegenverkehr, die Reifen hatten ausreichend Grip und ich schaffte den Berg.

Die Feier konnte beginnen. Telefonisch wurden Fahrgemeinschaften organsiert, so dass jeder den Weg in mein verschneites Heimatdörfchen antreten konnte. Jeder? Nein! Im Eifer des Gefechtes hatte ich einen Gast vergessen zu informieren.

Er meldete sich per Handy und mir blieb nichts anderes übrig als den Weg nach Wiesbaden (eben über Gebirge) anzutreten, um ihn abzuholen – inklusive extra Umweg, um nicht die steilste Straße fahren zu müssen. Zum Glück ist alles gut gegangen. Nach der Rückfahrt waren wir uns relativ sicher: Noch später wäre der Bus wahrscheinlich ersatzlos ausgefallen. Aber wir konnten feucht-fröhlich meinen Geburtstag feiern.

Es fehlt vielleicht noch etwas Dramatik und/oder ein Blechschaden in der Geschichte. Angesichts meines noch jungen Führerscheins damals war es aber mein einprägenstes Wintererlebnis. Vielleicht war es auch so etwas wie eine Feuertaufe, denn so richtig Probleme habe ich mit der weißen Pracht nicht. Ruhig und gelassen kommt man auch über schneebedeckte Autobahnen oder den zugeschneiten Taunuskamm!

 

Fotoquelle:
antikainen/iStock/Thinkstock

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